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10.02.2015

13:12 Uhr

Airportbetreiber Aena

Börsengang bringt Spanien Milliarden

Der für Mittwoch geplante Börsengang des weltgrößten Flughafenbetreibers Aena spült offenbar Milliarden Euro in die spanische Staatskasse. Das Unternehmen wird mit 8,7 Milliarden Euro bewertet.

Der Airportbetreiber Aena geht an die Madrider Börse. Nach etlichen Verzögerungen ist die Erstnotiz für diesen Mittwoch geplant. Reuters

Airportbetreiber Aena geht an die Börse.

Der Airportbetreiber Aena geht an die Madrider Börse. Nach etlichen Verzögerungen ist die Erstnotiz für diesen Mittwoch geplant.

MadridDie Teilprivatisierung des weltgrößten Flughafenbetreibers Aena verspricht für die spanische Regierung ein Erfolg zu werden. Die Anteilsscheine werden für 58 Euro und damit am oberen Rand der bereits angehobenen Preisspanne verkauft, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Aena wird damit mit 8,7 Milliarden Euro bewertet. Da Spanien bis zu 49 Prozent der Anteile abgeben will, kann die immer noch gegen die hohe Staatsverschuldung kämpfende Regierung mehr als vier Milliarden Euro aus dem Verkauf einstreichen. Das größte Privatisierungsprojekt in Spanien seit 1997 gilt als Test für das Vertrauen von Investoren in die Erholung der spanischen Wirtschaft.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Nach etlichen Verzögerungen ist die Erstnotiz an der Madrider Börse für diesen Mittwoch geplant.

Die Vertagung des Sprungs auf das Parkett im vergangenen Oktober aufgrund von Problemen mit Formalien kommt der spanischen Regierung nun zugute. Der gefallene Öl-Preis, der aufgehellte Konjunktur-Ausblick und bessere Aussichten für den spanischen Tourismus haben die Nachfrage nach den Papieren angekurbelt.

Die für institutionelle Investoren vorgesehene Tranche, mit 95 Prozent der Löwenanteil des Angebots, sei 5,1-fach überzeichnet, teilte Aena weiter mit. Mit Werbung in spanischen Zeitungen und Radioprogrammen sollten aber auch Privatinvestoren angelockt werden.

Aena ist an 46 Flughäfen im Inland und mehr als 20 im Ausland beteiligt. Dazu gehören etwa der Luton-Airport in London sowie Flughäfen in Mexiko und Kolumbien.

Von

rtr

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