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02.04.2014

11:30 Uhr

Air Berlin Aktie

Schreck lass nach

Air Berlin Aktien gehen auf Erholungskurs und legen deutlich zu. Wenige Tage zuvor hatten Anlegerschützer die Fluglinie gerügt und den Aktienkurs belastet. Doch die Aktionärsschützer ruderten zurück.

Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin: Zuletzt hatten unter anderem Spekulationen, Air Berlin könnte von der Börse genommen werden, die Aktien angetrieben. dpa

Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin: Zuletzt hatten unter anderem Spekulationen, Air Berlin könnte von der Börse genommen werden, die Aktien angetrieben.

FrankfurtDie Aktien von Air Berlin legen im Mittwochshandel fast drei Prozent zu und kosten 1,92 Euro. Noch am Montag sah es für die Aktie allerdings noch schlecht aus: Sie rutschte um gut zehn Prozent ab. Denn ein Anlegerschützer warf Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft vor, mit der Verschiebung der Bilanzvorlage gegen Berichtspflichten zu verstoßen. Nach heftiger Gegenwehr des Unternehmens ruderte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Montag zurück.

SdK-Vorstandsmitglied Daniel Bauer nahm einen Vorwurf seines Kollegen Michael Kunert vom Wochenende zurück. „Es gibt keine gesetzliche Regelung, die Air Berlin verpflichtet hätte, bis heute einen Abschluss vorzulegen“, zitierte „Spiegel Online“ Bauer am Montagabend. Ohnehin sei die SdK nicht wirklich für die nach britischem Recht organisierte Fluglinie zuständig und besuche auch nicht deren Hauptversammlungen in Großbritannien.

Anlagetipps: So vermeiden Sie Pleiten

1. Streuen

Streuen Sie Geldanlagen breit, packen Sie nie mehr als ein Drittel der Anlagesumme in ein Einzelinvestment.

2. Vorsicht vor Krediten

Verkauft der Anbieter einer Immobilie oder eines Finanzprodukts den Kredit gleich mit, sollte vorher ein Anwalt das Angebot prüfen.

3. Weitere Meinungen

Ziehen Sie eine weitere Meinung von einem Profi hinzu, den Sie beauftragen.

4. Lesen Sie Verträge

Lesen Sie Verträge. Nur das gilt, nicht das, was Vermittler im Gespräch erzählen.

5. Risiko

Präsentiert der Verkäufer Rechenbeispiele, in denen sich die Anlage von selbst finanziert, lassen Sie die Finger davon. Wer viel verdienen will, trägt viel Risiko.

6. Vor Ort prüfen

Bevor Sie sich an Immobilien beteiligen, prüfen Sie vor Ort, wie sie vermietet sind

7. Baulicher Zustand

Besichtigen Sie Immobilien und lassen Sie den baulichen Zustand begutachten.

8. Spezialisierter Anwalt

Fragen Sie im Zweifel einen spezialisierten Anwalt. Ein Steuerberater bestätigt, dass der Steuervorteil greift, ein Anwalt kennt die Fallstricke der Anlage.

9. Vorausschau

Schauen Sie zuerst auf das Risiko und dann auf die mögliche Rendite. Legen Sie fest, wann Sie Ihr Geld wieder benötigen.

10. Kein Zeitdruck

Lassen Sie sich eine Chance entgehen, statt unter Zeitdruck zu unterschreiben.

11. Produkte, die Sie verstehen

Kaufen Sie nur Produkte, die Sie verstehen. Das klingt banal, passiert aber viel zu selten.

12. Beratungsprotokoll

Lassen Sie sich immer das Beratungsprotokoll aushändigen. Prüfen Sie, ob der Inhalt stimmt.

13. Schriftliche Bestätigung

Sagt der Berater, ein Produkt sei sicher, verlangen Sie die schriftliche Bestätigung der Aussage. Gibt er sie nicht, lassen Sie die Finger vom Geschäft.

14. Prospekte

Lassen Sie sich den Prospekt aushändigen, und lesen Sie ihn vor Unterzeichnung des Vertrages gründlich. Suchen Sie im Prospekt nach Risikohinweisen.

15. Keine Telefonangebote

Legen Sie auf, wenn Sie unverlangt ein Angebot per Telefon bekommen.

Kunert hatte in der „Berliner Zeitung“ (Samstag) den Verdacht geäußert, dass die Gesellschaft ihre Bilanz absichtlich zurückhalte, weil eine akute Insolvenzgefahr bestehe. „Air Berlin verstößt hier ganz klar gegen die Berichtspflichten“, zitierte die Zeitung den SdK-Mann. Der Fall dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben. Die Finanzaufsicht Bafin sah allerdings keinen Handlungsbedarf. Jede Aktiengesellschaft habe bis Ende April Zeit, um ihren Jahresabschluss vorzulegen, sagte eine Behördensprecherin der Zeitung. Das Unternehmen hatte Kunerts Vorwürfe zurückgewiesen und der SdK mit rechtlichen Schritten gedroht.

Medienberichten zufolge prüft Air Berlin den Abschied von der Börse. Dabei solle die arabische Fluggesellschaft Etihad ihren Anteil von knapp 30 Prozent auf 49,9 Prozent aufstocken. Die übrigen Anteile sollen einige der übrigen Gesellschafter übernehmen. Air Berlin ist seit Jahren angeschlagen, der Schuldenberg lag bei mehr als 800 Millionen Euro. Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer hatte im November trotz Sparanstrengungen einen Verlust für 2013 angekündigt - es wäre der fünfte Fehlbetrag in sechs Jahren.

Von

dpa

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