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18.09.2013

09:46 Uhr

Aktie im Fokus

Der Riese aus Wolfsburg

Quelle:Börse am Sonntag

Zur IAA präsentieren die Autokonzerne neue Modelle, gute Zahlen und viel PR. Doch wie sind die Aktienperspektiven wirklich? Ein Blick auf Volkswagen verrät wie es um die europäischen Automarken steht.

Volkswagen hinkt im Bereich der Elektromobilität hinterher. Da hilft auch keine Hochglanzpolitur. Reuters

Volkswagen hinkt im Bereich der Elektromobilität hinterher. Da hilft auch keine Hochglanzpolitur.

Die Autowelt trifft sich in Frankfurt: Die 65. Internationale Automobil Ausstellung (IAA) gilt als bedeutsamste Automesse der Welt und läuft noch bis zum 22. September. Ein Spektakel für Techniker, Freaks und Verkäufer, vor allem aber für PR-Leute. Überall wird gute Stimmung verbreitet. Analysten und Investoren werden mit glanzvollen Studien versorgt. Und so laufen - ebenso gut wie die Ausstellung selbst - auch die Aktien europäischer Automobilgesellschaften.

Zuversichtliche Aussagen von Peugeot und Volkswagen über die Zukunft der gesamten Branche bescherten den Herstellern satte Gewinne. Doch Anleger müssen vorsichtig sein: So sicher, wie die Investor-Relations-Abteilungen es gerne hätten, ist eine positive Kursentwicklung nicht mehr. Schon deswegen weil die Titel in den vergangenen Quartalen weit vorgelaufen sind.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

„Nach der Automesse könnte der Kurs stagnieren oder gar fallen“, warnt daher ein skeptischer Analyst in Frankfurt. Zudem steckt sich der Automobilmarkt in einem riskanten Umbruch. Volkswagen-Boss Martin Winterkorn spricht sogar von einem „fundamentalen Wertewandel“. Damit meint er beispielsweise den Trend „nutzen statt besitzen“, konkreter: Car-Sharing, also das Teilen von Fahrzeugen. Dies hängt auch mit einem veränderten Umweltbewusstsein zusammen. Der Vorstandsvorsitzende geht sogar so weit zu sagen, dass das Automobil es momentan schwerer als noch vor zehn oder 20 Jahren habe.

Die ungewisse e-Zukunft

Ob in diesen „zehn oder 20 Jahren“ Elektroautos zu einer tauglichen Alternative zu Autos mit Verbrennungsmotoren werden, ist noch unklar. Auf der diesjährigen IAA war aber genau diese Frage wieder Thema. Noch seien die e-Fahrzeuge zu teuer und die Batterien und Ladezeiten zu schlecht, analysiert Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Gerade deutsche Autobauer, so Pieper weiter, scheinen mangelndes Interesse an Elektromobilität zu haben. Man müsse aufpassen, dass sich die Machtverhältnisse nicht zugunsten der asiatischen Unternehmen verschöben. Auch Kanzlerin Merkel äußerte sich in Frankfurt zu diesem Thema: „Was die Anrechnung von Elektromobilität in anderen Ländern anbelangt, sollte uns das noch mal zum Nachdenken bringen.“ Man dürfe Europa nicht isoliert betrachten. EU-Auf lagen schadeten der Autoindustrie, die selbstverständlich im globalen Wettbewerb agiert.

Nichtsdestotrotz stellte VW den „e-load up!“ - einen elektrischen Kleintransporter vor. Ein weiterer Schritt in Richtung des langfristigen Zieles alle Fahrzeugklassen zu elektrifizieren. Laut Winterkorn hätte der Volkswagen Konzern damit die Gelegenheit bis 2018 auch in Sachen Elektro zur Nummer Eins zu werden. Volkswagen ist Europas Primus der Automobilindustrie: 2012 verkaufte der Konzern 9.344.559 Automobile und erzielte damit einen Umsatz von mehr als 192 Milliarden Euro. Ein Plus von 21 Prozent zum Vorjahresumsatz.

Das Produktportfolio umfasst zahlreiche Automarken wie VW, Audi,
Seat, Skoda, Bugatti, Lamborghini, Bentley und Porsche sowie die Motorradmarke Ducati. Des Weiteren hat der Konzern in den letzten Jahren seine Nutzfahrzeug-Sparte um Scania und MAN erweitert.

Kommentare (6)

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Hansi

18.09.2013, 10:20 Uhr

Die Überschrift des Artikels klang interessant, was hat das mit einer Diskussion zu tun ? Wo ist eine kritische Gegenüberstellung von Argumenten ?
Man könnte in dem Zusammenhang auch beispielsweise darauf eingehen, dass Audi der wichtigste Ertragsbringer hinter der VW Aktie ist und dann könnte man die Neuvorstellungen von Audi auf der IAA mit denen der Konkurrenz vergleichen und kritisch die Aussage "Vorsprung durch Technik" diskutieren. Nur mal so als Anregung für den nächsten Artikel...

Account gelöscht!

18.09.2013, 13:08 Uhr

Meines Wissens nach gibt es bei VW nur noch Vorzugsaktien. Was soll also der "Hinweis" der Autorin, dass es bei den VZ-Aktien mehr Dividente gibt?

Account gelöscht!

18.09.2013, 14:04 Uhr

Nur die Stammaktien gibts für 174, die Vorzüge sind über 180.
Ich höre gerne auf, wenn es am schönsten ist. Was danach kommt, möchte ich gar nicht erst wissen.
VW VZ auf 205? Ja, 2016 oder 17. Sonst nur in den Träumen von dummen Analysten, die long gegangen sein mögen.

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