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13.01.2009

13:24 Uhr

Aktien

Nebenwerte attraktiv bewertet

VonChristian Schnell

Ein Phänomen aus dem Jahr 2002 kehrt zurück: Extrem niedriger Börsenwert - und viel Geld in der Kasse. Das Phänomen der Cashwerte tritt vor allem in außerordentlichen Verlustphasen an den Börsen auf.

Der Kursrutsch an der Börse treibt seltsame Blüten. Foto: dpa dpa

Der Kursrutsch an der Börse treibt seltsame Blüten. Foto: dpa

FRANKFURT. Ein Phänomen aus dem Jahr 2002 kehrt zurück: Der Kursabsturz der Nebenwerte führt dazu, dass eine ganze Reihe von Unternehmen im Vergleich zu ihrem extrem niedrigen Börsenwert außerordentlich viel Geld in der Kasse haben. Kurios dabei: Der Großteil der rund 30 Gesellschaften, die das Augsburger Analysehaus GBC Research aus dem Universum von mehreren Hundert deutschen Nebenwerten herausgefiltert hat, war wie Dialog Semiconductor oder Realtech einst am untergegangenen Neuen Markt gelistet. Aber auch Unternehmen wie BDI Biodiesel, die erst vor wenigen Jahren an die Börse gegangen sind, haben heute mehr Geld in der Kasse als sie am Markt wert sind.

Das Phänomen der Cashwerte tritt vor allem in außerordentlichen Verlustphasen an den Börsen auf. In solchen trennen sich Investoren sehr viel öfter von Nebenwerten als von Marktschwergewichten. Das führt dazu, dass manch kleines Unternehmen gar mehr Geld in der Kasse hat als es an der Börse wert ist. Selbst wenn es den Geschäftsbetrieb komplett einstellen würde, müsste die Aktie paradoxerweise Aufwärtspotenzial bieten. "Im Unterschied zum Jahr 2002 arbeiten die meisten Unternehmen mit viel Geld in der Kasse profitabel. Damals war in den meisten Fällen die Cashburn-Rate sehr hoch", sagt Manuel Hölzle, Vorstandschef von GBC Research.

In die aktuelle Studie seines Hauses wurden demnach auch Werte aufgenommen, deren Börsenwert nicht komplett mit Barmitteln abgedeckt ist, die aber trotz Wirtschaftskrise weiter gutes Geld verdienen und so den Cashbestand mehren.

Bei Investoren beobachtet man diesen Trend im Moment zwar mit großem Interesse. Die meisten Nebenwerte-Fonds können aber kaum reagieren, da Anleger im vergangenen Jahr in hohem Masse Geld abgezogen haben. Manchen der noch im Jahr 2007 so angesagten Fonds traf im vergangenen Jahr gar ein Aderlass von mehr als 90 Prozent, um die das Fondsvolumen schrumpfte. "Eine Reihe von Brokerhäusern beobachtet Smallcaps nicht einmal mehr, da sie zurzeit von Anlegern gemieden werden, so dass die Ineffizienzen in dieser Assetklasse noch zunehmen", heißt es bei Fortis Investments.

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