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20.06.2014

13:35 Uhr

45 Millionen auf der hohen Kante

Wie Greenpeace Geld anlegt

VonAndreas Dörnfelder

Weil ein Mitarbeiter rund 3,8 Millionen Euro verzockte, steht Greenpeace in der Kritik. Die deutsche Dependance gibt nun einen Einblick in ihre Konten. Die Öko-Aktivisten setzen auf Tages-und Festgelder zu Minizinsen.

In Aktion: Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace. dpa

In Aktion: Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace.

Es kommt nicht häufig vor, dass Journalisten Einblicke in Bankkonten erhalten. Wenn der Inhaber gar freiwillig seine Bücher öffnet, muss der Druck schon ziemlich groß sein. So wie bei der Umweltorganisation Greenpeace. Die musste vor einigen Tagen einräumen, dass ein Mitarbeiter in der Zentrale in Amsterdam 3,8 Millionen Euro verzockte, weil er ein Termingeschäft auf die Gemeinschaftswährung abgeschlossen hatte.

Zwar ist Greenpeace als gemeinnützige Organisation per se zu großer Transparenz verpflichtet. Als einer der schärfsten Kritiker der Finanzindustrie gibt sich die Organisation zudem betont offen, wenn es um die eigenen Bilanzen geht. Doch so detailliert, wie Greenpeace Deutschland unsere Anfrage zur eigenen Geldanlage beantwortete, hatten wir das nicht erwartet.

„Das Gesamtvolumen unserer kurz- und mittelfristigen Geldanlagen in Form von Tages- und Festgeldern beträgt zurzeit insgesamt 44,945 Millionen Euro“, teilt die Organisation schriftlich mit. Laut der eigenen Richtlinie für Geldanlagen darf Greenpeace nur in diesen beiden festverzinslichen Formen anlegen.

Bei welchen Banken Greenpeace Geld anlegt

Bank für Sozialwirtschaft

„Bei der Bank für Sozialwirtschaft haben wir 28,8 Millionen Euro angelegt, davon 6,8 Millionen alsTagesgeld zu derzeit 0,25 Prozent Zinsen und 22 Millionen als Festgelder. Die Festgelder laufen längstens bis zum 2. Dezember 2014. Der Zinssatz liegt zwischen 0,3 und 0,41 Prozent.“

GLS Gemeinschaftsbank

„Bei der GLS Gemeinschaftsbank eG haben wir Festgelder von insgesamt 7,005 Millionen Euro angelegt. Der Zinssatz liegt zwischen 0,35 und 0,50 Prozent.“

Ethikbank

„Bei der Ethikbank eG haben wir Festgelder von insgesamt 5,7 Millionen Euro angelegt. Der Zinssatz liegt zwischen 0,24 und 0,28 Prozent.“

SEB Bank

„Bei der SEB AG haben wir Festgelder in Höhe von 2,18 Millionen Euro. Diese wurden bis längstens 13. Februar 2015 angelegt zu 0,31 bis 0,35 Prozent Zinsen.“

Hypovereinsbank

„Bei der Hypovereinsbank AG haben wir ein Festgeld über 260.000 Euro sowie ein Tagesgeldkonto mit 1,0 Millionen Euro. Derzeit sind das Fest- sowie das Tagesgeld mit 0,17 Prozent verzinst.“

„Alles in allem hat Greenpeace Deutschland also knapp 45 Millionen Euro auf der hohen Kante – bei einem jährlichen Spendenaufkommen von 53,5 Millionen Euro (2012). Warum hortet die Organisation so viel Geld?

„Wir müssen sicherstellen, dass Kampagnen auch in Zeiten von Spendeneinbrüchen weitergehen können“, teilt Greenpeace mit. „Auch langfristige Verträge mit Dritten müssen sicher bezahlt werden können, sollten sich Probleme ergeben.“

Einen ausführlichen Artikel mit allen Hintergründen über die verzockten Spendengelder bei Greenpeace finden Sie in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts. Als E-Paper können Sie die Zeitung im Kaufhaus der Weltwirtschaft ohne Zeitverlust erwerben.

Kommentare (5)

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20.06.2014, 15:30 Uhr

Greenpeace kann viele Zahlen rausgeben . Wer prüft ob sie stimmen ?

Account gelöscht!

20.06.2014, 16:24 Uhr

Laut Patrick Moore, einer der Greenpeace-Gründer, hat Greenpeace sich von "Logik und Wissenschaft" verabschiedet und "Kampagnenprofis" würden nur noch mit "emotionalen Bildern" arbeiten. Patrick Moore hat Greenpeace deshalb inzwischen verlassen.

Account gelöscht!

20.06.2014, 17:20 Uhr

Da kann man noch einiges aufführen was dringend Hilfe und Aufklärung bedarf : England und Frankreich haben 50 Jahre Atomabfälle im Ärmelkanal versenkt. Heut versenken sie nicht mehr ...... sie leiten direkt ein ! Russland hat nach eigenen Angaben 7 Atom-U-Boote verloren. Von 2 weiß man nicht wo sie liegen der Rest ist im Nordmeer und strahlt vor sich hin. Pro Boot 60 Millionen die das Heben und Entsorgen kosten. Dafür baut man dann lieber Sportstätten !!!! Der ganze Plastikmüll in den Meeren kommt sicher nicht davon das von jedem Schiff was rausgeworfen wird.Nein , das Zeug wird anstatt entsorgt einfach verklappt ebenso wie Dünnsäuren , Chemikalien , Restöle usw. Mehr muß man nicht dazu sagen. Kein Schwein interessiert sich dafür.

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