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09.08.2012

14:44 Uhr

Aktie im Fokus

Analysten lieben Kraft Foods

VonAnette Kiefer

Kraft Foods steht vor der größten Abspaltung seiner Firmengeschichte. Künftig finden sich bekannte Marken wie Milka oder Philadelphia in einer Tochterfirma wieder. Die Analysten sind begeistert.

Milka-Produktion: Die Schokolade gehört künftig der Kraft-Tochter Mondelez International an. dpa

Milka-Produktion: Die Schokolade gehört künftig der Kraft-Tochter Mondelez International an.

DortmundAb Oktober müssen sich die deutschen Kunden auf einen neuen Namen im Supermarktregal einstellen: Jacobs-Kaffee, Milka-Schokolade und Philadelphia-Frischkäse tragen dann nicht mehr das Logo der Firma Kraft Foods, sondern der neugegründeten Tochter Mondelez International. Denn Kraft bereitet sich auf eine der größten Abspaltungen der Firmengeschichte vor: In einigen Wochen trennen sich das internationale Snack-Geschäft und der nordamerikanische Firmenzweig, der dann auch den Namen Kraft behalten darf.

Auch wenn der neue Name Mondelez zunächst für Kritik und Spott sorgte, die Analysten bewerten die Aufspaltung positiv. „Bei Kraft ist im Moment einfach Schwung im Geschäft, und das wird auch so weitergehen – ganz gleich ob die Produkte unter einem oder zwei Namen vertrieben werden“, sagt etwa Analyst David Driscoll von Citigroup. Auch der Börsenberater Zacks erwartet, dass sich Kraft nach der Teilung auf seine Prioritäten konzentriert.

Ende vergangener Woche legte das Unternehmen aus Illinois Zahlen für das zweite Quartal vor, die deutlich solider ausfielen als bei vielen Konkurrenten. Um mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg etwa der Gewinn auf 58 Cent je Aktie und übertraf die Prognosen der Analysten. „Kraft steht dabei wesentlich besser da als seine Rivalen“, sagt Analystin Erin Lash von Morningstar. Konkurrent Kellogg etwa hatte kurz zuvor noch sinkende Zahlen gemeldet.

Die gute Bilanz ist umso bemerkenswerter, als weite Teile der Nahrungsmittelindustrie derzeit mit stark steigenden Rohstoffkosten aufgrund der anhaltenden Dürre in den USA zu kämpfen haben. Die treibt die Preise für Rindfleisch und Milch nach oben.

Nach der Aufteilung will sich Kraft auf die profitabelsten Geschäftszweige konzentrieren, die sogenannten „Power Brands“, und weniger lukrative Marken abstoßen. Als gute Investition erwies sich dabei der englische Schokoladenriese Cadbury's, den Kraft vor rund zwei Jahren übernahm. Seitdem kann der Konzern die Cadbury's-Vertriebswege nutzen, zum Beispiel um im wachsenden indischen Markt seine begehrte Marke Maxwell-House-Kaffee in die Läden zu bringen.

Für Ärger sorgt dagegen die fehlgeschlagene Zusammenarbeit mit Starbucks: Nachdem Kraft viele Jahre lang für die Kaffeehauskette Bohnen- und Eiskaffees unter Lizenz an Supermärkte geliefert hatte, kündigte Starbucks den Vertrag vorzeitig und beschuldigte Kraft der Misswirtschaft. Nun klagt Kraft vor Gericht, weil sich durch die verfrühte Vertragsauflösung ein Schaden von fast drei Milliarden Dollar ergeben habe. Ein Schlichtungsangebot von etwa 750 Millionen Dollar hat Kraft offenbar ausgeschlagen. Die Mehrheit der Analysten ist dennoch von Kraft überzeugt: 14 von 17 raten zum Kauf.

Kommentare (1)

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Theo

10.08.2012, 11:32 Uhr

Wie steht's denn hier mit der steuerlichen Komponente für abgeltungssteuerfreie Altanlagen? Darüber wären mal ein paar fundierte Infos sehr hilfreich.

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