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02.03.2016

09:24 Uhr

Aktien in USA und Asien

Lieblinge der Analysten schmieren ab

Analysten haben Macht – ihre Urteile können Aktienkurse beflügeln oder niederschmettern. Mit ihren Prognosen haben sie aber nicht immer Recht. Einige Aktientipps entpuppen sich als Verlustgeschäfte.

Kaufen und Verkaufen von Aktien ist das Geschäft von Händlern an der Wall Street. Nicht immer sind die Tipps von Analysten dabei die profitabelsten. dpa

Auf der Suche nach Rendite

Kaufen und Verkaufen von Aktien ist das Geschäft von Händlern an der Wall Street. Nicht immer sind die Tipps von Analysten dabei die profitabelsten.

HongkongUm das Schlimmste beim Aktienausverkauf in diesem Jahr zu vermeiden, hätte man diesen Rat befolgen sollen: Fragen Sie Ihren Analysten, was Sie kaufen und verkaufen sollen. Dann tun sie das absolute Gegenteil. Denn die Aktien, die weltweit die größten Lieblinge der Strategen gewesen sind, haben seit Jahresbeginn durchschnittlich elf Prozent abgegeben. Dazu gehört etwa der amerikanische Spieleentwickler Activision Blizzard, der knapp ein Fünftel seines Wertes einbüßte, wie auch der Haushaltsgerätehersteller Midea aus China, dessen Aktie im gleichen Zeitraum 17,8 Prozent verlor. Die Aktien, die bei Analysten ganz unten auf der Favoritenliste standen, haben dagegen nur 3,4 Prozent verloren, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen.

Die populären Firmen seien Opfer ihres eigenen Erfolgs, schreibt BNP Paribas Investment Partners. Der Grund: Investoren verkaufen die Gewinnertitel, um Rücknahmeverpflichtungen zu erfüllen. In den USA hat die Auflösung von Momentum Trades dazu geführt, dass Lieblingsaktien von Hedgefonds dieses Jahr um 4,6 Prozentpunkte hinter dem Standard & Poor’s 500 Index hinterherhinkten. In allen vier vorherigen Jahren hätten sie den index hingegen um zehn Prozent übertroffen, erklärt Goldman Sachs. Sich verschärfende Verluste bei den einstigen Favoriten-Aktien tragen nun zum wachsenden Pessimismus bei.

Die wertvollsten Aktiengesellschaften der Welt

Platz 10

Wells Fargo

Börsenwert: 252 Milliarden Dollar

Alle Daten: Stand 2. Februar 2016

Platz 9

General Electric

Börsenwert: 286 Milliarden Dollar

Platz 8

Amazon

Börsenwert: 269 Milliarden Dollar

Platz 7

Johnson & Johnson

Börsenwert: 286 Milliarden Dollar

Platz 26

ThyssenKrupp

Gewichtung: 0,98 Prozent

Platz 5

Berkshire Hathaway

Börsenwert: 314 Milliarden Dollar

Platz 4

Facebook

Börsenwert: 326 Milliarden Dollar

Platz 3

Microsoft

Börsenwert: 428 Milliarden Dollar

Platz 2

Apple

Börsenwert: 530 Milliarden Dollar

Platz 1

Am 2. Februar 2016 löst der Suchmaschinenbetreiber Alphabet/Google den Smartphone-Hersteller Apple als wertvollste Firma der Welt ab.

Börsenwert: etwa 542 Milliarden Dollar.

Alle Daten: Stand 2. Februar 2016

Der MSCI All-Country World Index hat letzte Woche 0,9 Prozent zugelegt und damit seinen Verlust seit Jahresbeginn auf 6,5 Prozent verringert. Der Index ist im Februar erstmals seit 2011 in einen Bärenmarkt eingeschwenkt, weil Sorgen um den Konjunkturausblick Chinas und der Kollaps der Ölpreise eine Flucht aus Risikoanlagen auslösten.

„Wenn Risiken wie in letzter Zeit reduziert werden und gute Aktien zusammen mit den nicht so guten abgestoßen werden, dann muss man zu seinen fundamentalen Analysten schon wirklich Vertrauen haben“, sagt Julian Emanuel, Geschäftsführer US-Aktien- und Derivatestrategie bei UBS Securities in New York. Solche Titel hätte man früher einmal günstig bewertete Wachstumswerte genannt. „Aber jetzt stellt sich die Frage, ob sie vielleicht nicht mehr günstig sind.“

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Noch in den letzten beiden Jahren legten die beliebtesten Firmen durchschnittlich 42 Prozent zu. Bei jenen, die die Analysten nicht mochten, waren es nur 6,6 Prozent. Für Maurer von BNP Paribas ist das ein Grund, die Außenseiter zu favorisieren. „Man kann nicht ewig hinter dem herjagen, was sich am Markt bereits gut entwickelt hat“, sagt sie. „Man muss auch mal andersherum denken.“

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