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08.11.2011

17:50 Uhr

Aareal-Aktie auf Höhenflug

Die gute Bank aus Deutschland

Die Aktien der Areal Bank schnellen dank guter Geschäftszahlen in die Höhe. Ihre Jahresziele hat die Bank schon jetzt erreicht. Analysten sind voll des Lobes und empfehlen die Aktie mit hohen Kurszielen zum Kauf.

Dank überraschend guter Geschäftszahlen schnellt die Aktie der Aareal Bank in die Höhe. Aareal Zentrale Wiesbaden

Dank überraschend guter Geschäftszahlen schnellt die Aktie der Aareal Bank in die Höhe.

DüsseldorfEs gibt nur wenige Banken, die im Moment Gutes zu berichten haben. Kursverluste am Aktienmarkt, Abschreibungen auf Staatsanleihen, höhere Kapitalanforderungen belasten die Mehrheit der Institute.

Nicht so die Aareal Bank. Das Institut profitiert weiter vom schwachen Wettbewerb in ihrem Kerngeschäft mit Immobilienfinanzierungen. Im dritten Quartal steigerte die Bank ihr Betriebsergebnis um 42 Prozent auf 47 Millionen Euro und verdiente damit mehr als von Analysten erwartet. Unter dem Strich und nach Abzug der Zinsen für die SoFFin-Einlage lag der Gewinn bei 24 Millionen Euro nach zehn Millionen vor einem Jahr, wie das Wiesbadener Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Betriebsgewinn stieg um 42 Prozent auf 47 Millionen Euro.

Die Aktien des Immobilienfinanzierers schossen nach Vorlage der Zahlen nach oben und kosteten zum Börsenschluss 14,31 Euro. Damit lag die Aktie 11,8 Prozent über dem Schlussstand vom Vortag. Im Jahresverlauf hatte das Papier bis Juli Gewinne verzeichnet. Danach hatte die Euro-Schuldenkrise das Papier zunehmend belastet. Doch fundamental steht die Aareal Bank deutlich besser da als viele andere Finanzkonzerne: Sie hat keine griechischen Staatsanleihen im Portfolio und muss damit auch keine Abschreibungen schultern, die etlichen Konkurrenten zuletzt die Bilanz verhagelten. Positiv wirkte sich auch die Erholung auf den gewerblichen Immobilienmärkten aus. Ab September zog der Kurs wieder an.

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Um sich für eine Zuspitzung der europäischen Staatsschuldenkrise zu wappnen, hat der Immobilienfinanzierer im dritten Quartal zudem einen Teil seiner italienischen Staatsanleihen aus dem Portfolio geworfen und nahm dabei auch Verluste in Kauf, wie Vorstandschef Wolf Schumacher und Finanzchef Hermann Josef Merkens am Dienstag erläuterten. Aareal halte nun noch Italien-Bonds im Volumen von 1,2 Milliarden Euro, Ende September
waren es noch 1,6 Milliarden.

Zwar sei Italien ein reiches Land, sagten Merkens und Schumacher. Doch lasse sich derzeit kaum abschätzen, ob die Regierung die Schulden in den Griff bekomme. Angesichts der instabilen politischen Lage wird es für das südeuropäische Land immer teurer, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Die Aareal Bank wendet sich auch von anderen Schuldenländern ab: Spanische und irische Staatsanleihen hält das Wiesbadener Institut ebenso wie Papiere aus Griechenland überhaupt nicht mehr.

Bereits in der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 hatte sich die Bank deutlich besser gehalten als viele Konkurrenten. Schneller als seine Mitbewerber konnte das Institut die Krise schnell hinter sich lassen und hat bereits einen Teil der Staatshilfen zurückgezahlt, die es in der Krise als Schutz vor den Verwerfungen in Anspruch nahm. Insgesamt hatte die Bank 525 Millionen Euro Kapital aus dem Bankenrettungsfonds SoFFin erhalten, davon hat sie bereits 225 Millionen Euro zurückgegeben.

Für die Rückzahlung der verbliebenen stillen Einlagen von 300 Millionen sieht Bankchef Schumacher keinen Zeitdruck. Angesichts der zunehmenden Risiken in der Finanzwelt will er vorerst lieber auf der sicheren Seite bleiben.

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