Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.07.2014

16:08 Uhr

Aktie im Fokus

Facebook-Aktie ist heiß begehrt

VonRoman Tyborski

Die Anleger liegen Mark Zuckerberg zu Füßen, denn der düpiert wieder einmal die Internetwelt. Facebook zeigt, wie man im mobilen Internet mit Werbung Geld verdienen kann. Die Aktie schießt durch die Decke.

Mark Zuckerberg hat gut Lachen. Mit Werbeanzeigen auf der Facebook-App setzt das soziale Netzwerk Milliarden um. dapd

Mark Zuckerberg hat gut Lachen. Mit Werbeanzeigen auf der Facebook-App setzt das soziale Netzwerk Milliarden um.

Düsseldorf40 Minuten – so viel Zeit verbringen Facebook-Nutzer im Schnitt jeden Tag auf dem größten sozialen Internetnetzwerk der Welt. Zu wenig, findet Mark Zuckerberg. Der Facebook-Gründer will mehr, dabei hat er jetzt schon große Ziele erreicht. Ende Juni zählte das Netzwerk sage und schreibe 1,32 Milliarden aktive Nutzer, mehr als ein Siebtel der Erdbevölkerung. Und mit dieser Masse an Nutzern verdient Facebook mittlerweile Geld – sehr viel Geld sogar.

Die Zahlen, die Mark Zuckerberg am Mittwochabend nach Börsenschluss in den USA präsentiert hatte, ließen sogar die größten Kritiker des Netzwerks verstummen. An den Aktienmärkten lösten sie eine wahre Jagd nach Anteilen am sozialen Netzwerk aus. Am Donnerstag schossen die Titel mit einem satten Plus von mehr als sieben Prozent auf knapp 77 Dollar an die Spitze des S&P-500 und pendelte dann um die 75 Dollar. Damit ist Facebook nun rund 190 Milliarden Dollar wert. Genauso viel wie IBM.

Im vergangenen Quartal betrug der Umsatz satte 2,9 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von unglaublichen 61 Prozent. Noch unglaublicher wird es, wenn man auf den Gewinn schaut. Hier verzeichnet Facebook sogar ein Plus von 138 Prozent auf 791 Millionen Dollar. Den Gewinn je Aktie vor Sonderfaktoren gab das Unternehmen mit 0,42 Dollar an, was die Prognose von 0,32 Dollar weit übertraf.

„Facebooks Entwicklung im vergangenen Quartal wurde durch Unternehmen angetrieben, die bereit waren, mehr für hochqualitative Werbeanzeigen zu bezahlen“, sagte Facebook-Finanzchef David Wehner. Der durchschnittliche Anzeigenpreis hat sich seinen Aussagen zufolge im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Was fasziniert Sie an Twitter oder Facebook?

Peter Tauber, CDU-Generalsekretär

Soziale Medien sind für mich eine tolle Möglichkeit, einer interessierten Personengruppe Inhalte zu vermitteln, die sie ansonsten nicht wahrgenommen hätte. Vor allem Twitter nutze ich gerne, denn es ist schnell, spontan, ungeschminkt und bisweilen frech. Die Kommunikation ist viel direkter, man kann gut Stimmungen und Meinungen aufnehmen – dem Volk aufs Maul schauen, wie Luther sagen würde.

Volker Beck, Grünen-Innenexperte

Die Geschwindigkeit! Durch das Internet hat sich in den  letzten beiden Jahrzehnten das politische Tempo  unaufhaltsam erhöht und gleichzeitig neue Möglichkeiten  der Transparenz geschaffen. Zum einen können wir nun bei  Protesten in Kiew oder Istanbul oder politischen Debatten  auf Parteitagen der Konkurrenz live dabei sein. Zum anderen werden auf YouTube zum Beispiel Übergriffe der Polizei oder Gräueltaten in Bürgerkriegen dokumentiert und keiner kann mehr behaupten, er habe davon nichts gewusst.

Michael Grosse-Brömer (CDU), Unions-Fraktionsgeschäftsführer

Die direkte und schnelle Art der Kommunikation.

Ralf Stegner, SPD-Vize

Social Media ist heute weder exotisch noch faszinierend, sondern hat sich als fester Bestandteil politischer Kommunikation etabliert.

Dorothee Bär, CSU-Internet-Staatssekretärin

Dass sie sowohl die Kommunikation aber auch die Verfügbarkeit von und den Umgang mit Informationen und Inhalten ganz unterschiedlicher Art völlig verändert haben.

Lars Klingbeil, SPD-Netzexperte

Der direkte und schnelle Austausch. Und zwar in beide Richtungen. In der Politik gibt es häufig formalisierte Abläufe der Kommunikation, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Online gibt es schnelle Reaktionszeiten und einen direkten Kontakt. Ich kann mitteilen, bekomme aber auch Ideen und schnelles Feedback. Das schätze ich an Twitter und Facebook. 

Volker Wissing, FDP-Präsidiumsmitglied

Soziale Medien wie Twitter und Facebook ermöglichen es jedem Politiker, unabhängig von den traditionellen Medien einen eigenen Zugang zu politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern aufzubauen.

Ulrich Kelber, SPD-Verbraucherstaatssekretär

Der unmittelbare, ungefilterte und schnelle Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern.

Malte Spitz, Grünen-Netzexperte

Ich freue mich über den direkten Austausch mit Menschen, die Niedrigschwelligkeit und Flexibilität die es bietet. Twitter ist für mich zu einem der wesentlichen Orte geworden wo ich Informationen und Hinweise auf spannende Artikel aus der ganzen Welt erhalte. Facebook bleibt bei mir immer weiter außen vor. Ich liebäugle schon länger damit mein Facebook Profil für meine politische Arbeit abzuschalten, da ich es wenig nutze und einen deutlich geringeren Mehrwert für mich darin sehe.

Johannes Kahrs, SPD-Chefhaushälter

Die Schnelligkeit und die Vielfalt der Informationen.

„Wir hatten ein gutes zweites Quartal“, stellte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch am Sitz im kalifornischen Menlo Park nüchtern fest. „Unsere Gemeinschaft ist weiter gewachsen.“ Die Aktien gehören im S&P-500 zu den am meisten gehandelten Aktien in den USA. In den vergangen 30 Tagen wechselten rund 42 Millionen Facebook-Aktien den Besitzer. Laut Bloomberg-Daten hatten nur die Bank of America und Apple ein höheres Handelsvolumen. Facebook bewegt sich damit in exklusiver Gesellschaft.

Das hohe Handelsvolumen hat sich auch beim Aktienkurs bemerkbar gemacht. In den vergangenen zwölf Monaten legten die Papiere satte 173 Prozent zu. Der S&P-500 kommt im selben Zeitraum lediglich auf ein Plus von 17,4 Prozent. Durch die Bank wird Facebook von den Analysten zum Kauf empfohlen. Im Anschluss an die starken Quartalszahlen erhöhten Macquarie, die RBC-Bank, Jefferies und Evercore ihre Kursziele für die Aktie.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Tom Beck

24.07.2014, 17:34 Uhr

"...lies sich nicht von der Kritik von Datenschützern beirren. Der Erfolg gibt ihm jetzt recht." Sehr bedenkliche Zeilen in dem Artikel. Nur weil er wirtschaftlich erfolgreich ist, heißt es doch nicht das die Datenschutzkritik entkräftet ist, da geht es um den Schutz von Verbrauchern. Ein Beispiel ich filme mittels Drohne und IR Kameras durch die Fenster in der Nachbarschaft Liebespärchen und Mädels beim Umziehen usw. schalte eine Pornoseite und habe Ruckzuck 1 Million User die mich zum Multimillionär machen, würde mir da der Erfolg auch recht geben? wohl kaum!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×