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30.11.2015

14:02 Uhr

Aktien 2016

„Mutig sein und sich gegen die Herde stellen“

VonJessica Schwarzer

Das kommende Jahr dürfte aufregend werden. Der Dax könnte sogar auf 8.500 Punkte abstürzen, glaubt Ralf Zimmermann. Der Anlagestratege vom Bankhaus Lampe ist überzeugt, dass Anleger einige Enttäuschungen erleben werden.

Nicht mit der Herde zu laufen, erfordert Mut. Imago

Hund und Schafsherde

Nicht mit der Herde zu laufen, erfordert Mut.

Dass 2016 ein weiteres Bullenjahr wird, glaubt Ralf Zimmermann nicht. Einen großen Crash erwartet er aber auch nicht, statt dessen aber einige Korrekturen. Investoren rät der Anlagestratege vom Bankhaus Lampe – mehrheitlich im Besitz der Oetker-Familie – diese Rücksetzer für Zukäufe zu nutzen.

Herr Zimmermann, Ihr Jahresausblick sieht relativ düster aus, die Schwankungen, die Sie erwarten sind heftig. Sind Sie ein Pessimist?
(lacht) Nein. Es mag Sie schockieren, aber wäre ich ein Pessimist, würde ich keine wilden Schwankungen vorhersagen, sondern sehr niedrige Dax-Stände.

Anlagestratege vom Bankhaus Lampe PR

Ralf Zimmermann

Anlagestratege vom Bankhaus Lampe

Wild heißt, dass der Dax zwischen 8500 und 12400 schwankt?
Das ist die Spanne, die ich erwarte. Dafür sprechen aus meiner Sicht ein paar Faktoren. Aber natürlich wissen wir alle, wie schwierig Prognosen sind. Jetzt sind wir über 11.200 Punkten, das heißt wir befinden uns am Anfang des oberen Drittels meiner Schwankungsbreite.

Geht es denn eher hoch oder runter?
Ausgehend von heute kann ich mir leichter ein Szenario vorstellen, in dem die Kurse runter gehen anstatt hoch. Kurzfristig können die Aktienkurse sicher noch mal ein bisschen steigen, vor allem wenn die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik ausweitet.

Davon gehen Sie aus?
Das Kaufprogramm QE2 kommt auf jeden Fall. Wir erwarten das, wie alle anderen auch. Damit ist aber auch schon etwas ausgesagt über die Wirkung auf die Aktienmärkte. Wenn das kommt, was alle erwarten, dann wird es den Markt nicht mehr weiter treiben.

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Aber es ist doch keinesfalls klar, wie QE2 ausfällt?
Wir könnten uns vorstellen, dass EZB-Präsident Mario Draghi monatlich für 20 Milliarden Euro zusätzlich kauft. Aber es werden aktuell noch keine Aktien in das Kaufprogramm mit einbezogen. Und es gibt noch eine kleine Absenkung beim Einlagensatz. Aber das ist auch der Konsens, die Markterwartung. Ich kann mir deshalb vorstellen, dass die europäischen Aktienmärkte bis zur EZB-Sitzung am Donnerstag weiter laufen. Die Vorfreude ist immer die größte Freude.

Und dann?
Wie es dann aber weiter geht, hängt davon ab, was die EZB macht. Wenn Draghi ein riesiges Paket aufsetzt - manche spekulieren über eine Verdoppelung der Anleihekäufe-, und wenn auch Aktien mit einbezogen sind, dann wird der Dax weiter steigen. Das glauben wir aber nicht. Ein moderates Paket, wie wir es erwarten, ist in den Kursen schon drin.

Kommentare (27)

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Herr J.-Fr. Pella

30.11.2015, 14:09 Uhr

Heißer Tipp:
Machen Sie sich selbstständig, statt das Vermögen der Oetkerfamilie zu verwalten.

Account gelöscht!

30.11.2015, 14:13 Uhr

Unter 1 Mio. € Aktien-Exposure ist es nicht sinnvoll, aufgrund der Diversifikation, in Einzeltitel zu gehen. Da bieten sich eher Fonds- oder ETF-Lösungen an. Und das Einzeltitelrisiko sollte ca. 5 % am Gesamtexposure des Aktien-Portfolios nicht übersteigen.

Aber das ist nur der Rat meines Portfoliomanagers/Vermögensverwalters. Kann natürlich jeder halten wie er/sie will.

Herr Peter Noack

30.11.2015, 14:35 Uhr

Liebe Frau Schwarzer!
Natürlich kann der Dax auf 8.500 Punkte sinken. Dann wäre er immer noch mehr als doppelt so hoch, wie nach der Lehmanpleite 2009. Glauben Sie wirklich, dass der Dax dann jahrelang oder für immer und ewig auf diesem Niveau gefangen bleibt? 8.500 Daxpunkte sind kein Ärgernis, sondern ein Kaufsignal.

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