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10.07.2014

10:45 Uhr

Adidas-Aktie

Der Ball rollt, der Rubel nicht

Adidas ist schon vor dem Finale Fußball-Weltmeister: Der deutsche Sportartikelkonzern rüstet Deutschland und Argentinien aus. Doch der Erfolg ist für Adidas bisher eine brotlose Kunst. Die Aktie ist ein Trauerspiel.

Börse am Mittag

Börsenvorhersage: Sponsert Adidas jetzt Manchester United?

Börse am Mittag: Börsenvorhersage: Sponsert Adidas jetzt Manchester United?

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Am Sonntag spielt Deutschland im Finale der Fußballweltmeisterschaft gegen Argentinien. Adidas kann es recht egal sein, wer den Titel der besten Mannschaft der Welt nach Hause nimmt. Denn beide Mannschaften tragen die legendären drei Streifen auf ihren Schultern.

Die Fußball-WM ist für Adidas damit ein voller Erfolg - sollte man meinen. Doch beim Aktienkurs ist davon noch nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil: Am Mittwoch fiel die Adidas-Aktie auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten. Innerhalb eines Jahres hat die Adidas-Aktie fast 15 Prozent an Wert verloren – obwohl Adidas vor „der kommerziell erfolgreichsten“ WM aller Zeiten stehe, wie Konzernchef Herbert Hainer betonte. Im Donnerstagshandel konnte sich die Aktie wieder etwas fangen und 0,7 Prozent zulegen.

Wieso ist von der WM-Euphorie nichts beim Aktienkurs zu spüren? Dafür gibt es mehrere Gründe: Ein möglicher Einstieg bei Manchester United als Sponsor sorgte am Mittwoch für einen fallenden Aktienkurs. Anleger schauen hier wohl auf die nackten Zahlen. „Der mögliche Einstieg bei Manchester United würde zu steigenden Marketingkosten führen, zudem ist die Gewinndynamik bei Adidas schwach“, sagte Analyst Jörg Frey von Warburg Research.

Die Franken könnten einem Insider zufolge auf einen Sponsorenvertrag bei dem traditionsreichen Fußball-Klub hoffen. Der US-Rivale Nike werde seinen Ausrüster-Kontrakt mit dem zwanzigfachen englischen Meister aus Kostengründen nicht erneuern, sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter am Dienstag.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Ein weiterer Grund ist schlicht der Rivale Nike. Allein die Stärke des US-Konkurrenten lässt Anleger am Erfolg des deutschen Sportkonzerns zweifeln. Nike-Chef Mark Parker zeigte sich im Handelsblatt-Interview selbstbewusst: „Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind wir im Fußball um 21 Prozent gewachsen. Ich verspreche Ihnen, das wird so weitergehen im nächsten Jahr.“ „Das klingt wie eine Kampfansage an Adidas in ihrem Brot- und Buttergeschäft und drückt auf den Kurs“, sagte ein Händler.

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