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25.11.2014

09:25 Uhr

Aktien, Anleihen, Gold

Die Welt der niedrigen Renditen naht

Anlegern stehen schwere Zeiten bevor: Es wird immer schwieriger werden eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften, schätzt Goldman Sachs. In einigen Märkten könne man allerdings noch zweistellige Zuwächse schaffen.

Ein Händler an der New York Stock Exchange fasst sich an den Kopf. Für US-Aktien wird es laut Goldman Sachs nur noch wenig aufwärts gehen. dpa

Ein Händler an der New York Stock Exchange fasst sich an den Kopf. Für US-Aktien wird es laut Goldman Sachs nur noch wenig aufwärts gehen.

New YorkDie Preise an den weltweiten Märkten von Aktien bis Anleihen befinden sich derzeit auf einem solchen Niveau, dass sie in den nächsten Jahren nur „niedrige absolute Renditen versprechen“. Das geht aus einer Studie von Goldman Sachs hervor. Aktien würden noch die höchsten Erträge liefern, besonders jene aus Japan.

Der japanische Aktien-Index Topix wird bis Ende des Jahres 2015 um 18 Prozent steigen, während der amerikanische Standard & Poor's 500 Index nur um rund 3 Prozent zulegen dürfte, schreiben die Analysten um Dominic Wilson. Bei ihrer Studie versuchen sie, konjunkturelle Einschätzungen von Goldman Sachs in Marktprognosen umzusetzen.

Dem Papier zufolge werden die Renditen von Staatsanleihen von den USA über Japan bis hin zu Deutschland in dem Zeitraum wohl anziehen, weil die weltweite konjunkturelle Erholung an Fahrt gewinnen dürfte.

Die Analysten glauben zudem, dass die Rohstoffpreise – etwa für Gold und Öl – nach den jüngsten Einbrüchen auf niedrigem Niveau verharren werden.

Die Marktprognosen spiegeln die Erwartung wider, dass sich die US-Wirtschaft weiter in einem ähnlichen Tempo wie 2014 erholen wird - während das Wachstum in Europa und Japan von niedrigen Energiekosten und „etwas Lockerung bei den Kreditbedingungen” profitieren dürfte. Das Wachstum der USA werde wohl höher ausfallen als das in Europa.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

„Wir glauben zwar auch, dass es ein echtes Abwärts-Risiko-Szenario für die Euro-Zone gibt. Aber wir sind nicht überzeugt, dass der Markt gebührend die US-Wachstumsaussichten in den kommenden Monaten einstuft“, schreiben die Analysten. „Wenn man die effektive Rendite einer Reihe von wichtigen Anlageklassen miteinander vergleicht, dann macht die Gewinnrendite von Aktien diese Papiere immer noch attraktiver als Staatsanleihen - auf relativer Basis betrachtet.“

Die Autoren weisen daraufhin, dass es nicht nur auf das Wachstum an sich ankommt, sondern auch auf das Tempo bei der Veränderung. Und weiter erklären sie: „Die prognostizierte Beschleunigung beim Wachstum könnte für Nicht-US-Märkte bedeutend ausfallen – besonders nach einem Jahr, in dem sie signifikant hinterhergehinkt haben“.

Kommentare (9)

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Herr wulff baer

25.11.2014, 09:33 Uhr

Zweistellige Renditen kann man nur erzielen, wenn man nicht die Ratschläge der Finanz-Ganoven berücksichtigt.

Jakob Herzberger

25.11.2014, 11:03 Uhr

Der Niedrigzins-Afreger lässt mich völlig kalt.

Zu Bundesbankzeiten waren 3% Inflation die Norm, und die Sparer waren entzückt, wenn Sie am Weltspartag 2,5% Zinsen gutgeschrieben bekamen. Von denen wollte der Fiskus natürlichen seinen Anteil haben.

Bei 0,5% Inflation sind 0,0% deshalb völlig in Ordning.

Bei 0,3% Inflation habe ich auch gegen einen Strafzins von 0,2% nichts einzuwenden, da mein Realzins noch genau so toll ist wie zu Bundesbankzeiten.

Aber für Kleinsparer wird es keine Negativzinsen geben, da dies einen Banksturm auslösen würden, was das Finanzsystem mit 100% Sicherheit verhindern will und verhindern wird.

Uns wird es stattdessen gehen wie den japanischen Sparern, die seit Jahren mit 0% Zins und stetiger Deflation ein goldenes Geschäft machen: POSITIVE Realverzinsung und sogar STEUERFREI, da der Gesetzgeber noch nicht ausgeknobelt hat, wie man 0% Zinzeinnahmen besteuern kann.

Deshalb: Bloss nicht von der massenmedialen Stimmungsmache ins Bockshorn jagen lassen. Sparen war noch nie so lukrativ, und Herr Draghi kann machen gar nix.


Herr Werner Vollmer

25.11.2014, 11:15 Uhr

Warum soll Kapital als Produktionsfaktor höher vergütet werden als Human Capital? Das hat sich noch nie erschlossen. Zudem sind Kapitaleinkünfte leistungsloses Einkommen und Kapital hat keine Phantasie und Innovationsfähigkeit. Um was geht es denn nun in dieser unsäglichen Diskussion?

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