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25.08.2015

15:42 Uhr

Aktien

Wie eine französische Bank vor dem Dax warnt

VonSara Zinnecker

Strategen der Société Générale warnen Anleger davor, in den deutschen Leitindex zu investieren. Kunden sollten lieber auf den Leitindex eines anderen Landes setzen – drei mal dürfen Sie raten, welches sie empfehlen.

Strategen der französischen Société Générale halten nichts von den deutschen Standardaktien. dpa

Dax

Strategen der französischen Société Générale halten nichts von den deutschen Standardaktien.

DüsseldorfDer erste Schock scheint überwunden. Am Morgen kann der deutsche Leitindex Dax die herben Verluste seit Freitag fast wieder hereinholen – und hat am Mittag die 10.000er-Marke wieder überschritten. Dennoch: Die Stimmung ist angeschlagen, Anleger weiter nervös. Börsianer spekulieren darüber, ob im Sog der China-Schwäche weitere Verluste drohen – und ob und wann sie aussteigen sollen.

Geht es nach der Société Générale, hätten Anleger bereits im Mai das Weite suchen sollen. „Switch out of the Dax“– zu Deutsch in etwa: „Wechseln Sie weg vom Dax (in andere Märkte)“, rieten sie Investoren damals. Am heutigen Dienstag – einen Tag nach dem Crash am deutschen Aktienmarkt – haben sie ihre Botschaft bekräftigt. „Fangen Sie nicht das fallende Messer auf“, heißt es diesmal.

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Der Dax rasselt kurzzeitig auf ein Jahrestief – die Talfahrt an den Börsen erinnert an den Crash in der Finanzkrise 2008. Doch es gibt auch Unterschiede, die Hoffnung machen.

So deutlich wie die Aktienstrategen der französischen Großbank hatte kaum einer zum Ausstieg aus deutschen Titeln aufgerufen. Am gestrigen „schwarzen Montag“, als der Dax zwischenzeitlich auf den neuen Jahrestiefstand von 9.338 Punkte fiel, sahen sich die Experten bestätigt.

Die schwärzesten Tage des Dax: 1989-2001

Was zeichnet einen Crash aus?

Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet. Die höchsten Verluste des Dax seither:

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

Die Strategen der Société Générale wollen gute Gründe dafür gefunden haben, dass Anleger mit dem Dax langfristig nicht glücklich werden. „Der deutsche Leitindex schneidet neuerdings im Vergleich zu anderen europäischen Leitindizes schlechter ab“, stellen sie fest. Und: „Nach zehn Jahren überdurchschnittlicher Entwicklung, glauben wir jetzt, dass der Dax künftig im europäischen Vergleich 'underperformen' wird.“ 'Underperformen' meint: schlechter abschneiden als andere Indizes.

Konkret heißt das: Auch die französischen Experten können sich zwar vorstellen, dass es der Dax auf die 12.000 Punkte bis Jahresende zurückschafft. Doch andere europäische Indizes dürften in ihren Augen deutlich stärker zulegen.

Kommentare (2)

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Herr Tom Schmidt

25.08.2015, 16:46 Uhr

Und wie sind jetzt die KGVs verteilt? Haben Sie dazu nichts geschrieben?

Herr Theo Lingen

25.08.2015, 16:49 Uhr

Endlich sieht der gemeine Franzose Licht am Ende des Tunnels!
Man kann ein Land um solche Experten nur beneiden.

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