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12.11.2014

09:16 Uhr

Adidas

Weit entfernt von Weltmeisterform

Quelle:Börse am Sonntag

Die Adidas-Streifen waren überall zu sehen, als Deutschland Fußballweltmeister wurde. Dennoch hapert es beim Sportartikelhersteller. Die Aktien schmieren ab. Analysten raten dennoch zum Kauf – allerdings nicht jedem.

Vier Sterne auf der Brust, fast vierzig Prozent in der Miese. Obwohl Deutschland Weltmeister ist, rauschen Adidas-Aktien in den Keller. Reuters

Vier Sterne auf der Brust, fast vierzig Prozent in der Miese. Obwohl Deutschland Weltmeister ist, rauschen Adidas-Aktien in den Keller.

Für das fränkische Traditionsunternehmen Adidas fällt das Fazit der ersten neun Monate dieses Jahres sehr durchwachsen aus. Die jüngst veröffentlichten Zahlen fürs dritte Quartal weisen trotz steigender Umsätze erneut einen Gewinnrückgang aus. Der Kurs der Adidas-Aktie verfällt, und kein Ende scheint in Sicht. Notierte das Papier Anfang 2014 noch bei einem Wert von knapp 93 Euro, ist die Adidas-Aktie jetzt für rund 60 Euro zu haben. Ist nun der richtige Zeitpunkt zum Einstieg oder sollte man den Griff ins berühmte fallende Messer tunlichst vermeiden?

Zwar wurden einige Schwarzmaler unter den Experten in ihren allzu negativen Erwartungen nicht bestätigt. Doch als Erfolg kann man die aktuellen Quartalszahlen von Adidas nun wahrhaft nicht bezeichnen. Abermals sank der Gewinn-diesmal um elf Prozent auf 282 Millionen Euro. Auch das Betriebsergebnis lieferte mit einem Rückgang von 12,7 Prozent auf 405 Millionen Euro eine Enttäuschung. Immerhin ging es für den Umsatz, der ein Plus von 6,2 Prozent auf 4,12 Milliarden Euro verzeichnen konnte, bergauf.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

„Nach wie vor sehen wir uns mit beträchtlichen Herausforderungen in unserem Golfgeschäft, einer schwachen Verbraucherstimmung in Russland und ungünstigen Währungsbewegungen konfrontiert“, begründete Vorstandschef Herbert Hainer das schwache Ergebnis. Als Konsequenz auf die Russlandkrise fährt der fränkische Weltkonzern seine Expansion dorthin deutlich zurück. Weil der Rubel gegenüber dem Euro immer mehr an Wert verliert und die russischen Kunden angesichts der Wirtschaftskrise nicht mehr so stark in die Läden strömen, sollen im für Adidas drittwichtigsten Markt mit jeweils 30 zusätzlichen Geschäften in diesem und im kommenden Jahr weitaus weniger neue Warenhäuser eröffnet werden als bislang geplant.

Dennoch glaubt Hainer trotz der jüngsten Entwicklung weiterhin „fest an das langfristige Potential dieses Markts“. Derzeit betreiben die Herzogenauracher in Russland 1100 eigene Läden. Während das US-Geschäft, in dem Adidas vor allem durch die abnehmende Begeisterung der Amerikaner am Golfsport weiter beständig an Umsatz verliert und mittlerweile nach dem unangefochtenen Marktführer Nike und dem aufstrebenden Konkurrenten
Under Armour nur noch den dritten Rang belegt, ebenfalls Bachschmerzen bereitet, läuft es in anderen Teilen der Welt umso erfreulicher.

So stieg der Umsatz im Kernmarkt Westeuropa währungsbereinigt um zehn Prozent, im zukunftsträchtigen chinesischen Markt um 13 Prozent, sowie in Lateinamerika sogar um 16 Prozent. Letzteres Ergebnis unterstreicht
den Adidas-Boom auf diesem Kontinent. In den vergangenen zehn Jahren legte der Gesamtumsatz des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers in Süd-und Mittelamerika um 12,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu.

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