Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.06.2014

16:38 Uhr

300 Millionen neue Anteilsscheine

Preis für neue Deutsche-Bank-Aktien steht fest

Der milliardenschweren Kapitalerhöhung der Deutschen Bank steht nichts mehr im Weg. Die Bezugsrechte sollen ab Freitag gehandelt werden. Die Bank streicht mehr ein, als sie zunächst erwartet hatte.

Zentrale der Deutschen Bank: Das Unternehmen polstert die Kapitaldecke auf. Eine wichtige Formalie ist jetzt erledigt. dpa

Zentrale der Deutschen Bank: Das Unternehmen polstert die Kapitaldecke auf. Eine wichtige Formalie ist jetzt erledigt.

FrankfurtDie Deutsche Bank startet mit ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung, um mit dem frischen Geld die Konkurrenz bei der Finanzausstattung einzuholen oder zu übertreffen. Das Institut gibt fast 300 Millionen neue Aktien zum Preis von je 22,50 Euro aus. Für jeweils 18 Aktien können Aktionäre fünf neue Papiere kaufen.

Die Bezugsrechte für die Aktien sollen ab Freitag an der Börse gehandelt werden können. Der Preis für die frischen Aktien ergibt nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters einen Abschlag von 21 Prozent auf den um den Wert der Bezugsrechte bereinigten Aktienkurs. Damit musste die Deutsche Bank keinen sehr großen Rabatt gewähren – die Commerzbank hatte im vergangenen Jahr bei einer Kapitalerhöhung 38 Prozent Nachlass gegeben. Zuletzt hatten Anleger mit einem Preis von 21 bis 21,50 Euro kalkuliert.

So funktioniert die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank

Preis

Der Preis für die neuen Aktien liegt etwa 20 Prozent unter dem um den Wert der Bezugsrechte bereinigten Kurs. Zum Vergleich: Die Commerzbank hatte bei einer ähnlichen Transaktion im vergangenen Jahr einen fast doppelt so hohen Rabatt gewähren müssen.

Bezugsrechtehandel

Die Bezugsrechte werden ab Freitag, 5. Juni 2014, gehandelt. Sobald das geschieht, verringert sich der Aktienkurs um den Wert der Bezugsrechte.

Zeitplan

Für je 18 Aktien in ihrem Depot dürfen Deutsche-Bank-Aktionäre fünf frische Aktien erwerben. Die Bezugsrechte können an andere Anleger bis zum 20. Juni verkauft werden. Wer sich entscheidet, seine Bezugsrechte auszuüben, erhält die Anteilsscheine voraussichtlich am 25. Juni in sein Depot gebucht.

Mitziehen oder nicht?

Wenn ein Alt-Aktionär an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchte, muss er dies seiner Bank aktiv mitteilen. Zieht er mit, bleibt der eigene Anteil am Grundkapital der Deutschen Bank stabil.

Zieht er nicht mit, wird der eigene Anteil „verwässert“, das heißt, der relative Anteil an der Bank schrumpft, weil es insgesamt mehr Aktien gibt. Das spielt dann eine Rolle, wenn die Bank ihre Dividende ausschüttet. Die wird über alle Aktien gleichmäßig verteilt.

Dividende

Die neuen Aktien der Deutschen Bank sind rückwirkend ab dem 1. Januar 2014 dividendenberechtigt.

Die frischen Aktien sollen Aktionären am 25. Juni ins Depot gebucht werden, wenn sie sich für den Kauf entscheiden. Insgesamt sammelt die Bank 8,5 Milliarden Euro ein: 1,75 Milliarden Euro spült der exklusive Anteilsverkauf an den Scheich von Katar in die Kasse, weitere 6,75 Milliarden kommen aus der öffentlichen Platzierung – das sind einige Hundert Millionen Euro mehr als zunächst geplant. Die begleitenden Investmentbanken hatten die Emission der Bank garantiert.

Mit dem Geld wollen die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die bislang vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufpolstern und im Investmentbanking angreifen – insbesondere im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen, aus dem sich derzeit viele europäische Rivalen wegen der hohen regulatorischen Hürden zurückziehen. Die Deutsche Bank sieht hier aber die einmalige Chance, in die Weltspitze vorzustoßen und den US-Größen an der Wall Street die Stirn zu bieten.

Die Bank ist allerdings schwach ins zweite Quartal gestartet. Im 839 Seiten starken Prospekt zur Kapitalerhöhung berichtet das Unternehmen, dass das Kerngeschäft Investmentbanking auch im April und Mai noch nicht wieder angezogen habe. Insbesondere im Anleihehandel dürften die Einnahmen ähnlich stark gesunken sein wie im Auftaktquartal. Die Kunden hielten sich zurück. Die interne „Bad Bank“, in der die Bank nicht-strategisches Geschäft bündelt, habe ihren Vorsteuerverlust aber reduzieren können.

Kapitalerhöhung: Deutsche Bank holt sich Scheich ins Boot

Video: Kapitalerhöhung: Deutsche Bank holt sich Scheich ins Boot

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Ein Teil der Einnahmen dürfte nach Einschätzung von Experten jedoch auch dafür benötigt werden, um bei den schwelenden Rechtsstreitigkeiten auf der sicheren Seite zu sein. Das war bei Anlegern zuletzt auf deutliche Kritik gestoßen. Große Fondsgesellschaften haben aber signalisiert, bei der Kapitalerhöhung mitzuziehen, um ihre Anteile nicht allzu sehr verwässern zu lassen.

Am Vortag hatte es Verzögerungen bei der Kapitalerhöhung gegeben. Zunächst musste der Einstieg des neuen Großaktionärs aus Katar ins Aktienregister eingetragen werden. Das Registergericht Frankfurt gab am Donnerstagmorgen grünes Licht. Hintergrund der Verzögerung: Auch der neue Großaktionär will seine Bezugsrechte bei der öffentlichen Platzierung wahrnehmen.

Die Aktie der Deutschen Bank notierte am Mittag 1,3 Prozent im Minus bei 29,33 Euro und war damit Tagesverlierer im Deutschen Aktienindex Dax.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.06.2014, 12:31 Uhr

Man muß kein Hellseher sein. Das Karussell für alle Zocker wird in Kürze geöffnet.

Account gelöscht!

05.06.2014, 14:26 Uhr


Es hat nie aufgehört sich zu drehen. Bezahlt vom Steuerzahler und den Aktionären.
Es ist schon erbärmlich, wie die verantwortlichen der Deutschen Bank versuchen mit allen Mitteln zusätzliches Geld zu erhalten. Geld, ohne dass sie längst pleite oder übernahmereif wären. Geld, dass man durch konsequentes Betrügen im Markt und deren rechtliche Folgen daraus verschleudert hat. Geld, das im Grunde des Aktionären zusteht. Die aber werden zusätzlich noch betrogen, indem man immer neue Anteilscheine ausgibt. Irgendwann sehen die Aktien dann aus, wie zu Zeiten der Brüningschen Notverordnungen: man streicht einfach mal eine Null o. ä. hinten und dann wird der wahre Wert mit € 4 oder 5 angezeigt. Das würde auch viel Aufwand und noch mehr Emissionskosten sparen und ist ehrlicher.
Ach ja, Ehrlichkeit gehört ja nachgewiesenermassen nicht zu den Firmenregeln der Deutschen Bank.
Sonst würde man auch hingehen und diesen Loosern ihre Gehälter zusammenstreichen - über Bonus und Co braucht man gar nicht erst zu reden.
Als Aktionär kann man nur wütend zu sehen, wie ein ehemals großes Finanzinstitut durch Nichtskönner und Versager runtergewirtschaftet wird. Und ist die Deutsche Bank dann erstmal Geschichte, zieht die Karawane der Unfähigen weiter in das nächste Unternehmen - Middelhoff lässt grüßen !



Account gelöscht!

05.06.2014, 14:41 Uhr

Diese Bank wird durch die Aktienverwässerung weiter viel
Geld einnehmen. Sollte sie für ein mögliches Unterlaufen
des amerikanischen Embarkos gegenüber dem Iran verurteilt
werden, eine Überprüfung findet zur Zeit laut Medienberichten in den USA statt,
dann könnte eine angekündigte Strafe wie bei einer französichen Großbank anstehen. Sie wird ev. 10 Mrd. Dollar als Strafe bezahlen müssen. Ob bei solch einer ähnlichen Strafe in dieser Höhe viel Freude bei den Aktionären aufkommt, möchte ich bezweifeln.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×