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14.02.2012

10:23 Uhr

Aktie im Fokus

Deutsche Börse beschenkt die Anleger

Der Mega-Deal mit der New York Stock Exchange ist abgesagt. Der Börsenchef Reto Francioni greift in die Trickkiste, um die Anleger bei der Stange zu halten. Die Aktie springt an die Spitze des Dax.

Börsenchef Reto Francioni lockt die Aktionäre mit Dividende und Aktienrückkauf. dpa

Börsenchef Reto Francioni lockt die Aktionäre mit Dividende und Aktienrückkauf.

Die Aktien der Deutschen Börse sind bei Anlegern heute wieder gefragt. Die Papiere stiegen heute mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 50,38 Euro an die Spitze des Dax. Der Leitindex selber pendelt um den Stand des Vortages. Das Jahr verlief für die Aktionäre ertragreich: seit Anfang Januar legte die Aktie mehr als 12 Prozent zu. In den vergangenen zwölf Monaten steht aber ein Minus von mehr als 20 Prozent zu Buche.

Nach der geplatzten Fusion mit der New York Stock Exchange (Nyse) will Börsen-Chef Reto Francioni seine Aktionäre mit einem Geldregen bei der Stange halten. Der Schweizer kündigte bereits gestern nach Börsenschluss eine Sonderdividende und einem Aktienrückkaufprogramm an und unterstrich damit, dass große Übernahmen auf absehbare Zeit nicht auf seiner Agenda stehen.

Dem Aktienkurs der Börse hat das Aus der gut sieben Milliarden Dollar schweren Fusion bisher nicht geschadet. Seit der Absage am 1. Februar hat der Kurs rund drei Euro zugelegt. Nun dürfen sich die Aktionäre zudem über eine Dividende von 3,30 Euro freuen. Die reguläre Ausschüttung soll um zehn Cent auf 2,30 Euro steigen, zudem ist eine Sonderdividende von einem Euro geplant.

Darüber hinaus plant Konzern aus Eschborn bei Frankfurt für das zweite Halbjahr 2012 Aktienrückkäufe im Umfang von bis zu 200 Millionen Euro. „Damit folgt das Unternehmen seinen Kapitalmanagementgrundsätzen, überschüssige Barmittel an die Aktionäre auszuschütten“, erklärte das Unternehmen.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Im vergangenen Jahr konnte die Deutsche Börse ihren Gewinn dank des regen Handels infolge der Euro-Krise mehr als verdoppeln auf 849Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. „2011 haben wir die besten Umsatzerlöse in der Unternehmensgeschichte nach dem Rekordjahr 2008 erzielt“, sagte Francioni, der mit dem Zahlenwerk allerdings hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb.

LBBW-Experte Martin Peter beurteilt das vorgelegte Gesamtpaket dennoch positiv: „Die Sonderdividende und der Aktienrückkauf überwiegen das Ergebnis, das etwas schwäche rausgefallen ist als erwartet. Nach der angekündigten Ausschüttung von rund 800 Millionen Euro in diesem Jahr bleibe nicht mehr viel Spielraum für große Akquisitionen.„Das zeigt, dass die Börse ihre Aktionäre dieses Jahr auf eine andere Art beglücken will.“

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