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11.04.2013

09:52 Uhr

Aktie im Fokus

Anleger erwarten Fusionserfolg bei Telekom

Börsianer rechnen sich nach einem verbesserten Angebot bessere Chancen für die geplante Fusion von T-Mobile USA und dem Konkurrenten Metro PCS aus. Die Titel des Bonner Konzerns profitierten.

Das Logo der Deutschen Telekom Reuters

Das Logo der Deutschen Telekom

FrankfurtAnleger haben nach der verbesserten Offerte der Deutschen Telekom für den Konkurrenten MetroPCS auf ein Gelingen der Fusion gesetzt. Die Aktien der Telekom profitierten am Donnerstag davon und setzten sich mit einem Plus von bis zu 0,8 Prozent auf 8,68 Euro zeitweise an die Dax-Spitze.

"Die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung dürfte sich klar erhöht haben", kommentierten die Analysten der LBBW. Die Transaktion sei für die Telekom "klar positiv", ein weiteres Nachbessern sei unwahrscheinlich. Der negative Effekt durch die Zugeständnisse sei zudem überschaubar. Das neue Angebot des Bonner Dax-Konzerns sieht unter anderem vor, dass der fusionierten Firma weniger Schulden aufgebürdet werden. "Wir hoffen, dass die Telekom nun die Struktur für das neue Unternehmen gefunden hat, die eine Zustimmung der MetroPCS-Aktionäre garantiert", kommentierte auch Equinet. "Die Änderung kommt nicht überraschend und die Konditionen sind akzeptabel", heißt es in einer Analyse. Die DZ Bank rechnet ebenfalls damit, dass die Telekom den Widerstand gegen die Fusion damit brechen kann.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Am Mittwoch hatte die Telekom bei der geplanten Fusion ihrer schwächelnden US-Mobilfunktochter mit dem Konkurrenten MetroPCS die widerspenstigen Aktionäre mit einem verbesserten Angebot gelockt. Damit will das Unternehmen den Widerstand gegen die Transaktion brechen. Ob die Deutschen mit dem Schachzug Erfolg haben, wird sich voraussichtlich nicht vor Ende April zeigen. Eigentlich war vorgesehen, dass die MetroPCS-Aktionäre schon am Freitag auf einer Hauptversammlung in Texas über die Fusion mit T-Mobile USA abstimmen. Das Treffen wurde jedoch nach MetroPCS-Angaben auf den 24. April verschoben.

Die neue Offerte sieht vor, dass der kombinierten Firma deutlich weniger Schulden von T-Mobile USA aufgebürdet werden. Dieser Betrag werde um 3,8 Milliarden auf 11,2 Milliarden Dollar reduziert, teilte die Telekom mit. "Dies führt im Ergebnis zu einer höheren Eigenkapital-Ausstattung der fusionierten Gesellschaft." Zudem werde der Zinssatz, den die neue Firma an die Telekom zahlen muss, um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Das neue Angebot sei endgültig, weitere Verbesserungen dementsprechend ausgeschlossen.

Unverändert bleibt die Sonderausschüttung an die Altaktionäre von MetroPCS in Höhe von rund 1,5 Milliarden Dollar vor dem Zusammenschluss. Auch die geplante Eigentümerstruktur bleibt wie bisher angedacht: Demnach sollen die Deutschen künftig 74 Prozent der Anteile der fusionierten Gesellschaft besitzen, 26 Prozent bleiben den heutigen MetroPCS-Anteilseignern.

Von

rtr

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