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18.03.2014

16:29 Uhr

Aktie im Fokus

Anheuser-Busch InBev im siebten Bier-Himmel

Quelle:Börse am Sonntag

2013 lief für Anheuser-Busch InBev fantastisch. Das Unternehmen verdiente doppelt soviel wie im Vorjahr. Nur der nachlassende Bierdurst in den Industrieländern macht der Branche sorgen. Aktionäre freuen sich trotzdem.

Die gesamte Brauerei-Branche leidet unter dem nachlassenden Bierdurst in den Industrieländern. Besonders dramatisch ist die Situation in Deutschland. obs

Die gesamte Brauerei-Branche leidet unter dem nachlassenden Bierdurst in den Industrieländern. Besonders dramatisch ist die Situation in Deutschland.

DüsseldorfPreiserhöhungen und die hohe Nachfrage nach der amerikanischen Biermarke Budweiser und anderen Premiumprodukten trugen in jüngster Vergangenheit maßgeblich zu den erfreulichen Zahlen bei. Außerdem kommt AB InBev, das 2008 mit der Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische InBev-Gruppe entstand, bei seinem Sparprogramm gut voran.

Die Aktionäre sollen nun in Form einer satten Dividendenerhöhung von den Gewinnanstiegen profitieren. AB InBev will die Ausschüttung je Aktie für das abgelaufene Jahr um 21 Prozent auf 2,05 Euro anheben. Trotz der erfreulichen Geschäftsentwicklung des weltweit führenden Brauereikonzerns im vergangene Jahr leidet die gesamte Branche – und damit auch AB InBev als ihr Primus – weiterhin stark unter dem nachlassenden Bierdurst in den Industrieländern.

Deutschlands größte Getränkehersteller

Platz 10

PepsiCo - 9,75 Millionen Hektoliter

Während Pepsi dem großen roten Konkurrenten international die Stirn bieten kann – in Deutschland schafft es die Limo-Marke nur knapp in die Top 10. Zu den Marken des Konzerns gehören unter anderem Mountain Dew, 7 Up, Tropicana und der Energydrink Rockstar.
Quelle: Lebensmittelzeitung, Daten für 2012

Platz 9

Oettinger-Gruppe - 10,6 Millionen Hektoliter

Mit der Fokussierung auf billiges Bier ist die Oettinger-Gruppe zu einer der größten Brauereien des Landes aufgestiegen.

Platz 8

Riha Richard Hartinger - 11 Millionen Hektoliter

Riha ist Deutschlands größter Fruchtsafthersteller. Dazu zählt etwa die Marke Fruchtquell.

Platz 7

AB-Inbev - 12 Millionen Hektoliter

Die Brauerei-Gruppe steht für Marken wie Beck's und Hasseröder.

Platz 6

Radeberger - 13 Millionen Hektoliter

Die Brauerei gehört zum Oetker-Imperium und vertreibt ab 2015 Pepsi-Produkte in ganz Deutschland.

Platz 5

Bitburger- 14 Millionen Hektoliter

Die Brauerei aus der Eifel hat neben der Stammmarke etliche weitere Biermarken im Angebot wie König Pilsener oder Licher.

Platz 4

Schäff-Gruppe - 19 Millionen Hektoliter

Das Aldi-Mineralwasser Altmühltaler stammt von der Schäff-Gruppe ebenso wie zahlreiche andere Eigenmarken von Discountern.

Platz 3

Hansa-Heemann - 24 Millionen Hektoliter

Auch an Rang drei steht ein Produzent von Handelsmarken für Discounter.

Platz 2

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke MEG - 26,8 Millionen Hektoliter

Die 100-prozentige Tochter der Schwarz-Gruppe produziert alle Handelsmarken der konzerneigenen Supermarktketten Lidl und Kaufland und hat es damit innerhalb weniger Jahre an die Spitze der deutschen Getränkehersteller geschafft. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ist heute der größte Mineralwasserproduzent Deutschlands.

Platz 1

Coca-Cola - 36,5 Millionen Hektoliter

Der rote Riese regiert auch den Getränkemarkt in Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Zentrale zog 2003 von Essen nach Berlin. Mit Fanta wurde eine der großen internationalen Marken des Konzerns von der deutschen Tochter erfunden.

Besonders dramatisch ist die Situation in Deutschland, wo seit 2004 der Konsum des Gerstensafts jedes Jahr rückläufig ist. Während der Pro-Kopf-Verbrauch zu Beginn der 1990er Jahre im Durchschnitt noch bei über 140 Litern lag, trinkt der „normale“ deutsche Bundesbürger heute weniger als 100 Liter jährlich.

Der Preiskampf zwischen den über 1.300 Braustätten hierzulande ist enorm. Obwohl die Kosten für Rohstoffe, Transport, Energie und die Löhne der Mitarbeiter in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind, blieben die Preise für Bier annähernd gleich. Zudem gibt es einen Trend zu handwerklich gebrautem Bier aus kleinen Brauereien. Diese enorme Vielfalt an regionalen Anbietern stellt die großen deutschen Brauereien, von denen unter anderem Beck´s, Franziskaner, Spatenbräu, Hasseröder und Diebels zu Anheuser-Busch InBev gehören, vor ernsthaften Problemen.

Biergeschäft im WM-Jahr: Anheuser-Busch InBev hofft au f Fußballfans

Biergeschäft im WM-Jahr

Anheuser-Busch InBev hofft au f Fußballfans

Für Brauereien sind Fußball-Weltmeisterschaften Gold wert. Der US-Konzern Anheuser-Busch InBev konzentriert sich im WM-Jahr auf den steigenden Durst der Fans. In Schwellenländern wie Brasilien stockt das Geschäft jedoch.

Insgesamt verkaufte der belgische Großkonzern hierzulande 7,1 Prozent weniger als noch 2012. Ein Ende der nachlassenden Nachfrage ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: „In den nächsten 10, 15 Jahren werden wir im deutschen Biermarkt noch 20 Millionen Hektoliter verlieren“, blickt AB InBev-Deutschland-Chef Chris Cools wenig zuversichtlich in die Zukunft.

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