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18.11.2011

13:30 Uhr

15 Jahre Telekom-Börsengang

Die verflixte Volksaktie

VonJan Guldner

Vor 15 Jahren ging die Deutsche Telekom an die Börse. Die T-Aktie sollte die Deutschen zu einem Volk von Aktionären machen, doch sie wurde ein Reinfall. Und eine neue Börsenstory ist nicht in Sicht.

Die T-Aktie hat die Erwartungen der Anleger enttäuscht. dapd

Die T-Aktie hat die Erwartungen der Anleger enttäuscht.

DüsseldorfWenige Monate vor dem Börsengang der Deutschen Telekom bekam der damalige Vorstandsvorsitzende Ron Sommer den Deutschen Kommunikationspreis 1996. Hätte er die Auszeichnung im November nicht schon in der Tasche gehabt, er hätte ihn nachträglich noch einmal bekommen müssen. Denn wie es der Manager schaffte, einem Volk von Aktienmuffeln sein Telekom-Papier schmackhaft zu machen, war ein wahres PR-Meisterstück.

„Der Spiegel“ schrieb im November 1996 in der Titelgeschichte „Testfall Telekom“, die Deutschen hätten bis dahin monatlich 7 Mark für Bananen ausgegeben – aber nur 1,22 Mark für Aktien. Das sollte sich jetzt ändern, die Deutschen zum Aktionärsvolk werden. Die Euphorie war riesig: Monatelang wurde auf allen Werbekanälen für die T-Aktie getrommelt. So schaffte es Sommer, dass das Papier zur ersten wahren Volksaktie wurde. 1,9 Millionen Privatanleger stiegen ein, 713 Millionen Aktien wurden ausgegeben. Die Telekom wäre auch die fünffache Menge losgeworden. Aber auch so konnten sich Vorstandschef Ron Sommer  und der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel über sich und das Unternehmen über jede Menge frisches Kapital freuen: Rund 10 Milliarden Euro spülte der Börsengang in die Kassen.

Der Star der damaligen Werbekampagne war der Tatort-Kommissar Manfred Krug. Dass er sich kaum zehn Jahre später in einem Interview mit dem „Stern“ bei allen Käufern entschuldigen und seine Werbeauftritte als größten beruflichen Fehler bezeichnen würde, konnte damals keiner ahnen. Für Käufer der Aktie, Kleinanleger wie institutionelle Investoren, war ohnehin nur eine Frage entscheidend: Gelingt es Ron Sommer aus der ehemaligen Behörde mit all seinen Beamten und den angestaubten Strukturen ein profitables Privatunternehmen zu machen? Denn auch für die Privatisierung einer Behörde war die Telekom ein Testfall.

Die Antwort schien zunächst positiv auszufallen. Zu Beginn lief es für das ehemals staatliche Telekommunikationsunternehmen auf dem Parkett perfekt. Am ersten Handelstag sprang der Kurs vom Einstiegspreis 28,50 Mark zunächst auf 33 Mark. Die anfänglichen Querelen um die neue Tarifpolitik des Telekommunikations-Monopolisten belasteten den Kurs nicht.

Kommentare (14)

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zarakthuul

18.11.2011, 13:44 Uhr

Wer seit Anfang an dabei ist, hat seit 1999 7,31€ pro Aktie an Dividenden erhalten.
So schlecht ist das nun auch wieder nicht.
Bitte diesen Aspekt nicht ausser Acht lassen.

Dividendenrechner

18.11.2011, 13:53 Uhr

An zarakthuul:

Und er hat womöglich um die Jahrtausendwende herum bis zu 150€ für die Aktie bezahlt - rechnen Sie bitte das Verhältnis aus und teilen es durch die seitdem vergangenen Jahre. Das Ergebnis ist grottenschlecht. :-)

Account gelöscht!

18.11.2011, 13:59 Uhr

Soll man nun auch VW verklagen, weil die Aktie einmal über 1000€ wert war ?
Ich glaube nicht...

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