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06.05.2011

14:20 Uhr

Thyssen-Aktie hebt ab

Aktionäre bejubeln die Stahlrevolution

Der neue Chef von Thyssen-Krupp baut den Stahlkonzern um. Die Pläne gehen weit über das hinaus, was erwartet worden war. Analysten sprechen von einer Revolution. Die Aktionäre sind begeistert, die Arbeitnehmer weniger.

Stahlarbeiter am Hochofen: Auch die Aktie von Thyssen-Krupp ist heißbegehrt. Quelle: dpa

Stahlarbeiter am Hochofen: Auch die Aktie von Thyssen-Krupp ist heißbegehrt.

FrankfurtDer Plan des neuen Vorstandschefs, Heinrich Hiesinger, den Stahlkonzern Thyssen-Krupp radikal umzubauen, sorgt für Begeisterung an der Börse. Der Aktienkurs legte am Freitag um neun Prozent auf 32,57 Euro zu.

Hiesinger hatte Ende Januar die Führung vom langjährigen Vorstandschef Ekkehard Schulz übernommen. Der 50-Jährige hatte umgehend angekündigt, alle Bereiche unter die Lupe zu nehmen. Jetzt gibt es Details. Der Manager will die Edelstahlsparte und weitere Bereiche mit einem Umsatz von insgesamt zehn Milliarden Euro abstoßen.

Die Pläne Hiesingers gehen weit über das hinaus, was erwartet worden war. „Weitere Schritte zum Umbau des Unternehmens waren von den Analysten zwar erwartet worden, aber sicherlich nicht in dem Ausmaß“, sagte ein Börsianer.

Die Analysten lobten die Pläne unisono. „Das ist eher eine Revolution als eine langsame Evolution, die wir erwartet hatten“, schrieb Analyst Michael Shillaker von Credit Suisse in einem Marktkommentar. Die jüngst bekanntgegebenen Maßnahmen würden einen bedeutenden Mehrwert für die Aktionäre des Stahlkonzerns schaffen.

Der Plan könnte kaum umfangreicher sein, meinte auch Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank. Einer der entscheidenden Schritte sei die Trennung von der Edelstahlsparte. Schachel stuft die Aktie mit „kaufen“ und einem Kursziel von 45 Euro ein.

Bislang verlief die Kursentwicklung in diesem Jahr nicht überragend. Die Aktie liegt trotz des heutigen Kurssprungs in etwa auf dem selben Stand wie am Jahresanfang. Die Optimisten werden sagen: Sie hat noch etwas aufzuholen. Die Skeptiker verweisen auf das nicht mehr ganz so günstige Kurs-Gewinn-Verhätnis (KGV). Das Unternehmen ist derzeit an der Börse mit dem 15-fachen des erwarteten Jahresgewinns bewertet. Zum Vergleich: Das KGV des Dax liegt bei 12. Je niedriger das KGV, desto günstiger erscheint eine Aktie.

Die Pläne betreffen nicht nur die Aktionäre, sondern auch Tausende Arbeiter. Für sie geht es um den Job. Die Arbeitnehmervertreter stehen den Plänen daher nicht ganz so begeistert, aber offenbar auch nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. „Es gibt gute Chancen, das in eine gute Richtung zu bringen“, sagte ein Mitglied des Aufsichtsrats der Edelstahlsparte der Nachrichtenagentur Reuters. Es müsse aber eine Standort- und Beschäftigungssicherung geben. Darüber werde nun verhandelt. Konzernbetriebsratschef Thomas Schlenz äußerte sich ebenfalls vorsichtig: „Verkäufe sind nie schön für uns, wir werden die Pläne jetzt mit aller Vernunft prüfen“, sagte er in einem vorab veröffentlichten Bericht der „WAZ“. Die Pläne betreffen rund 35.000 der fast 180.000 Mitarbeiter.

Kommentare (1)

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loom

06.05.2011, 16:41 Uhr

Gut für die Aktionäre und schlecht für die Mitarbeiter. Es ist schade, dass eine Sparte, die teilweise Milliarden Gewinne erwirtschaftet hat, für das Missmanagment bei der Projektierung von Alabama und Brasilien herhalten muss...

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