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04.12.2015

14:56 Uhr

Aktien – Chancen und Risiken

„Nicht ohne Sicherheitsnetz“

VonJessica Schwarzer

2016 wird ein Aktienjahr. Davon sind Vermögensverwalter überzeugt. Der Dax könnte auf 13.000 Punkte steigen. Gerade der Donnerstag hat gezeigt, wie schnell sich Optimismus an den Börsen drehen kann. Was Profis raten.

Börsianer sollten 2016 nicht auf ein Sicherheitsnetz verzichten. ap

Hochseilakt

Börsianer sollten 2016 nicht auf ein Sicherheitsnetz verzichten.

DüsseldorfDer Bullenmarkt läuft nun schon im siebten Jahr, im März beginnt sogar schon das achte. Statistisch gesehen müsste die Zeit steigender Kurse bald enden. Doch Vermögensverwalter rechnen damit, dass die Hausse weiter läuft. „Es spricht vieles dafür, dass 2016 unter dem Strich wieder ein gutes Aktienjahr wird“, sagt Bernd Linke von der Hoppe Vermögensbetreuung. „Insbesondere die europäischen Börsen sollten weiter gut laufen.“

Zum Optimismus von Geldmanagern dürfte auch beitragen, dass die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) wohl auch im kommenden Jahr locker bleibt. Am Donnerstag senkte die Notenbank den Einlagezins für Europäische Banken um zehn Basispunkte auf 0,3 statt den bisherigen 0,2 Prozent. Außerdem kündigte der von den Börsianer als „Super”-Mario getaufte Chef, Mario Draghi, an, das Anleihenkaufprogramm zu verlängern.

Was treibt die Börsen auf Rekordhoch?

Geldschwemme

Die wichtigste Triebfeder des Börsenbooms ist die Geldflut der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre ohnehin lockere Geldpolitik sogar nochmals dramatisch ausgeweitet: Seit 9. März kaufen die Währungshüter monatlich Vermögenswerte in Höhe von 60 Milliarden Euro. Ein Großteil des vielen Geldes fließt in Aktien.

Anlagenotstand

Weil die EZB gleichzeitig den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt hat, herrscht Anlagenotstand: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und Anleihen bringen kaum noch Renditen. Das treibt Anleger in riskantere Investitionen wie Aktien, aber auch in Immobilien.

Euroschwäche

Der Euro ist durch die Geldpolitik auf Talfahrt. Das hilft der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden. Aktien internationaler Unternehmen profitieren.

Unternehmensgewinne

Deutschlands Börsenschwergewichte haben schon 2014 glänzend verdient - trotz internationaler Krisen. Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung EY stieg der operative Gewinn der ersten 15 Dax-Konzerne, die Zahlen für 2014 vorlegten, um fast ein Viertel.

Die von den Kursgewinnen vergangener Monate verwöhnten Märkte reagierten dennoch zunächst enttäuscht, der Dax stürzte gut 400 Punkte tiefer. Man hatte sich mehr von Draghi erwartet. Gerade weil Dax und Co. in den vergangenen Monaten eine so phantastische Entwicklung abgeliefert haben, schleicht sich bei dem ein oder anderen Anleger leiser Zweifel, ob sich nicht gerade die erste Korrektur anbahnt.

Die Vermögensverwalter teilen diese Sorgen nicht. „Fundamental sehen wir Aktien zwar nicht mehr billig, aber im Vergleich zu Anleihen ganz klar als die attraktivere Anlageklasse“, sagt Max Schott von Sand & Schott. „Wir sind für das kommende Jahr auch deshalb positiv für Aktien gestimmt, da die Geldpolitik der großen Notenbanken weltweit trotz möglichen Zinserhöhungen der Fed insgesamt weiter expansiv bleiben sollte.“

Doch die Geldpolitik der Notenbanken macht die Geldanlage zu einer Herausforderung. Während in Europa, Japan und China vieles auf weitere Lockerungen hindeutet, werden die Zinsen in den USA voraussichtlich schon im Dezember steigen. Und auch in Großbritannien ist eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit nicht ausgeschlossen. „Wir denken, dass in 2016 die Divergenz der Geldpolitik der großen Notenbanken auf dem Finanzmarkt ein wichtiges Thema bleiben wird“, sagt Schott. „Aufgrund der lockeren Geldpolitik sehen wir auch in 2016 den europäischen Aktienmarkt im Vergleich zur USA leicht im Vorteil.“

Die exportorientierte Wirtschaft Europas profitiere von niedrigen Energiepreisen und einer weiteren Erholung der Binnenkonjunktur – sofern die Lage stabil bleibe. „Die anhaltend niedrigen Zinsen in der Euro-Zone und der dadurch bedingte schwache Euro sollte vor allem die europäischen Unternehmensgewinne und damit die Aktienmärkte weiter unterstützen“, sagt auch Linke.

Eine Folge der EZB-Politik ist der relativ schwache Euro. Aus diesem Grund könnten auch Investments in Fremdwährungen interessant sein. „Euro-Anleger, die in US-Aktien investieren, könnten zusätzlich zu Kurssteigerungen auch von einem starken US-Dollar profitieren und so Währungsgewinne erzielen“, sagt Schott.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

04.12.2015, 15:17 Uhr

Jedes Jahr ist ein Aktienjahr.
Wer nichts kauft hat auch keine Gewinne.
Verluste gibt es keine.
Denn nur wer Verluste realisiert der hat Verluste.

Ich verkaufe nie, egal was ich die letzten 50 Jahre alles gekauft habe, esbleibt alles im Depot.
Dort sind aber natürlich nur die internationalen Prämiummarken vertreten. Da ist das Risiko gering. Wenn es mal schächelt wird nachgekauft, aber auf keinen Fall verkauft.

Noch etwas Gold dazu,dass ich natürlich schon vor Jahren unter 300 gekauft hatte und zur Abrundung noch die ein oder andere Immobilie.
Dort natürlich auf die Lage und den Preis achten, dann kann der Lebensabend kommen.

DANKE HBO, dass man hier endlich mal wieder etwas kommentieren durfte.

Frau Annette Bollmohr

04.12.2015, 16:21 Uhr

"2016 wird ein Aktienjahr. Davon sind Vermögensverwalter überzeugt."

Und auf dem Titelblatt der heutigen Handelsblatt-Wochenendausgabe zu den Aussichten für selbiges Jahr:
"(... ) bloß ein neuer Crash".

Ja, was denn nun?

Alles wie immer: Nix genaues weiß man nicht.

Zutreffen dürfte jedenfalls die Aussage von Herrn Gabor Steingart bezüglich der Tipps für Anleger, nämlich dass bei einem echten Crash sämtliche Anleger (jedenfalls außerhalb des Sparbuch- und Festgeldkontoschongebiets) saftige Verluste zu verbuchen haben dürften, ganz gleich, wo sie ihr Geld angelegt haben.

Aber sehen wir es doch mal so:

Um überhaupt "dabeisein" zu können, muss man ja erst mal ganz überhaupt etwas haben, das man - mehr oder weniger, je nach Substanz - abschreiben kann.

Also, für einen vernünftigen Menschen wohl eigentlich nicht wirklich ein Grund zur Sorge, oder?

Wäre es da nicht doch klüger, etwas mehr Wert darauf zu legen, dass in Zukunft erstmal möglichst jeder etwas zu verlieren hat (weil da nämlich letzten Endes jeder - man selber eingeschlossen - von profitieren würde)?

Und dann seine Investitionen vor allem unter Berücksichtigung dieses Aspekts zu tätigen (also mal darüber nachzudenken, was es dazu braucht, und dann in diese Werte zu investieren - ganz "in Luft auflösen" werden sich solche Anlagen garantiert nicht), statt wertvolle Energie aufs Ärgern über ungelegte Eier (sprich: nicht realisierte Buchverluste) zu verplempern??!

Account gelöscht!

04.12.2015, 17:02 Uhr

@ Bollmohr

ich bin neidisch auf Sie.....wirklich neidisch

auf Ihre anscheinend übermäßige Freizeit.

Wer kann um 16:21 Uhr so lange Kommentare schreiben, auch noch dort wo kein Austausch von Meinungen stattfindet.

Wenn ich mal soviel Zeit hätte......

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