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15.01.2016

14:18 Uhr

Absturz bei Aktien und Öl

Wenn Crash-Propheten Blut sehen wollen

VonIngo Narat, Jens Hagen

Die Volatilität am Aktienmarkt ist hoch und die Stimmung an der Börse ist schlecht. Die Ökonomen der großen Banken übertreffen sich mit Untergangsszenarien. Aber wer ist der größte Schwarzseher von allen?

Der Ausverkauf wird kommen - warnen die Crash-Propheten. ap

Börsenhändlerin Paris

Der Ausverkauf wird kommen - warnen die Crash-Propheten.

Der Mann ist ein Freund klarer Worte. Laurence D. Fink, CEO des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock rechnet im Aktienmarkt mit einem weiteren Abwertungspotenzial von zehn Prozent. Es sei noch “nicht genug Blut” in den Märkten vergossen worden.

Andere Profi-Anleger übertreffen den Blackrock-Chef in ihren Negativ-Szenarien bei weitem. Handelsblatt Online hat die Analysen der wichtigsten Häuser gesichtet. Und möchte die Frage beantworten, wer die größte Börsen-Kassandra ist.

Gut im Rennen liegt die Royal Bank of Scotland (RBS). Das Institut warnt vor einem „katastrophalen Jahr“ und einer globalen Deflation. Wichtige Börsen könnten laut RBS dieses Jahr um ein Fünftel einbrechen. Den Ölpreis sehen die Analysten bei 16 Dollar pro Barrel (159 Liter). „Alles verkaufen außer hochwertige Anleihen“, sagt Andrew Roberts, Chef-Analyst für Europa bei der RBS. Stresssymptome an den Märkten erinnerten an die Krise nach der Lehman-Pleite in 2008.

Größte Tagesverluste aktueller Dax-Werte

-38,55 Prozent

Titel: Infineon

Datum: 03.12.2008

Quelle: Bloomberg. Analysiert wurden die Tagesverluste der Dax-Werte, die zum 08.10.2015 im Index notiert waren.

-27,76 Prozent

Titel: Continental

Datum: 22.12.2008

(Ausscheiden aus dem Dax)

-25 Prozent

Titel: K+S

Datum: 5.10.2015

Grund: Rücknahme des Übernahmeangebots durch den kanadischen Konkurrenten Potash

-24,6 Prozent

Titel: Commerzbank

Datum: 29.9.2008

-24,4 Prozent

Titel: Infineon

Datum: 29.9.2008

-22,54 Prozent

Titel: SAP

Datum: 23.10.1996

-22,1 Prozent

Titel: K+S

Datum: 30.7.2013

-22,31 Prozent

Titel: Volkswagen

Datum: 03.11.2008

-20,44 Prozent

Titel: Volkswagen

Datum: 23.10.2008

Dieser Ausblick ist wahrlich pessimistisch. Gesucht wird aber der wahre Untergangsprophet. Schwarzseher gibt es viele. Aber wer schlägt als Ultra-Pessimist alle seine Konkurrenten? Eine gute Wahl wäre Albert Edwards.

Der Mann arbeitet für die französische Bank Société Générale. Dieser Börsenanalyst ist von einem anderen Stern. Bei offiziellen Präsentationen vor Vertretern aus der Finanzbranche trägt er gerne schon einmal Hawaiihemd und Schlabberhose. So unkonventionell wie das Outfit sind seine Prognosen.

Mehr Apokalypse geht kaum: Die Wall Street soll drei Viertel ihres Werts verlieren. Die Finanzkrise des Jahres 2008 sei noch nicht abgearbeitet, unkt Edwards. Erst bei viel tieferen Aktienkursen und Bewertungen ist seiner Meinung nach ein Boden erreicht. Man kann die Ankündigung in Zahlen transformieren. Am Ende des Wall-Street-Ausverkaufs wären die Aktionäre um mindestens 22 Billionen Dollar ärmer. Die Zahl muss man ausgeschrieben vor sich sehen: 22.000.000.000.000 $.

Edwards erwartet eine globale Rezession, Deflation, Währungskriege. Die wahren Urheber des Debakels seien aber die Notenbanken. Ihre ultralockere Geldpolitik seit der Finanzkrise habe nicht das gewünschte Wachstum in den Industrieländern gebracht.
Vielmehr seien die Konjunkturen in den Schwellenländern, die Rohstoffpreise und alle Märkte für Vermögenswerte angeheizt worden. Jetzt komme der Kälteschock. Edwards empfiehlt US-Staatstitel. Wie die Welt seine Botschaft aufnimmt, ist ihm klar: „Die meisten Leute denken, ich rede blanken Mist, aber das bin ich gewohnt.“

Kommentare (21)

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Herr Ralf Becker

15.01.2016, 14:29 Uhr

Es gibt genug gesunde Unternehmen in die man jetzt investieren kann. Besonders in China kommt zur Zeit alles unter die Rede. KGV von 2 und 3 mal mehr cash als Marktkapitalisierung, das gibt es nur in China.

Herr Josef Schmidt

15.01.2016, 14:53 Uhr

Das durchschnittliche KGV in Shanghai liegt bei sagenhaften 57. High Tech Firmen mit einem KGV von über 200 sind keine Seltenheit.

Letztes Jahr sind aus China über 700 Milliarden an Kapital abgeflossen. Auch das Risiko dass man seine Aktien nicht mehr verkaufen kann weil es der Staat per Gesetz es so will ist sehr groß.

Wer jetzt China kauft hat zu viel Geld.

Account gelöscht!

15.01.2016, 14:53 Uhr

Heute ist Short-Tag mit Glück nächste Woche eine kleine Erholung und dann wieder
abwärts, Gruß an die 8500 uns an die 13000 vom Derivaten-Meister.

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