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10.02.2014

14:36 Uhr

Aktie im Fokus

Facebook-Jubiläum lässt Anleger feiern

Quelle:Börse am Sonntag

Facebook blickte vergangene Woche auf eine zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück. Das Unternehmen machte Anlegern wohl das beste Geschenk. Die Kurse steigen kräftig. Trotzdem gibt es große Risiken.

Die Facebook-Aktien befinden sich im Aufwärtstrend. ap

Die Facebook-Aktien befinden sich im Aufwärtstrend.

DüsseldorfFacebook ist erfolgreich. Anders als bei Twitter, der ständige Vergleichsreferenz, ging es auch in den letzten Wochen stark bergauf. Grund dafür waren überraschend gute Quartalszahlen, die Facebook Ende Januar vorlegen konnte. Dadurch stieg der Aktienwert zwischenzeitlich um 16 Prozent auf ein neues Allzeithoch. Dieses wurde inzwischen noch zwei Mal überboten. Aktuell kann man das Papier für rund 47 Euro kaufen. Twitter konnte in jüngster Vergangenheit den hohen Ansprüchen der Anleger nicht gerecht werden.

Facebooks Weg zum Weltkonzern

Vorläufer Facemash

Als Student an der Harvard-Universität programmiert Mark Zuckerberg mit mehreren Kommilitonen 2003 die Plattform facemash.com. Dort präsentiert er zwei zufällig ausgewählte Fotos von Harvard-Studentinnen – die Nutzer sollen über die Buttons „hot“ oder „not“ die attraktivere auswählen. Weil Zuckerberg die Bilder illegal beschafft hat und das Projekt massive Protesten auslöst, wird es nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

„Thefacebook" geht online

Mark Zuckerberg und seine Mitgründer eröffnen im Februar 2004 „Thefacebook“. Es handelt sich um die Online-Version der gedruckten Jahrbücher. Das Konzept wird bald auf andere Universitäten ausgeweitet und verbreitet sich schließlich weltweit. Zwei von Zuckerbergs Kommilitonen klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. Der Streit wird im Jahr 2011 mit einem Vergleich beigelegt, die Kläger Tyler und Cameron Winklevoss erhalten 65 Millionen US-Dollar.

Der Newsfeed rückt ins Zentrum

Zweieinhalb Jahre nach der Gründung stattet Zuckerberg die Social-Media-Plattform mit dem Newsfeed aus – also mit einer Chronik, die alle Neuigkeiten aus dem Freundeskreis eines Nutzer anzeigt. Zuerst geht ein Aufschrei durch die Facebook-Gemeinde, die Mitglieder fürchten um ihre Privatsphäre. Doch der Amerikaner hält an seiner Idee fest und schließlich entwickelt sich Newsfeed zum zentralen Element von Facebook. Das Design der Nachrichtenchronik wird seitdem ständig überarbeitet, seit 2012 findet man dort auch Werbung.

Daumen hoch für Facebook

Im Februar 2009 führt Facebook den „Gefällt mir“-Knopf ein. Damit können Nutzer zeigen, dass ihnen etwas gefällt und dafür sorgen, dass sie bestimmte Nachrichten in ihren Newsfeed gespeist bekommen. Inzwischen hat das Symbol eine popkulturelle Bedeutung erlangt.

Profitabel dank Sandberg

Im März 2008 gibt Facebook bekannt, Sheryl Sandberg als Chefin fürs Tagesgeschäft (COO) von Facebook einzustellen. Der Auftrag der Harvard-Absolventin und ehemaligen Google-Managerin ist klar: Sie soll Facebook profitabel machen, was ihr zwei Jahre später auch gelingt. 2012 wird sie vom Time-Magazin in die Liste der 100 einflussreichsten Personen aufgenommen.

Umzug im Großformat

Mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt Facebook im Juli 2011 – und allmählich werden die überwiegend angemieteten Gebäude in Palo Alto zu eng. Das Online-Unternehmen wird auf der Suche nach einer neuen Zentrale wieder im Silicon Valley fündig: Auf dem ehemaligen Campus des Computerherstellers Sun Microsystems stehen Mark Zuckerberg und seinen Mitarbeitern neun Gebäude auf knapp 24 Hektar zur Verfügung. Weil Facebook kurz zuvor 1,5 Milliarden Dollar von seinen Investoren eingesammelt hat, kann es sich den Umzug problemlos leisten.

Instagram und Whatsapp

Die bis dato größte Investition tätigt Mark Zuckerberg im April 2012: Für eine Milliarde US-Dollar schluckt Facebook das Start-Up Instagram. Das Unternehmen hatte eine gleichnamige App entwickelt, mit der man Fotos bearbeiten und teilen kann. Mit der Übernahme weicht Zuckerberg erstmals von seiner bisherigen Philosophie ab, die nur ein soziales Netzwerk für alle Nutzer vorsah. 2014 bewältigt Facebook eine weitaus größere Übernahme: Die Instant-Messaging-App Whatsapp kostet insgesamt 19 Milliarden Dollar.

Erst hui, dann pfui, dann hui

16 Milliarden US-Dollar an nur einem Tag – so viel Geld spült der bis dato größte Börsengang eines Internet-Unternehmens am 18. Mai 2012 in die Kasse von Facebook. Obwohl Experten einen deutlichen Anstieg des Kurses vorausgesagt hatten, bricht der Wert der Aktie dramatisch ein. Bis August 2012 halbiert sich der Ausgabepreis von 38 Dollar. Erst ein Jahr später wird dieser Wert wieder erreicht – danach steigt die Aktie in ungeahnte Höhen.

Jeder siebte bei Facebook

Im September 2012 verkündet Mark Zuckerberg stolz, dass Facebook die Marke von einer Milliarde Mitglieder geknackt hat. Rein rechnerisch ist somit jeder siebte Mensch der Welt bei dem sozialen Netzwerk angemeldet. Dabei haben die rund 1,3 Milliarden Einwohner Chinas bisher noch nicht einmal offiziellen Zugriff auf Facebook. Die Mitgliederzahlen steigen weiter, wenn auch langsamer als früher.

Geschäftsmodell überzeugt Anleger

Facebook reagiert auf die zunächst schlechte Entwicklung der Aktie: Das Unternehmen setzt alle Hebel in Bewegung, damit die Werbung in dem sozialen Netzwerk einträglicher wird, sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten – mit Erfolg. So gelingt es auch, die skeptischen Anleger zu überzeugen. Die Facebook-Aktie steigt im Oktober 2015 auf mehr als 100 Dollar.

Das Wachstumstempo des Kurznachrichtendienstes mit dem hellblauen Vogel als Logo verlangsamte sich deutlich. Die Zahl der monatlichen Nutzer stieg zwar, aber nur um 3,8 Prozent zum vorherigen Quartal: So niedrig war das Wachstum bei Twitter nie zuvor. Prompt fiel der Aktienkurs um 25 Prozent. Erste Branchenprofis spekulieren, dass Twitter niemals an Facebook heranreichen wird. Facebook hat weltweit 1,23 Milliarden Nutzer. Wäre Facebook ein Land, dann wäre es nach China das größte der Erde. Twitter kommt hingegen „nur“ auf 241 Millionen Nutzer und damit ungefähr auf die Einwohnerzahl Indonesiens.

Insgesamt sind Investitionen in die Internet- Branche momentan mit gewissen Risiken verbunden. Die Volatilitätskennzahlen von Facebook und Co. sind hoch und somit als risikoreich einzuschätzen. Bei LinkedIn ist schon seit September ein Abwärtstrend zu erkennen, bei Twitter erst seit dieser Woche, aber dafür umso heftiger. Aktionäre zweifeln daran, dass die Unternehmen das hohe Wachstumstempo beibehalten können. Anlageexperten sehen nun im Wesentlichen zwei Möglichkeiten der weiteren Entwicklung der Facebook-Aktie. Entweder kann Facebook als Branchenprimus von den negativen Ergebnissen der Mitstreiter profitieren und der Aktienkurs steigt oder das Unternehmen mit Sitz in Menlo Park wird von der schlechten Branchenstimmung angesteckt und verliert Punkte. Die meisten Analysten halten die erste Variante für wahrscheinlicher und berufen sich auf die positiven Zahlen. Zum 10. Geburtstag: ungebremstes Potential Im Abschlussquartal 2013 stellte Facebook erneut unter Beweis, dass das Unternehmen in der Lage ist, Geld über mobile Geräte zu generieren.

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