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28.12.2015

13:19 Uhr

Aktien, Anleihen, Immobilien

Diese Trends bleiben Anlegern 2016 erhalten

VonJens Hagen

Gute Vorsätze für Gesundheit, Job und Beziehung – für viele Deutsche soll sich nächstes Jahr etwas ändern. Bei den privaten Finanzen bleibt aber Vieles gleich. Drei Trends, die Anlegern erhalten bleiben.

„Erfolgreiche, selbstkompetente Menschen sind in der Regel starke Performer“, schreibt Würzburger. „Sie sind stark motiviert in dem, was sie tun.“ Getty Images

In der Ruhe liegt die Kraft

„Erfolgreiche, selbstkompetente Menschen sind in der Regel starke Performer“, schreibt Würzburger. „Sie sind stark motiviert in dem, was sie tun.“

FrankfurtDas neue Jahr nähert sich mit großen Schritten. Natürlich dürfte es wie in den Vorjahren auch 2016 die großen und kleinen Katastrophen geben. An Entscheidungen, die für Geldanleger spannend sind, herrscht kein Mangel.

Da wären etwa die Sitzungen der Notenbanken oder die Präsidentenwahl in den USA. Oder die Abstimmung über einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Neben solchen möglicherweise wegweisenden Entscheidungen bleiben aber viele Trends erhalten. Etwa für Anleger, die in Aktien, Anleihen oder Immobilien investiert sind.

Aktien: Chancen für Nervenstarke

Auch im nächsten Jahr machen die Notenbanken die Kurse. Dabei gehen Fed und EZB in verschiedene Richtungen. Während die US-Notenbank nach Erwartung der Mehrzahl der Markteilnehmer ihre Leitzinsen moderat erhöht, dürfte die EZB bei ihrer aggressiven geldpolitischen Ausrichtung bleiben. Eine allzu harsche Zinstrendwende in den USA scheint eher unwahrscheinlich – auch mit Blick auf die Währung.

„Grundsätzlich könnten alle großen Volkswirtschaften mit einem Dollarkurs zwischen 1,05 und 1,15 leben“, sagt Philipp Vorndran, Kapitalmarkstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch.

Reaktionen auf die Fed-Zinsentscheidung

Deutsche Bank - Chefvolkswirt David Folkerts-Landau

"Die heutige Entscheidung der Fed, die Zinsen zum ersten Mal seit fast zehn Jahren zu erhöhen, ist ein historischer Moment. Die Zinsanhebung markiert das offizielle Ende der globalen Finanzkrise für die USA und bildet den Auftakt zu einer Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik.

Dieser Schritt wurde allgemein erwartet. Vor dem Hintergrund, dass auf dem US-Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigung herrscht und im kommenden Jahr ein Anstieg der Inflation erwartet wird, war eine Anhebung der Zinsen längst überfällig. Diejenigen, die die Zinsanpassung kritisch sehen, lassen außer Acht, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus Zinssätze zwischen zwei und drei Prozent und eine Fed-Bilanz ohne Überschussreserven rechtfertigen - eine Zinspolitik, die weit entfernt vom Krisenmodus ist, der selbst heute noch dominiert."

Dekabank - Chefvolkswirt Ulrich Kater

"Ein kleiner Schritt für die Fed, aber ein großer für das Finanzsystem. Zwei Botschaften verbinden sich mit der Zinswende. Zum ersten begräbt damit die Fed symbolisch die Finanz- und Bankenkrise von 2008. Und zum zweiten schürt diese Zinswende die Hoffnung, dass auch in Euro-Land eine Umkehr bei den Zinsen irgendwann möglich ist, selbst wenn dies noch zwei oder drei Jahre hin sein sollte."

KfW - Chefvolkswirt Jörg Zeuner

"Wir sind auf dem Weg in die Normalität. Die US-Konjunktur läuft solide, der Arbeitsmarkt hat Vollbeschäftigung erreicht und die Kerninflation ist jetzt schon hoch genug, um mit dem Zinserhöhungszyklus zu starten. Mit dem Zinsschritt beginnt die Fed, Handlungsspielraum für neue Herausforderungen zurückzugewinnen. Denn ein langfristig starker Dollar und ein dauerhaft niedriger Ölpreis bringen durchaus Schwierigkeiten für die US-Wirtschaft."

Münchener Rück - Chefvolkswirt Michael Menhart

"Mit der Zinsentscheidung der Fed ist der lange erwartete Einstieg in eine restriktivere Geldpolitik da. Für nächstes Jahr ist mit weiteren Zinsschritten zu rechnen. Gleichwohl wird die US-Zentralbank unter den Notenbanken der großen Volkswirtschaften wohl erst mal alleine bleiben - die EZB hat ja jüngst sogar ihre expansive Politik noch zeitlich ausgeweitet. Angesichts der Risiken für die Finanzstabilität wäre eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes wünschenswert."

Institut für Weltwirtschaft - Stefan Kooths

"Klar ist, dass sich im Zuge der Normalisierung des Zinsniveaus die Preisblasen an Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten zurückbilden werden. Bei diesem Prozess lauern erhebliche Gefahren eines sprunghaften Verlaufs, nicht zuletzt auch für die Devisenmärkte und die in US-Dollar verschuldeten Schwellenländer. Es nützt aber nichts, aus Furcht davor den Ausstieg aus der ultra-expansiven Zentralbankgeldversorgung immer weiter hinauszuzögern. Je länger die künstlich niedrigen Zinsen bestehen bleiben, umso mehr Verzerrungen entstehen und desto schmerzhafter würde eine noch spätere Korrektur. Von einer Normalisierung ist die US-Geldpolitik immer noch meilenweit entfernt. Entscheidend wird jetzt sein, wann die Marktteilnehmer den nächsten Schritt erwarten."

GDV (Versicherungsverband) - Chefvolkswirt Klaus Wiener

"Die erste Straffung der US-Leitzinsen seit dem Jahr 2006 markiert sicher einen historischen Wendepunkt, das allgemeine Zinsniveau wird sich dadurch aber kaum ändern. Für die EZB hat der Zinsentscheid der Fed keine Signalwirkung – dazu sind auch die konjunkturellen Rahmenbedingungen zu unterschiedlich. Die Kapitalmarktzinsen im Euroraum werden wohl noch für sehr lange Zeit auf ihrem extrem niedrigen Niveau verharren."

Sollte der Dollar tatsächlich über Parität steigen, bekämen die US-Unternehmen und damit die US-Wirtschaft mittelfristig ein Wettbewerbsproblem. „Mögliche Zinserhöhungen der Fed dürften damit relativ schnell obsolet werden“, sagt Vordran. „Derzeit wird die Reflexivität eines zu hohen US-Dollar auf die US-Volkswirtschaft meiner Meinung nach von vielen Investoren unterschätzt.“

Die weiterhin niedrigen Zinsen dürften die Aktienkurse beflügeln. Die Bilanzen sehen gut aus, weil die Kosten für Kredite niedrig sind. Auf der Suche nach Rendite meiden Anleger Zinspapiere und wenden sich Aktien zu. In der Kapitalmarktprognose von 35 Banken für das Handelsblatt sehen die Marktstrategen den Dax deutlich über dem Schlussstand dieses Jahres bei dann 11.793 Punkten.

„Lohnende Investitionsmöglichkeiten bestehen 2016 vor allem in risikobehafteten Anlageklassen wie Aktien“, sagt Lars Edler, Leiter Investmentstrategie bei Sal. Oppenheim. „Die Börsen der entwickelten Volkswirtschaften dürften Anlegern einen Ertrag von 7,6 Prozent bringen, in den Emerging Markets rechnen wir mit einer Aktien-Performance von 6,9 Prozent“.

Wie in diesem Jahr, als Daten aus China oder der mögliche Grexit für Kursturbulenzen sorgten, dürfte es aber auch im nächsten Jahr Risiken geben. „Geldpolitische Entscheidungen und die sich abzeichnenden politischen Risiken etwa durch die US-Präsidentschaftswahl oder die „Brexit“-Thematik dürften sowohl an den Aktien- als auch an den Rentenmärkten für phasenweise hohe Volatilität sorgen“, sagt Wolfgang Baums, Geschäftsführer BHF Trust. „Die Attraktivität von Aktienanlagen bleibt bei den derzeitigen Bedingungen grundsätzlich erhalten.“

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