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28.12.2013

13:27 Uhr

Aktien Europa

Euro-Zone steht vor Anlage-Comeback

VonKatharina Schneider

Die Euro-Krise hat in den vergangenen Jahren viele Anleger von den europäischen Märkten ferngehalten. Für das kommende Jahr sind Finanzexperten jedoch optimistisch gestimmt. Sie picken sich günstige Werte heraus.

Einige Risiken gibt es noch, aber insgesamt blicken Experten optimistisch auf Aktien in Euro-Raum. dpa

Einige Risiken gibt es noch, aber insgesamt blicken Experten optimistisch auf Aktien in Euro-Raum.

DüsseldorfDen europäischen Märkten haben Investoren lange Zeit den Rücken gekehrt. Die Euro-Krise war allgegenwärtig. Worte wie Hilfspaket, Rettungsschirm und Schuldenschnitt waren an der Tagesordnung. Doch es tut sich etwas. Nicht nur politisch verzeichnen einige Länder Fortschritte. Auch die Investoren scheinen den europäischen Staaten neues Vertrauen zu schenken – zumindest einzelnen.

Als Lichtblick gilt etwa der Fortschritt Irlands. „Wenn Irland aus eigener Kraft 2014 erfolgreich an die Kapitalmärkte zurückkehrt und auf weitere Unterstützung der Troika verzichtet, ist das ein sichtbarer Anfang vom Ende der Euro-Krise“, sagt Jörg de Vries-Hippen, Experte für europäische Aktien bei Allianz Global Investors. Die Euro-Zone, darunter insbesondere die Peripherie, mache sichtbare Fortschritte. Für eine weitere Konjunkturerholung sprechen etwa die Einkaufsmanagerindizes und die Zahlen zur Industrieproduktion.

„Die Wirtschaft in Europa scheint inzwischen die Talsohle erreicht zu haben“, sagt auch Matt Siddle, Manager des Fidelity European Growth Fund. „An vielen Fronten gibt es Fortschritte, die mich optimistisch stimmen.“ Ähnlich sieht das Michael Schmidt, Leiter Aktienfondsmanagement bei Union Investment: „Europa ist unser klarer Anlagefavorit“, sagt er.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

„Wir gehen von einer weiteren Erholung in den Peripherieländern aus – und davon können die europäischen Aktienmärkte am stärksten profitieren.“ Wichtig sei dabei allerdings, dass sich die besseren Konjunkturdaten auch in steigenden Unternehmensgewinnen widerspiegeln. Bislang war das noch nicht überall der Fall.

Die Hoffnung, dass europäische Unternehmen von der weltweiten Konjunkturbelebung profitieren werden, verbindet aktuell viele Finanzexperten. Von einer Jubelstimmung kann zwar keine Rede sein, aber der positive Trend ist da. „Die Wirtschaft in der Euro-Region wird nach dem Rezessionsjahr 2013 im Jahr 2014 voraussichtlich wieder wachsen, wenn auch sehr moderat“, sagt etwa Lars Edler, Leiter Investmentstrategie bei Sal. Oppenheim. „Dieser positive Trend sollte sich auch in den Unternehmensgewinnen widerspiegeln.“ Schmidt erwartet für 2014 ein Gewinnwachstum von etwa 11,5 Prozent in Europa.

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