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26.06.2014

18:55 Uhr

Actionkamera-Anbieter

Starkes Börsendebüt für Actionkamera-Anbieter GoPro

Vor gut einem Jahrzehnt wollte sich ein Kalifornier selber beim Surfen filmen. Am Ende startete er die Produktion von Videokameras für Sportler. Jetzt geht GoPro an die Börse und ist Milliarden wert.

Besonders unter Sportlern erfreuen sich die Kameras großer Beliebtheit. Reuters

Besonders unter Sportlern erfreuen sich die Kameras großer Beliebtheit.

San MateoDie für ihre Hero-Actionkameras bekannte US-Firma GoPro ist mit einem kräftigen Kursplus an der Börse gestartet. Die Aktie legte in den ersten Handelsstunden am Donnerstag um rund 30 Prozent auf gut 31 Dollar zu. GoPro hatte bei dem Börsengang 427 Millionen Dollar (313 Millionen Euro) eingenommen, die zur Hälfte an das Unternehmen und an einige Alteigentümer gehen. GoPro will mit dem Geld unter anderem Schulden zurückzahlen.

Ausgehend aus den insgesamt gut 125,74 Millionen Aktien, die GoPro in seinem Börsenprospekt aufführt, ergibt sich ein Unternehmenswert von rund 3,9 Milliarden Dollar. Die Kalifornier waren die angebotenen Anteilsscheine mit einem Ausgabepreis von 24 Dollar bereits am oberen Ende der anvisierten Preisspanne losgeworden.

Die Hero-Kameras erfreuen sich besonders unter Sportlern großer Beliebtheit. Die kleinen, robusten Geräte lassen sich beispielsweise an Helmen befestigen und nehmen Videos oder Fotos in voller Fahrt auf. Im vergangenen Jahr verdoppelte sich der Umsatz des Unternehmens nahezu auf rund eine Milliarde Dollar und der Gewinn auf 61 Millionen Dollar. GoPro verkaufte 3,8 Millionen HD-Kameras.

Der Kameramarkt in Deutschland

Der Absatz sinkt

Es wird zwar so viel fotografiert wie nie, trotzdem sinkt der Absatz von Digitalkameras: 2012 waren es nach Angaben von Statista 7,9 Millionen Stück, rund 700.000 weniger als im Vorjahr. Weil Smartphones passable Bilder liefern, kaufen sich immer weniger Menschen eine Kompaktkamera.

Höhere Preise

Der Durchschnittspreis stieg zuletzt von 206 auf 233 Euro – die Branche verkauft weniger, dafür aber hochwertigere Geräte.

Spiegelreflexkameras sind gefragt

Hochwertige Geräte sind dagegen weiter gefragt. 2012 verkauften die Hersteller nach einer Prognose von Statista 980.000 Spiegelreflex- sowie 180.000 Systemkameras. Der Umsatz mit diesen Geräten stieg von 674 Millionen auf 720 Millionen Euro.

Objektive als Zusatzgeschäft

Mit Wechselobjektiven machen die Kamera- und Zubehörhersteller ein nettes Zusatzgeschäft. Der Absatz stieg auf 1,72 Millionen Stück, der Umsatz legte leicht auf 500 Millionen Euro Umsatz zu.

Fast jeder hat eine Kamera

Digitalkameras sind längst etwas für die Masse: 2011 gab es laut Statista in 71 Prozent aller deutschen Haushalte ein Gerät. Heute dürften es noch mehr sein.

Canon vor Nikon

Unter den Kamerabesitzern in Deutschland ist Canon die beliebteste Marke, 14,4 Prozent nennen den japanischen Hersteller. Auf den Plätzen 2, 3 und 4 folgen Nikon (9,4 Prozent), Sony (8,8 Prozent) und Kodak (8,5 Prozent).

Gründer und Chef Nicholas Woodman ist der starke Mann bei GoPro mit 49 Prozent der Stimmrechte. Unter den weiteren Anteilseignern ist neben Finanzinvestoren auch der chinesische Auftragsfertiger Foxconn, der vor allem als Hersteller von Apple-Geräten bekannt ist. Für die Leitung des operativen Geschäfts holte sich GoPro kurz vor dem Börsengang den ehemaligen Skype-Chef Tony Bates, der zuletzt bei Microsoft arbeitete.

Woodman hatte GoPro vor gut zehn Jahren gestartet, nachdem er sich selber beim Surfen filmen wollte und von den verfügbaren Kameras enttäuscht war. Er und seine Frau finanzierten die Firma der Legende nach zunächst unter anderem mit dem Verkauf von Muschel-Halsbändern und Gürteln. Die erste Version der Kameras lief noch mit analogem Film.

Von

dpa

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