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24.06.2012

18:53 Uhr

18.000.000.000.000 Dollar

Zentralbanken am Rande ihrer Möglichkeiten

Seit Jahren stopfen die Zentralbanken alle finanziellen Löcher, die Krisen aufreißen. Nun stoßen sie aber an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Zudem kann das billige Geld von EZB & Co. schwere Nebenwirkungen haben.

Eine Notrufsäule vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. dpa

Eine Notrufsäule vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

Frankfurt/BaselDie wegen der Finanz- und Schuldenkrise seit fünf Jahren aus allen Rohren feuernden Zentralbanken sind nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bald an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen. Da in vielen Volkswirtschaften hohe Arbeitslosigkeit und schwaches Wirtschaftswachstum herrschten, scheine es zwar "naheliegend und unvermeidlich", dass Fed, EZB & Co. ihre Politik des billigen Geldes noch für eine Weile fortsetzen müssen. "Die Gefahr, die Geldpolitik zu überlasten, nimmt jedoch zu", warnt die BIZ in ihrem am Sonntag in Basel veröffentlichten Jahresbericht.

Zugleich wachse allein durch die schiere Menge des nach Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen weltweit zirkulierenden Kapitals das Risiko neuer Krisen - unter anderem verursacht durch Preisblasen an den Finanz- und Immobilienmärkten, heißt es in dem Report. Anzeichen dafür sind beispielsweise in einigen Schwellenländern, an den globalen Rohstoffmärkten, aber auch in einigen deutschen Großstädten wie Hamburg zu sehen, wo die Immobilienpreise zuletzt in kurzer Zeit massiv zulegten.

BIZ-Jahresbericht: Europas Banken verwundbar wie nach der Lehman-Pleite

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Die Notenbanken in aller Welt haben seit Ausbruch der Krise 2007 nicht nur über Zinssenkungen und hohe Liquiditätsspritzen versucht die Lage zu beruhigen, sondern auch durch den Ankauf von Wertpapieren. Im Falle der EZB sorgte etwa der Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder für heftige Kritik vor allem aus Deutschland. "Berücksichtigt man auch die beispiellose Ausweitung der Zentralbankbilanzen, so ergibt sich das Bild einer deutlich stärkeren Lockerung des geldpolitischen Kurses", schreibt die BIZ.

Und sie rechnet vor: "Die von den Zentralbanken insgesamt gehaltenen Aktiva haben sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt und erreichten Ende 2011 rund 18 Billionen Dollar." Das viele Geld führte unter anderem zu Kapitalflüssen aus den Industrie- in die Schwellenländer mit teils schädlichen Nebenwirkungen für deren Exporte. Zudem besteht nach Ansicht der BIZ die große Gefahr, dass sich der Finanzsektor durch die enormen Liquiditätsmaßnahmen zu riskanten Wetten an den Börsen verleiten lässt - mit unabsehbaren Folgen.

Billiges Geld der Notenbanken, das zu lange in Umlauf ist, kann schwere Nebenwirkungen haben: Eine durch die jahrelange laxe Geldpolitik der Federal Reserve mitverursachte Blase war 2007 im US-Bausektor geplatzt und hatte damals die erste Finanzkrise ausgelöst. Diese war dann nach Europa geschwappt, hatte einige Banken in schwere Turbulenzen gestürzt und war nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 in eine weltweite Vertrauenskrise samt tiefer Rezession umgeschlagen.

Kommentare (1)

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25.06.2012, 11:05 Uhr

"Die Stabilität der Inflationserwartungen lässt darauf schließen, dass die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken nach wie vor hoch ist."

Haha. Die Bundesbank zu DM Zeiten, Gott hab sie selig, war die einzige Zentralbank, zu der man Vertrauen haben konnte.

Bezüglich ECB, FED und sonstigen Druckerpressen kann man nur die Aussage vom UKIP-MEP Godfrey Bloom zu Mario Draghi rezitieren:

"We don't trust you one inch"!

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