Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2007

18:15 Uhr

Absatz

Studie: 3,7 Milliarden Liter Treibstoff-Einsparungen möglich

Die Festlegung des CO2-Ausstoßes bei Kraftfahrzeugen auf einen Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer würde europaweit eine Treibstoff-Einsparung von rund 3,7 Mrd. Liter jährlich ergeben. Bei einem Wert von 140 Gramm CO2 läge der Spareffekt bei 1,9 Mrd.

dpa-afx BOCHUM. Die Festlegung des CO2-Ausstoßes bei Kraftfahrzeugen auf einen Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer würde europaweit eine Treibstoff-Einsparung von rund 3,7 Mrd. Liter jährlich ergeben. Bei einem Wert von 140 Gramm CO2 läge der Spareffekt bei 1,9 Mrd. Liter, sagte der Gelsenkirchener Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer am Mittwoch beim "7. Internationalen Car-Symposium" in Bochum. In der Diskussion um eine Senkung des Schadstoffausstoßes von Autos hat sich EU-Umweltkommissar Stavros Dimas für eine EU-weite Emissionsobergrenze von 120 Gramm im Jahr 2012 ausgesprochen.

"Die Reduzierung von CO2 ist die größte Herausforderung für die Automobilindustrie in den nächsten zehn Jahren", sagte Dudenhöffer. Um auch nur das von der Branche für das Jahr 2008 selbst gesetzte Ziel von 140 Gramm CO2 pro Kilometer zu erreichen, müsse der durchschnittliche Verbrauch bei Benzin-Fahrzeugen auf 5,8 Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden, bei Diesel-Fahrzeugen sogar auf 5,1 Liter.

Nach Berechnungen der von der Fachhochschule Gelsenkirchen unter der Regie von Dudenhöffer vorgelegten Studie liegt der Durchschnittsausstoß der von den europäischen Autoherstellern verkauften Fahrzeuge derzeit bei 161,4 Gramm je Kilometer. Umgerechnet auf die verkaufte Modellpalette der einzelnen Automarken erfüllten derzeit nur smart und Fiat die Vorgabe von 140 Gramm. Mit einem Ausstoß von 157 und 161 Gramm lägen Hersteller wie Opel und Volkswagen im Mittelfeld. Am unteren Ende der Skala rangierten Hersteller wie Porsche (297 Gramm), Land Rover (253 Gramm) und Chrysler (241 Gramm).

Zur Durchsetzung niedriger Grenzwerte setzte sich Dudenhöffer für die Einführung handelbarer Emissionszertifikate nach dem Vorbild der energieintensiven Industriezweige ein. Bei einem solchen Modell stünden nach den Berechnungen des Instituts Preissenkungen beim Verkaufspreis von Kleinwagen wie dem smart von 720 Euro kräftigen Aufschlägen bei hochmotorisierten Luxusautos wie dem Ferrari 612 Scaglietti von 10 020 Euro gegenüber. "Kein Automobilhersteller würde mit diesen Preisen Schiffbruch erleiden", sagte Dudenhöffer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×