Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.03.2014

13:44 Uhr

Aktie im Fokus

Die Chemie bei BASF stimmt

Quelle:Börse am Sonntag

BASF blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und profitiert momentan besonders von guten Öl- und Gasgeschäften. Der harte Sparkurs hat gefruchtet: Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 waren positiv.

Chemiekonzern

Der Sparkurs lohnt: BASF legt Rekordergebnis vor

Chemiekonzern : Der Sparkurs lohnt: BASF legt Rekordergebnis vor

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Einen Rekordwert von 7,2 Milliarden Euro konnte BASF als bereinigten Betriebsgewinn ausweisen. Nichtsdestotrotz versprüht der Vorstandsvorsitzende Kurt Bock nur behutsam Optimismus und benutzt eine Floskel, die CEOs großer Konzerne mit Hinblick auf ein nächste Quartal sehr gerne verwenden: „Insgesamt erwarten wir, dass wir uns in einem weiterhin herausfordernden Umfeld gut behaupten werden.“

Derartige Aussagen sind deswegen so praktisch, weil sie die Erwartungshaltung der Stake- und Shareholder niedrig halten. Im Falle eines Erfolges ist dieser doppelt schön, weil das Unternehmen sogar einem „herausfordernden Umfeld“ trotzen konnte. BASF zieht es mehr und mehr auf andere Kontinente: Erstmals in der Geschichte des pfälzischen Unternehmens, will der Konzern weniger als die Hälfte seiner Investitionen in Europa tätigen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

In den Vereinigten Statten konnte BASF 2013 zwar nur ein Prozent mehr Umsatzmachen, aber ganze 50 Prozent mehr Gewinn abschöpfen als im Vorjahr. Grund dafür ist das in Deutschland umstrittene Fracking. Seitdem die Amerikaner durch diese Methode billiges Schiefergas in Massen fördern können, bekommt die Branche einen erstaunlichen Rückenwind. „Steamcracker“ heißt die Produktionsanlage, die aus Rohbenzin wichtige chemische Grundbausteine macht und für BASF eine reine Geldmaschine ist.

Momentan steht einer dieser BASF-Cracker in Texas und verarbeitet viele Tausend Tonnen Rohbenzin. China ist auch für die Chemiebranche ein sehr zukunftsträchtiger und damit lukrativer Markt, in dem in den kommenden Jahren stark investiert wird. Besonders der chinesische Automarkt boomt und kurbelt den BASF-Gewinn an. In Asien ist die Nachfrage nach Autokatalysatoren sehr hoch und auf diesem Gebiet sind die Ludwigshafener bekanntlich ein führender Anbieter.

Eine weitere große Sparte des Chemieunternehmens sind Lacke, speziell Autolacke, die von der Tochter BASF Coatings produziert und vertrieben werden. Auch hier erfreute sich der Konzern einer hohen Nachfrage unter den asiatischen Autobauern. Neuerdings ist BASF sogar in Uganda vertreten. Dort erhoffen sich die Ludwigshafener Teil eines Wachstumsmarktes für Industrielacke zu sein. Der afrikanische Markt spiele langfristig eine wichtige Rolle, heißt es in Führungskreisen. Starkes Bevölkerungswachstum und verändertes Konsumverhalten sind Treiber für diese Entwicklung.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×