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01.02.2011

11:03 Uhr

Aktie im Fokus

Deutsche Bank überrascht – und verwirrt die Anleger

Die Deutsche Bank ist immer für eine Überraschung gut. Dass Deutschlands größtes Geldhaus jetzt schon Eckdaten für das abgelaufene Quartal vorlegen würde, hatte keiner erwartet. Die Anleger reagieren einigermaßen verwirrt. Eine US-Investmentbank lobt die Widerstandsfähigkeit des Konkurrenten aus Deutschland.

Packte Vorstandschef Josef Ackermann so viele Lasten wie möglich ins alte Jahr, um 2011 sein Ziel eines Rekordgewinns von zehn Milliarden Euro zu erreichen? DAPD

Packte Vorstandschef Josef Ackermann so viele Lasten wie möglich ins alte Jahr, um 2011 sein Ziel eines Rekordgewinns von zehn Milliarden Euro zu erreichen?

HB FRANKFURT. Eigentlich muss die Deutsche Bank ihre Zahlen erst am Donnerstag veröffentlichen. Doch nun hat sie schon am Montagabend einen Einblick gewährt. Offenbar wollte man den Markt ein wenig vorbereiten ist - und gleichzeitig etwas Aufklärungsarbeit leisten. Das ist bei diesem Ergebnis wohl auch vonnöten.

Die Anleger hatten ihre Mühe, die Zahlen einzuordnen. Die Aktie schwankte am Morgen zwischen Gewinn- und Verlustzone. Aktuell notiert sie 0,8 Prozent im Plus bei 43,50 Euro.

Zwar lag der Gewinn der Deutschen Bank klar unter den Erwartungen. Der der Gewinn sank von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf rund 600 Millionen Euro. Analysten, die im Schnitt mit mehr als 800 Millionen. Euro gerechnet hatten, sprachen von einer Gewinnwarnung. Allerdings ist das vermutlich auf einmalige Kosten durch den Kauf von Postbank sowie der Privatbank Sal. Oppenheim zurückzuführen. Ein Händler sagte: "Die Deutsche Bank hat offenbar alle Belastungen im vierten Quartal verbucht, um 2011 richtig loszulegen."

Die Einnahmen stiegen dagegen von 5,5 Milliarden Euro im vierten Quartal 2009 auf rund 7,4 Milliarden Euro. Ein gutes Ergebnis, zumal einige US-Rivalen wie etwa Morgan Stanley im Kapitalmarktgeschäft empfindliche Einbußen hinnehmen mussten.

"Wir sind überrascht von der Widerstandsfähigkeit der Bank auf der Ertragsseite", erklärten auch die Experten von Goldman Sachs. Die US-Investmentbank hat die Einstufung für die Aktien nach den vorläufigen Zahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 51 Euro belassen. Die Erträge zum vierten Quartal hätten positiv überrascht, wohingegen die Kosten höher als erwartet ausgefallen seien, schrieb Analyst Jernej Omahen in einer Studie. Letzteres könnte an der Integration der Zukäufe Postbank und Sal. Oppenheim gelegen haben. Es gelte allerdings die Details abzuwarten, da noch keine Einmaleffekte bekannt seien.

Am Donnerstag veröffentlicht das Institut die genauen Zahlen.

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