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23.12.2013

11:12 Uhr

Aktien Deutschland

„2014 wird ein Jahr des Stock-Pickings“

VonKatharina Schneider

Der Dax markiert ein neues Allzeithoch, die magische Marke von 10.000 Punkten scheint in Reichweite. Geht die Rally weiter? Gute Konjunkturdaten stimmen optimistisch. Doch die Aktienauswahl muss gut überlegt sein.

Anleger hoffen auf eine positive Börsenwoche.

Anleger hoffen auf eine positive Börsenwoche.

DüsseldorfSo sieht eine wahre Jahresendrally aus. Drei Handelstage vor Schluss schafft der Dax mit 9471 Punkten ein neues Allzeithoch. Die zwischenzeitlichen Verluste scheinen vergessen, Aktien bleiben im Zinstief gefragt. Angesichts der beachtlichen Hausse fragen sich Anleger, wie weit der Dax noch steigen kann - oder ob eine größere Korrektur droht. Handelsblatt Online hat mit dutzenden Fondsmanagern, Vermögensverwaltern und Analysten gesprochen. Sie verraten, mit welcher Strategie Investoren auch im nächsten Jahr erfolgreich sind.

Konjunktur, Konjunktur, Konjunktur: Finanzexperten sind sich einig, die positive Entwicklung der Weltwirtschaft wird im kommenden Jahr ein wesentlicher Kurstreiber sein – insbesondere für den deutschen Aktienmarkt. Zwar dürfte der Anstieg nicht mehr so steil verlaufen wie im Jahr 2013, doch die Marke von 10.000 Punkten wird der Deutsche Aktienindex wohl knacken.

Die Konjunkturprognosen für 2014 stimmen optimistisch. So rechnet etwa die Bundesbank damit, dass der Aufschwung der deutschen Wirtschaft im Winter an Fahrt gewinnen wird. Auch das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten stieg im Dezember auf 62,0 Punkte von 54,6 Zählern im November – und damit deutlich stärker als erwartet. Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hatte dafür 252 Analysten und institutionelle Anleger befragt.

Nachdem die Märkte in diesem Jahr besonders stark von politischen Entscheidungen getrieben wurden, dürfte es in den nächsten Monaten wieder verstärkt um die einzelnen Unternehmen gehen. „Zurück zur Normalität“, so könnte 2014 das Motto für die Aktienmärkte lauten, meint Michael Schmidt, Leiter Aktienfondsmanagement bei Union Investment. Die Wahrscheinlichkeit für Extremereignisse sei deutlich gesunken, die europäische Schuldenkrise dürfte eine geringere Rolle spielen. „Damit sollten die fundamentalen Entwicklungen – also Konjunktur und Unternehmensnachrichten - wieder stärker Einfluss auf die Kurse ausüben“, sagt Schmidt.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Die deutsche Wirtschaft ist stark in den Welthandel eingebunden, das könnte sich im kommenden Jahr besonders bezahlt machen. „In weiten Teilen der Welt hellt die Stimmung auf – wie etwa der globale Einkaufsmanagerindex zeigt“, sagt Christian von Engelbrechten, Manager des Fidelity Germany Fund. „Dank ihrer sehr hohen Exportquote werden deutsche Unternehmen mit zu den Hauptprofiteuren dieser Entwicklung gehören.“ Der Fondsmanager rechnet unter anderem mit einer steigenden Investitionsquote im Bereich Ausrüstung und Maschinen. Daneben dürfte aber auch der Binnenkonsum eine bedeutende Rolle spielen.

Doch nicht nur die Wirtschaftslage spricht für ein Investment in Aktien. „Die Notenbanken der westlichen Industrieländer werden ihre Zinsen noch lange auf einem sehr niedrigen Niveau halten und die Märkte weiterhin mit reichlich Liquidität versorgen“, prognostiziert Stefan Dudacy, Senior-Portfoliomanager Aktien bei Metzler Asset Management. „Angesichts der sehr niedrigen Geld- und Kapitalmarktzinsen dürften Aktien von weiteren Umschichtungen profitieren.“

Kommentare (5)

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23.12.2013, 12:19 Uhr

Vielleicht sollte das Handelsblatt einmal aufschlüsseln, wie hoch der Prozentsatz an Normalbürger unter den Aktiengewinnern ist und wer wirklich das große Geld macht und vor allem mit welchen Methoden. Und dann sollte gleicht noch erwähnt werden, wie die Ansparmöglichkeit der Bürger bei der Niedrigzinspolitik für ihre Renten aussieht und wer letzendlich diese Geldpolitik bezahlen muss. Und vergessen werden in dem euphorischen Bericht auch noch die hohen Arbeitslosenzahlen in der EU, die weiterhin ansteigend sind. Und dann noch die vielen gefährlichen Anleiheblasen, die nicht ewig vor dem Platzen geschützt werden können ... unw. usw.

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23.12.2013, 12:50 Uhr

Solange wirtschaftliche, fundierte, gute und gesunde Zahlen bei Industrieunternehmen (AG) durch einen Eingriff der internationalen Großbanken zum "Geschreibsel" zerfällt, ist für den ehrlichen Kleinaktionär auch 2014 kaum Platz um Gewinne zu realisieren.

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23.12.2013, 13:54 Uhr

Mir muss das mal jemand erklären. wie passen die Meldungen über gute Konjunkturdaten und denen über einen Rückgang der Metallnachfrage, auch der Industriemetalle, zusammen?

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