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23.03.2011

15:16 Uhr

Aktie auf Talfahrt

Insider-Verdacht schreckt Gagfah-Aktionäre auf

Neue Hiobsbotschaften für Gagfah-Anleger: Im Konflikt mit der Stadt Dresden gibt es neue Vorwürfe gegen Vorstandschef Brennan. Für 2010 meldete der Immobilienkonzern zudem Verluste. Viele Anleger haben die Nase voll.

Gagfah-Wohnkomplex in Dresden. Das Unternehmen sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.. Quelle: dapd

Gagfah-Wohnkomplex in Dresden. Das Unternehmen sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt..

DüsseldorfMit massiven Verkäufen haben Anleger auf rote Zahlen und Berichte über mögliche Insidergeschäfte beim Immobilienkonzern Gagfah reagiert. Die im MDax notierte Aktie des Unternehmens verlor zeitweise mehr als zehn Prozent und lag am Nachmittag noch neun Prozent im Minus bei 5,82 Euro. Die Gesellschaft hatte zuvor gemeldet, dass sie 2010 erneut mit Verlusten beendet hat. Der Nettoverlust verringerte sich aber auf 0,6 Millionen Euro von 75 Millionen im Jahr 2009, teilte Deutschlands größte börsennotierte Wohnungsgesellschaft mit.

Für den hohen Kursverlust dürfte daher nicht allein der Verlust maßgeblich gewesen sein. Nach Handelsblatt-Informationen ermittelt die deutsche Finanzaufsicht Bafin gegen Gagfah wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Vorstandschef William Brennan hatte am 3. Februar 4,7 Millionen Gagfah-Aktien zum Kurs von 7,50 Euro verkauft. Einen Monat später schlug die Verwaltung der Stadt Dresden dem Stadtrat vor, Gagfah zu verklagen. Nach Ansicht der Stadtverwaltung hat das Unternehmen gegen Bestimmungen der Sozialcharta verstoßen, die Bestandteil des Kaufvertrages bei Übernahme der kommunalen Wohnungsgesellschaft der Stadt mit 45.000 Wohneinheiten war. Der Streitwert wird auf fast eine Milliarde Euro taxiert. Gagfah bestätigte, dass Brennan seit 2009 weiß, dass die Stadt Dresden Verstöße gegen die Sozialcharta prüft. Morgen Abend will der Stadtrat über die Klageeinreichung entscheiden.

Gagfah sieht sich seit langem Vorwürfen von Mietern ausgesetzt, notwendige Instandhaltungsarbeiten in Wohnungen zu unterlassen. Der Konzern ist Vermieter von rund 160.000 Wohnungen. Eine Gagfah-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück und sagte, es gebe keinen Anlass für eine Untersuchung auf Insiderverdacht.

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