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07.01.2010

10:23 Uhr

Aktie im Fokus

Conti-Aktie bricht aus

Während der deutsche Aktienmarkt zurückfällt, legen die Papiere von Continental kräftig zu. Im Fokus steht die Kapitalerhöhung des Reifenherstellers. Die Anleger frohlocken. Ein Experte dagegen spricht von Manipulation.

Reifenlager von Conti. Quelle: ap

Reifenlager von Conti.

HB FRANKFURT. Aktien von Continental haben am Donnerstag nach Details zu einer geplanten Kapitalerhöhung kräftig zugelegt. Dass die Kapitalerhöhung bereits garantiert sei und ein großer Teil der neuen Aktien bereits Käufer gefunden habe, wirkt laut Händlern kurstreibend. Zudem sei nun die kurzfristige Schuldenrefinanzierung gesichert.

Am Morgen gewannen die Titel des Autozulieferers gut sieben Prozent auf 43,66 Euro. Der MDax verlor zugleich 0,13 Prozent auf 7.774,61 Zähler.

"Die Tatsache, dass die Kapitalerhöhung garantiert ist und ein ganzer Haufen der neuen Aktien schon platziert wurde, hilft der Conti-Aktie", urteilte ein Börsianer. Analyst Thomas Besson von Merrill Lynch hatte ebenfalls eine positive Kursreaktion erwartet, da die kurzfristige Refinanzierung in Höhe von 3,5 Milliarden Euro, die im August 2010 fällig ist, mit der Kapitalerhöhung habe gesichert werden können. Er beließ die Aktie auf "Neutral" mit einem Kursziel von 42,00 Euro.

Die Kapitalerhöhung sei keine Überraschung, aber insgesamt positiv zu werten, sagte Analyst Tim Schuldt von Equinet. Durch die Finanzspritze erhöhe sich das Aktienanzahl um 18,3 Prozent auf 200 Millionen Aktien, der Streubesitz steige zugleich von 11,1 auf 24,9 Prozent, was bedeutet, dass Schaeffler weiterhin die Kontrolle über den Mehrheitsanteil an Conti habe. Der Analyst sieht keinen Grund, seine Einschätzung "Hold" oder sein Kursziel von 38,00 Euro zu überarbeiten.

Stratege Heino Ruland von Ruland Research verwies hingegen darauf, dass die Aktie trotz des Wissens über die anstehende Kapitalerhöhung eine kleine Rally hingelegt und sich in jüngster Zeit sogar besser als der Autosektor entwickelt habe. "Das riecht ein bisschen wie eine gewöhnliche Aktienkurs-Manipulation vor einer Kapitalerhöhung", so Ruland. Er geht nicht davon aus, dass diejenigen Aktionäre, die Rechte an der Kapitalerhöhung haben, diese auch ausüben werden, da die Konditionen sehr gedehnt seien und eher den Interessen der Kredit gebenden Banken und der Großaktionäre entsprächen als den Interessen der Kleinaktionäre.

Mit der Kapitalerhöhung über etwas mehr als eine Milliarde Euro sei lediglich das Anliegen der Kreditgeber erfüllt worden, so dass dieses Jahr die Refinanzierung der 3,5 Milliarden Euro hohen Schulden garantiert ist. "Die ganze Transaktion ist voller Manipulationen und wir halten uns daher fern von dieser Aktie."

Der Autozulieferer hatte am Vorabend eine bereits geplante Kapitalerhöhung beschlossen und will nun 31 Millionen neue Aktien zu je 35 Euro ausgeben. Damit soll ein Bruttoemissionserlös von 1,085 Milliarden Euro erzielt werden. Die Abnahme der neuen Aktien ist durch ein Konsortium internationaler Großbanken bereits gesichert. Mit dem eingenommenen Geld will Conti Schulden aus der Übernahme von Siemens VDO abbauen.

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