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09.01.2015

14:13 Uhr

Aktie bricht massiv ein

Santander verärgert seine Aktionäre

Die spanische Großbank Santander hat ihre Aktionäre gleich mit zwei Aktionen verärgert. Die Bank möchte eine Milliarden-Kapitalerhöhung durchführen und kürzte die Dividende. Die Aktie stürzt ins Bodenlose.

Eine Santander-Filiale in London: Die Aktie der Großbank verliert mehr als zehn Prozent. AFP

Eine Santander-Filiale in London: Die Aktie der Großbank verliert mehr als zehn Prozent.

FrankfurtEine Milliarden-Kapitalerhöhung und die Kürzung der Dividende haben bei Santander am Freitag für einen Kurssturz gesorgt. Die Aktien der spanischen Großbank brachen um bis zu 11,4 Prozent auf 6,08 Euro ein und waren damit so billig wie seit knapp zehn Monaten nicht mehr. Santander hatte am Donnerstag den Verkauf neuer Aktien im Volumen von 7,5 Milliarden Euro angekündigt. Zudem soll 2015 mit 20 Cent je Aktie nur noch ein Drittel der bisherigen Summe an Aktionäre ausgeschüttet werden. Kurz vor der Ankündigung waren die Aktien vom Handel augesetzt worden: Santander hatten zu dem Zeitpunkt mit 6,85 Euro 3,3 Prozent im Plus gelegen.

Die Analysten der Berenberg Bank werteten es positiv, dass das neue Management versuche, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu setzen. Dennoch seien damit nicht alle Bedenken ausgeräumt. Die Kapitalausstattung bereite auch nach der angekündigten Kapitalerhöhung weiter Sorge. Ebenso das Engagement in Brasilien, wo sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtere.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Aus Sicht der Berenberg-Analysten könnte die Milliarden-Maßnahme von Santander nun auch den Druck auf anderen Banken steigern, ihr Kapital zu erhöhen. Der europäische Bankenindex gehörte mit einem Abschlag von 1,7 Prozent zu den schwächsten Branchenindizes. Im Dax legten die Aktien der Deutschen Bank 0,5 Prozent zu, die Commerzbank notierte kaum verändert. Die deutschen Banken sollten eigentlich ausreichend kapitalisiert sein, sagte ein Händler.

Von

rtr

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