Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.07.2013

09:49 Uhr

Abgestürzte Aktien

Die Verliererwette

VonJörg Hackhausen

Commerzbank, RWE, Salzgitter – nur drei von vielen Aktien, die zuletzt enttäuscht haben. Sollen Anleger solche Wertvernichter aus dem Depot werfen? Oder jetzt erst recht kaufen? Wir fragen zwei unerschrockene Investoren.

Die Letzten werden die Ersten sein - vielleicht nicht beim Pferderennen, aber an der Börse klappt das manchmal. Getty Images

Die Letzten werden die Ersten sein - vielleicht nicht beim Pferderennen, aber an der Börse klappt das manchmal.

DüsseldorfAuf den ersten Blick sieht alles nach einem guten Börsenjahr aus: Der Dax hat ein neues Allzeithoch aufgestellt. Noch stärker als die Schwergewichte haben die Aktien aus MDax und TecDax gewonnen. Nur leider gibt es trotzdem viele Aktionäre, die absolut frustriert sind. Auf der Liste der schlechtesten Aktien in diesem Jahr stehen etwa Commerzbank, Salzgitter oder RWE.

Was sollen Anleger mit den Minderleistern anfangen? Verkaufen – und damit dem Grauen ein Ende setzen? Das werden die meisten Experten raten, damit die Verluste nicht aus dem Ruder laufen. Doch wie immer gibt es eine Ausnahme von der Regel. Die lautet in einzelnen Fällen: Jetzt erst recht kaufen! 

Wir haben uns die Verliereraktien im Einzelnen angeschaut – zwei Investoren haben dabei geholfen: Max Otte, aktiver Investor und Wirtschaftsprofessor aus Köln. Und Hendrik Leber, Vermögensverwalter in Frankfurt. Die beiden Investoren sind Schnäppchenjäger. Ihre Strategie ist besser bekannt als „Value Investing“ (Value, zu Deutsch: Wert). Vereinfacht gesagt geht es darum, solche Aktien zu identifizieren, die zu Unrecht abgestraft wurden, die in Wahrheit mehr wert sind, als der Markt meint. Wer dazu nicht die Nerven oder das nötige Spielgeld hat, sollte es am besten gleich lassen. Alle anderen dürfen ein wenig spekulieren.

Die schlechtesten Aktien 2013 - aus Dax, MDax, TecDax

K+S

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -46,4 Prozent
Dividendenrendite: 6,9 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 7,2
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 6,4
Marktkapitalisierung: 3,6 Milliarden Euro

Commerzbank

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -38 Prozent
Dividendenrendite: 0 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,2
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: negativ
Marktkapitalisierung: 6,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters, Stand: 15.07.2013

Salzgitter

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -32,5 Prozent
Dividendenrendite: 0,9 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: negativ
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 4,3
Marktkapitalisierung: 1,6 Milliarden Euro

Lanxess

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -29,8 Prozent
Dividendenrendite: 2,1 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14,8
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 5,5
Marktkapitalisierung: 3,6 Milliarden Euro

SGL Carbon

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -26,8 Prozent
Dividendenrendite: 0,7 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: negativ
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 37,8
Marktkapitalisierung: 1,5 Milliarden Euro

RWE

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -28,1 Prozent
Dividendenrendite: 8,9 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,6
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 2,2
Marktkapitalisierung: 13,6 Milliarden Euro

Aurubis

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -25,2 Prozent
Dividendenrendite: 3,2 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,9
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 6,2
Marktkapitalisierung: 1,7 Milliarden Euro

Stratec Biomedical

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -24,2 Prozent
Dividendenrendite: 2,1 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,3
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 30
Marktkapitalisierung: 378 Millionen Euro

Südzucker

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -21,4 Prozent
Dividendenrendite: 3,7 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,4
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 6,1
Marktkapitalisierung: 5 Milliarden Euro

Dialog Semiconductor

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -19,3 Prozent
Dividendenrendite: 0 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,6
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 10,3
Marktkapitalisierung: 694 Millionen Euro

RWE - Viel Geduld nötig
Der Energiekonzern ist ein echter Härtefall. Schon viele Anleger haben damit Geld verbrannt. Seit Jahren befindet sich die Aktie auf Talfahrt, in diesem Jahr hat sie schon wieder rund 30 Prozent verloren. Die Gründe sind schnell erklärt: Das Unternehmen hat sich nicht rechtzeitig auf die Energiewende – weg vom Atomstrom – eingerichtet. Nun muss ein neues Geschäftsmodell her.

Trotzdem halten unsere beiden Experten die Aktie nicht für einen hoffnungslosen Fall. „Natürlich kämpfen RWE und Eon aufgrund der regulatorischen Bedingungen um ihr Geschäftsmodell. Letztlich haben sie aber ein legitimes Geschäft“, sagt Max Otte. Er traut der RWE-Aktie einen Anstieg von 70 bis 100 Prozent zu. Allerdings nicht heute und auch nicht morgen. So sieht es auch Vermögensverwalter Hendrik Leber: „RWE wird in zehn Jahren verehrt werden. Nur die Jahre bis dahin werden etwas anstrengend sein.“ Auf kurze Sicht dürften Anleger wenig Freude haben. Nicht ausgeschlossen, dass der Konzern im kommenden Jahr die Dividende kürzen muss.

K+S - Unentbehrlich für die Landwirtschaft
Jahrelang ging es für K+S nur nach oben. Das Unternehmen steigerte den Umsatz in den vergangenen zehn Jahren um 73 Prozent und den Gewinn um 550 Prozent. Parallel dazu stieg die Aktie des Salz- und Düngemittelherstellers. Sie hat ihren Wert im selben Zeitraum nahezu versiebenfacht. In den vergangenen zehn Jahren gab es keine erfolgreichere Aktie im Dax. Der Grund dafür ist ein Megatrend: Je schneller die Weltbevölkerung wächst, desto größer ist der Bedarf an Nahrungsmitteln. Dabei kommen Düngemittel von K+S zum Einsatz.

Allerdings ist auch dieses Geschäft nicht unabhängig von Konjunkturschwankungen, wie sich jetzt zeigt. Die Kalipreise sind weltweit unter Druck geraten, weil die Nachfrage aus China und Brasilien nachgelassen hat. Das macht sich beim Kurs bemerkbar: Minus 22 Prozent in diesem Jahr. Damit notiert die Aktie so tief wie seit Jahren nicht mehr. Wenn man der Meinung ist, dass die Nachfrage nach Dünger künftig wieder anzieht, könnte der Zeitpunkt zum Einstieg günstig sein. „K+S ist für die Landwirtschaft unentbehrlich“, meint Leber.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

verlag@baehring.at

16.07.2013, 11:04 Uhr

Das kommt davon wenn man bei der Börsenralley nicht genau genug die Ausgabe von "mein Ponyhof" studiert hat in welcher das Pferd drinne war auf das man gesetzt hat.

Cahrles Bukowski rät: Nur Außenseiter versprechen Gewinne.

Account gelöscht!

17.07.2013, 09:51 Uhr

...............................
EMPFEHLUNGEN MIT VERFALLSDATUM
...............................
..
frei nach dem motto..
"was interessiert mich meine analyse
von gestern !"
..
werden aktien erst zum verkauf - zum
halten - und dann zum kaufen - dekla-
riert..
..
so geschehen mit der HEIDELDRUCK AG -
vor 1 jahr noch pleitekandidat und
jetzt auf der kaufliste der meisten
analysten..
..
inzwischen ist sogar eine us-gross-
bank mit 6% anteilseigner..
..
ziel der meisten empfehlungen ist
doch umsatz zu generieren, sowohl
vk als auch kauf..
..
so werden provisionen fällig und
da lacht das herz eines jeden...!!
..

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×