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02.03.2011

13:38 Uhr

Aktie gewinnt kräftig

Adidas verwöhnt die Anleger

Adidas überrascht seine Aktionäre mit einer guten Nachricht: Künftig soll die Dividende deutlich steigen. Die Kunden müssen sich allerdings auf höhere Preise einstellen.

Adidas ist nach Nike der zweitgrößte Sportartikel-Hersteller der Welt. Quelle: dpa

Adidas ist nach Nike der zweitgrößte Sportartikel-Hersteller der Welt.

Am Aktienmarkt läuft Adidas allen davon. Die Aktie des Sportartikel-Herstellers legt heute fast drei Prozent auf 47,75 Euro zu. Und das, obwohl der Markt insgesamt schwächelt und der Dax deutlich im Minus liegt.

Was die Anleger begeistert, sind zum einen die Zahlen für das abgelaufene Jahr. Der Umsatz stieg um 15,5 Prozent auf knapp zwölf Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 567 Millionen Euro. Ein guter Teil davon dürfte auch auf die Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zurückzuführen sein.

Das wiederum zahlt sich für die Eigentümer direkt aus: Die Dividende soll auf 80 Cent je Aktie angehoben werden. Dass sich Adidas so spendabel geben würde, hatten die Börsianer nicht erwartet. Analysten hatten im Schnitt nur mit 64 Cent je Aktie gerechnet. Auch das wäre schon ein ordentlicher Aufschlag gewesen. Im vergangenen Jahr gab es nur 35 Cent.

Die Dividende habe positiv überrascht, schrieb Christoph Dolleschal von der Commerzbank in einer Studie. Sie falle höher aus als seine Prognose. Er beließ sein Urteil für die Aktie auf "kaufen" mit einem Kursziel von 55 Euro.

Auch das Analysehaus Equinet bestätigte seine Kaufempfehlung. Der Sportartikelhersteller habe einwandfreie Zahlen geliefert, erklärte Ingbert Faust von Equinet. Die Zielvorgaben für 2011 seien stark. Er ziehe Adidas-Aktien weiterhin den Papieren von Konkurrent Puma vor.

Der Ausblick für das laufende Jahr klingt ebenfalls vielversprechend: "Wir sind glänzend in das Jahr gestartet", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Der Umsatz solle um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz zulegen. Zuvor waren rund fünf Prozent angepeilt. Der Überschuss dürfte sich 2011 zwischen 625 und 650 Millionen Euro einpendeln, erwartet Hainer.

Das werden die Anleger gerne hören. Das heißt aber umgekehrt, dass sich die Kunden auf höhere Preise einstellen müssen. Weil die Einkaufspreise für Rohstoffe steigen, will Adidas künftig mehr seine Produkte verlangen. Man werde alles tun, um Kosten aus dem Prozess herauszunehmen, kündigte Hainer an. Wie stark die Preise steigen werden, konnte er noch nicht sagen: "Wir gucken uns das Produkt für Produkt an." Klar ist, dass die ehrgeizigen Ziele, die sich Adidas gesetzt hat, ohne Preiserhöhungen nicht zu erreichen sein werden. Letztlich heißt das: Aktionär oder Kunde - es kann nur einen Gewinner geben.

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