Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2014

16:42 Uhr

Aktie im Fokus

Bei Wacker stehen die Zeichen auf Angriff

Quelle:Börse am Sonntag

Der Spezialchemiekonzern Wacker musste 2013 einen Rückschlag verkraften. Das Unternehmen hatte an der Solarkrise arg zu knabbern. Die Folge: kräftige Gewinneinbrüche. Damit soll nun Schluss sein, zur Freude der Anleger.

Am 13. Oktober feiert das Chemie-Unternehmen mit Firmensitz in München seinen 100. Geburtstag. dpa

Am 13. Oktober feiert das Chemie-Unternehmen mit Firmensitz in München seinen 100. Geburtstag.

DüsseldorfIm Jahre 1914 wurde die Wacker Chemie gegründet, am 13. Oktober feiert das Unternehmen seinen 100. Geburtstag. Wird rechtzeitig zum Jubelfest nun endlich alles besser? Vorstandschef Rudolf Staudigl jedenfalls ist da sehr hoffnungsfroh: „Nach zwei herausfordernden Jahren bin ich für 2014 optimistischer“. Wacker Chemie rechnet fest mit einem Plus bei Umsatz und Gewinn. Das operative Ergebnis soll um mindestens 10 Prozent zulegen, bei den Erlösen prognostiziert man einen Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Neben dem Erwerb der Mehrheit eines Gemeinschafsunternehmens mit Samsung soll allerdings auch ein Sonderertrag von rund 115 Millionen Euro, den die Münchner durch die Neuregelung der Vertrags- und Lieferbeziehungen mit einem Kunden aus der Solarindustrie verbuchen konnten, dabei helfen, die Unternehmensziele zu erreichen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Impulse erhofft man sich zudem durch die sich erholenden Geschäfte mit hochreinen Ausgangsstoffen für die Solar- und Halbleiterwirtschaft. Das Solargeschäft spielt nach wie vor trotz der schwierigen Lage eine wichtige Rolle in der Unternehmensplanung. So setzt das Traditionsunternehmen auch in Zukunft auf den Ausbau der Solartechnik, und liefert dafür den Grundstoff. „Wir erwarten, dass unser Polysiliziumgeschäft im Umsatz wachsen wird. Dabei helfen sollen nicht nur höhere Absatzmengen. Wir sehen auch Chancen für eine leichte Erholung bei den Preisen“, kommentiert Staudigl das risikoreiche Projekt.

Aktuell läuft es für Wacker Chemie richtig gut. Bereits im Schlussquartal des abgelaufenen Jahres konnten die Münchner eine überraschend positive wirtschaftliche Entwicklung verzeichnen. Dieser Schwung wurde mit ins neue Jahr genommen: Im Januar und Februar freute man sich bei Wacker bereits in allen Geschäftsbereichen über eine solide Nachfrage. Daher soll der Umsatz im ersten Quartal von 1,08 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,11 Milliarden Euro ansteigen.

Dennoch müssen die Aktionäre einen Dividenden-Rückgang schlucken. Aufgrund des schlechten Geschäftsjahres 2013 - das operative Ergebnis fiel um fast 15 Prozent auf 679 Millionen Euro, der Gewinn schmolz auf mickrige sechs Millionen Euro - sollen die Anleger nur noch 50 Cent je Aktie erhalten. Im Vorjahr gab es noch 60 Cent je Anteilsschein.

Für gute Laune bei den Aktionären sorgt hingegen die jüngst erzielte Einigung mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium, die es Wacker Chemie ermöglicht, seine chinesischen Kunden weiter Polysilizium zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. Die drohenden Antidumpingzölle sind somit kein Thema mehr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×