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15.07.2014

13:12 Uhr

Aktie bricht ein

Software AG fällt um fast 20 Prozent

Die Software AG bekommt den Zorn der Anleger zu spüren: Nach schwachen Geschätfszahlen bricht die Aktie ein. Der Konzern erlebt den größten Kurssturz seiner Geschichte. Analysten sprechen von einem Paukenschlag.

Die Software AG hat einen deutlichen Gewinnrückgang zu verzeichnen. dpa

Die Software AG hat einen deutlichen Gewinnrückgang zu verzeichnen.

FrankfurtVerzögerungen bei Großaufträgen und der Trend zu Mietsoftware aus dem Internet haben der Software AG einen schweren Rückschlag versetzt. Der Softwarekonzern aus Darmstadt gab am Dienstag überraschend einen Umsatz- und Gewinneinbruch bekannt und kippte seine Jahresprognose. Die Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktie brach um mehr als 18 Prozent auf Kurse von gut 20 Euro ein. Vorstandschef Karl-Heinz Streibich kündigte ein Bündel von Maßnahmen an, um aus dem Abwärtsstrudel zu kommen.

Die Software AG hatte sich erst im vergangenen Jahr neu aufgestellt. Vom traditionellen, jedoch absterbenden Geschäft mit Datenbank-Programmen (ETS) will das Unternehmen wegkommen und sich auf Firmen-Software und IT-Dienste verlegen, mit der die immer komplexeren IT-Systeme von Unternehmen integriert werden (BPE). Inzwischen sinkt der Umsatz von ETS aber schneller als er bei BPE wächst, die neue Wachstumssparte entwickelt sich nicht so wie erhofft. Im zweiten Quartal schrumpfte der Erlös mit den Datenbank-Produkten um 26 Prozent auf 56 Millionen Euro, der Umsatz in der Sparte BPE sank um sieben Prozent auf knapp 85 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebita) brach um rund ein Fünftel auf 45 Millionen Euro ein.

Das ABC des Cloud-Computing

Software as a Service (SaaS)

Bei diesem Konzept laufen Anwendungen – etwa für Textverarbeitung oder Kundenverwaltung –nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters. Aufgerufen werden sie übers Internet. Meist ist nicht mehr als ein Browser nötig. Bezahlt wird in der Regel per Abo. Daher ist auch von Miet-Software die Rede.

 

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unternehmen können auch Rechenleistung oder Speicherplatz über die Cloud beziehen – in diesem Fall ist von Infrastructure as a Service die Rede. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten auf Knopfdruck vergrößern.

Platform as a Service (Paas)

IT-Entwickler können auch eine virtuelle Computer-Plattform über die Cloud nutzen. Das erleichtert die Programmierung, weil sie selbst keine spezielle Hardware aufstellen müssen.

Public Cloud

Wenn Unternehmen ihre Cloud-Dienste öffentlich zugänglich anbieten, ist von der Public Cloud die Rede. Dabei handelt es sich oft um standardisierte und somit günstige Services. Der Zugriff erfolgt übers Internet.

Private Cloud

Wie bei Public-Cloud-Lösungen liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern – diese betreibt das Unternehmen jedoch selbst. Der Zugang ist bei der Private Cloud auf die eigenen Mitarbeiter sowie autorisierte Geschäftspartner und Kunden beschränkt. Weil der Betreiber mehr Kontrolle hat, eignet sich diese Lösung für sensible Daten. Vor allem große  Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzen darauf.

 

Hybrid Cloud

Eine Mischung aus Public und Private Cloud – das Unternehmen setzt also beide Elemente ein.

Nachdem schon das erste Quartal enttäuschend verlaufen war, musste Streibich den Ausblick für das Gesamtjahr drastisch senken. Der BPE-Umsatz soll stagnieren statt um bis zu 18 Prozent zu wachsen. Die ETS-Erlöse sollen wie zu Jahresbeginn erwartet um maximal 16 Prozent schrumpfen, obwohl sie im ersten Halbjahr um 24 Prozent einbrachen. Ein absolutes Gewinnziel nannte die Software AG nicht mehr, nachdem sie ursprünglich das operative Ergebnis (Ebit) von 260 Millionen Euro im Vorjahr um bis zu sieben Prozent steigern wollte. Nun heißt es, der operative Gewinn solle wie im Vorjahr mindestens 26 Prozent vom - wohl geringeren - Umsatz betragen.

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