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21.01.2015

22:21 Uhr

Aktien

Warum der US-Bullenmarkt noch bis 2020 laufen wird

Die Aktien-Rally in den USA ist noch lange nicht vorbei und wird noch weitere fünf Jahre anhalten, sagt ein bekannter Chefstratege. Die Mehrheit der Analysten ist nicht so optimistisch. Doch Parker nennt mehrere Gründe.

Händler an der New Yorker Börse. Die fallenden Ölpreise werden laut Parker die Konsumgüterhersteller beflügeln. AFP

Händler an der New Yorker Börse. Die fallenden Ölpreise werden laut Parker die Konsumgüterhersteller beflügeln.

New YorkDer Bullenmarkt für amerikanische Aktien ist noch nicht zu Ende – ganz im Gegenteil, er kann noch für fünf weitere Jahre anhalten. Das sagt Adam Parker, Chefstratege für US-Aktien bei Morgan Stanley. Vom schlechtesten Jahresstart des Standard & Poor's 500 Index seit 2009 lässt er sich bei seiner Einschätzung nicht beirren.

Die Gewinne der Unternehmen werden weiter wachsen – und zwar dank konsumfreudiger Amerikaner. Das wird dem S&P 500 helfen seinen bisherigen Jahresverlust von 1,9 Prozent wieder wett zu machen, sagt Parker.

Seiner Meinung nach haben Aktien-Analysten bislang bei ihren Prognosen noch nicht das Aufwärtspotenzial im Konsumsektor und anderen Bereichen berücksichtigt, die von der Halbierung des Rohölpreises profitieren dürften. Zudem werde die Wirtschaft der USA weiter an Fahrt gewinnen.

„Dies wird die längste Rally aller Zeiten“, sagt Parker in einem Interview mit Bloomberg TV. „Wenn man sich Konjunkturfaktoren, Unternehmensverhalten und Kreditzyklus ansieht, gibt es eine Menge Gründe für eine Fortsetzung. Es könnte bis 2020 weitergehen.“

Seiner Prognose zufolge wird der Benchmark-Index in diesem Jahr bis auf 2275 Punkte klettern, womit die Zahl der „Bullen-Jahre“ (also Jahre mit steigenden Kursen) dann auf sieben ansteigen würde. Am Freitag schloss der S&P-500-Index bei 2019,42 Zählern, der Montag war aufgrund eines Feiertages handelsfrei.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

In der Geschichte gab es bisher nur zwei Aufwärtsphasen mit einer längeren Dauer, wie aus Daten von Bloomberg News und Birinyi Associates hervorgeht. Dazu gehört der nahezu acht Jahre währende Bullenmarkt der 1990er Jahre.

Parkers Prognose für den Jahresendstand des S&P-500-Index liegt 1,9 Prozent über den 2233 Punkten, die 19 Strategen in einer Bloomberg-Umfrage erwarten.

Kommentare (1)

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Herr Andreas Glöckner

21.01.2015, 22:38 Uhr

...Buffet und Soros sind auch nicht mehr das, was sie mal waren...

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