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01.05.2014

03:55 Uhr

17 Milliarden Dollar

IWF gibt Ukraine-Kredithilfen grünes Licht

Der Internationale Währungsfonds hat Kredithilfen für die Ukraine in Höhe von 17 Milliarden Dollar gebilligt. Das Hilfsprogramm ist auf zwei Jahre ausgelegt. Die schwer angeschlagene Ukraine ist vom Bankrott bedroht.

Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds. Der IWF sprach der Ukraine Hilfe in Höhe von 17 Milliarden Dollar zu. AFP

Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds. Der IWF sprach der Ukraine Hilfe in Höhe von 17 Milliarden Dollar zu.

WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) greift der krisengeschüttelten Ukraine mit Kredithilfen in Höhe von 17 Milliarden Dollar (12,3 Milliarden Euro) für zwei Jahre unter die Arme. Das Geld solle helfen, die finanzielle Stabilität des Landes wiederherzustellen und langfristiges Wirtschaftswachstum in Gang zu setzen, teilte der IWF nach einer Entscheidung des Exekutivrats am Mittwoch (Ortszeit)in Washington mit.

Zwölf Milliarden Dollar seien als neue Kredithilfen vorgesehen, fünf Milliarden sollten refinanziert werden. 3,2 Milliarden Dollar wurden sofort in Aussicht gestellt, darunter zwei Milliarden Dollar Haushaltshilfen, wie es weiter hieß.

IWF-Chefin Christine Lagarde lobte den Reformwillen der Übergangsregierung in Kiew. „Sie hat in den vergangenen paar Wochen gezeigt, dass sie umfassende Reformen durchführen kann.“

„Dringendes Handeln war notwendig“, meinte Lagarde mit Blick auf die desolate wirtschaftliche und finanzielle Situation des Landes. „Entscheidende Maßnahmen sind von der Ukraine unternommen worden, entscheidende Maßnahmen hat gerade auch der IWF unternommen.“ Der IWF erwartet, dass nach der Freigabe weitere Hilfsgelder in Höhe von rund 15 Milliarden Dollar aus anderen internationalen Quellen in das wirtschaftlich und finanziell angeschlagene Land fließen.

Beteiligungen deutscher Firmen in Russland

Eon

Der größte deutsche Energiekonzern hat seit 2007 rund sechs Milliarden Euro in den russischen Strommarkt investiert. Er hält knapp 84 Prozent an dem Kraftwerksbetreiber E.ON Rossiya OAO. Der Anteil des russischen Stromgeschäfts am Umsatz lag 2013 bei 1,5 Prozent und am operativen Gewinn bei gut sieben Prozent. E.ON beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter in Russland. Der Versorger bezieht zudem 30 bis 40 Prozent seines Erdgases von dort. Die Düsseldorfer sind auch mit 25 Prozent an dem sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje beteiligt und mit 15,5 Prozent an der Ostsee-Pipeline, durch die Gas - an der Ukraine vorbei - von Russland nach Deutschland fließt. Die Mehrheit an beiden Projekten hält der russische Gazprom -Konzern.

BASF

Der weltgrößte Chemiekonzern ist vor allem in seinem Öl- und Gasgeschäft kräftig in Russland engagiert. So ist der Konzern mit seiner Tochter Wintershall am Gas-Projekt ZAO Achimgaz, einem Joint Venture mit Gazprom, zu 50 Prozent beteiligt. ZAO Achimgaz produziert etwa 3.500 Kilometer nordöstlich von Moskau in Sibirien Erdgas. Ferner ist Wintershall über die Gesellschaft OAO Severneftegazprom nach eigenen Angaben mit insgesamt 35 Prozent an der Ausbeutung des sibirischen Gasfeldes Juschno-Russkoje beteiligt. Zusammen mit einer Tochter des russischen Erdölproduzenten Lukoil betreibt Wintershall zudem das Gemeinschaftsunternehmen Wolgodeminoil zur Förderung von Erdöl. Die BASF-Tochter hält daran 50 Prozent.

Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn ist im Schienenverkehr sowie im Logistik-Geschäft mit insgesamt fünf Unternehmen in Russland vertreten: Vier davon sind 100-Prozent-Beteiligungen. An einer weiteren Firma, die Schienentransporte quer durch Russland von China nach Deutschland organisiert, hält die Bahn einen Anteil von gut einem Drittel. Es ist ein Gemeinschaftsunternehmen unter anderem mit der russischen Staatsbahn RZD. Bahnchef Rüdiger Grube hatte das Geschäftsvolumen in Russland zuletzt mit rund 250 Millionen Euro beziffert.

Daimler

Der Autokonzern ist zusammen mit der europäischen Entwicklungsbank EBRD mit 15 Prozent an dem russischen Lkw-Bauer Kamaz beteiligt. Die Stuttgarter lassen in zwei Gemeinschaftsunternehmen in dem Land besonders robuste Lastwagen der Marken Mercedes-Benz und Fuso montieren, die an die dortigen Straßenverhältnisse angepasst sind. Im abgelaufenen Jahr wurden 5600 Lkw der beiden Marken in Russland ausgeliefert. Etwa die Hälfte davon wurde vor Ort gebaut, der Rest aus Deutschland importiert.

Der IWF fordert von der Ukraine im Gegenzug für die Kredithilfen weitreichende Wirtschaftsreformen. Die Übergangsregierung hatte bereits Massenentlassungen und schmerzhafte soziale Einschnitte angekündigt. Kiew beziffert den gesamten Bedarf an Finanzhilfen auf mehr als 27 Milliarden Dollar.

Die Freigabe der IWF-Unterstützung gilt für andere Länder als Voraussetzung, ihrerseits Geld bereitzustellen. Das Hilfspaket der EU soll sich auf elf Milliarden Euro belaufen. Der US-Kongress gab jüngst eine Milliarde Dollar frei.

Kommentare (1)

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02.05.2014, 10:36 Uhr

Diese Kredite werden nie zurückgezahlt und der Hauptgeldgeber ist wie so oft Deutschland. Ist aber kein Problem den wir profitieren - nach Aussage unserer Politiker und deren Medien - immer. z. b. vom Euro, von den Migranten, vom Afganistankrieg und jetzt vom Ukrainekonflkt. Deswegen wirds ja gemacht, damit Deutschland profitiert

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