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07.04.2016

21:34 Uhr

Aktie im Fokus

Deutsche Bank bricht ein

VonMichael Maisch

Der Aktienkurs der größten heimischen Bank hat eine schlimme Woche hinter sich. Das Allzeittief ist nicht mehr weit entfernt. Wo liegen die Gründe für den Einbruch?

Deutsche Bank: Das rasante Auf- und vor allem Ab der Aktie wirkt eine Achterbahnfahrt. Reuters

Deutsche Bank

Deutsche Bank: Das rasante Auf- und vor allem Ab der Aktie wirkt eine Achterbahnfahrt.

FrankfurtBlickt man auf den Kursverlauf der Deutschen Bank, dann drängt sich der Verdacht auf, dass sich die Aktie eher für Abenteurer eignet, die einen echten Thrill suchen als für brave deutsche Kleinanleger. Gegen das rasante Auf- und vor allem Ab wirkt eine Achterbahnfahrt so geruhsam wie ein Trip auf einer altersschwachen Rolltreppe im Kaufhaus um die Ecke.

Am Donnerstag ging es wieder einmal rasant nach unten. Der Kurs von Deutschlands mächtigstem Geldhaus sackte um drei Prozent ab und fiel unter die Marke von 14 Euro. Mit 13,75 Euro ist der Kurs damit nicht mehr weit von seinem Allzeittief im Februar entfernt. Damals war die Aktie bis auf 13,03 Euro eingebrochen, so schlecht bewerteten die Investoren die Bank noch nicht einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Die Aktionäre, die dem Frankfurter Geldhaus die Treue gehalten haben, dürften inzwischen schwindelfrei sein. Hinter den massiven Kursverlusten zu Jahresbeginn steckte die bange Frage einiger Investoren, ob die Bank die Zinsen für ihre riskantesten Anleihen so genannte Coco-Bonds bezahlen kann. Diese Nervosität konnte der neue Vorstandschef John Cryan zwar zerstreuen und die Aktie erholte sich seither wieder bis auf über 18 Euro - allerdings nur um anschließend wieder abzustürzen.

Hinter dem Kurseinbruch steckt vor allem die Angst vor einer empfindlichen Abkühlung der Weltkonjunktur. Von Wachstumswerten von mehr als fünf Prozent, wie es sie zuletzt 2010 gegeben hat, ist die globale Wirtschaft weit entfernt. Zuletzt musste der Internationale Währungsfonds seine Prognosen beinahe vierteljährlich nach unten korrigieren und rechnet mittlerweile nur noch mit einem Plus von etwa drei Prozent in diesem Jahr. Bankwerte gelten als besonders konjunkturempfindlich und leiden deshalb quer durch die Branche unter den Wachstumsängsten. Auch die Commerzbank fiel gestern um 2,5 Prozent.

Die Deutsche Bank treffen die Turbulenzen allerdings besonders heftig weil das Geldhaus mitten in einem teuren und kräftezehrenden Umbau steckt. Außerdem fürchten einige Investoren, dass das Institut noch einmal frisches Kapital braucht. Dazu kommt die Angst vor einer neuen Führungskrise. Einflussreiche Großanleger haben zuletzt Aufsichtsratschef Paul Achleitner kritisiert, weil er zu lange an der alten Strategie und am alten Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen festgehalten haben soll.

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