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21.11.2012

18:00 Uhr

Aktie im Fokus

Finanzamt macht Sky-Anleger glücklich

VonRoman Tyborski

Der Weg für Rupert Murdoch ist frei. Die Münchner Steuerbeamten genehmigen, dass er über 50 Prozent von Sky übernehmen darf - ohne auf einen saftigen Steuerbonus zu verzichten. Schafft Sky jetzt die Wende?

Die Hindernisse sind aus dem Weg geräumt. Bald könnte Rupert Murdoch mit News Corp. Sky Deutschland übernehmen. dpa

Die Hindernisse sind aus dem Weg geräumt. Bald könnte Rupert Murdoch mit News Corp. Sky Deutschland übernehmen.

DüsseldorfDie Aktie des Bezahlsenders Sky kletterte am Mittwoch um zehn Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von rund vier Euro. Das ist an sich noch nichts Besonderes. Heftige Ausschläge waren bei dem Papier in der Vergangenheit eher die Regel, als die Ausnahme – der Kurs bewegte sich immer wieder zwischen Himmel und Hölle. Oftmals steckten dahinter Gerüchte, die sich schnell wieder in Luft auflösten. Das könnte dieses Mal anders sein. Sky steht vor großen Umwälzungen.

Der Medienunternehmer Rupert Murdoch steht vor der vollständigen Übernahme des Senders, ohne einen in den vergangenen Jahren angehäuften Steuerbonus zu verlieren. Bislang war das nicht sicher, weshalb Murdoch darauf bedacht war, mit seinem Konzern News Corp. knapp weniger als die Hälfte der Sky-Anteilsscheine zu halten.

Am Dienstag sickerten erste Meldungen über eine Einigung im jahrelangen Streit zwischen Medienmogul Rupert Murdoch und den bayrischen Steuerbeamten durch. Konkret ging es um die sogenannten „Verlustvorträge“.

Das deutsche Steuerrecht erlaubt es Konzernen ihre früheren Verluste mit späteren Gewinnen zu verrechnen. Bei Sky belaufen sich diese Verluste auf rund 2,1 Milliarden Euro. Der Posten ist so groß, da die vormals als Premiere bekannte Firma seit ihrer Gründung 1991 so gut wie nie profitabel war. Mit der geplanten Übernahme von Sky durch Murdoch stellten diese Verlustvorträge einen zentralen Streitpunkt mit den Steuerbehörden dar. Denn strittig war, ob der Konzern den Steuerbonus auch nach der Übernahme und der damit einhergehenden Veränderung der Gesellschafterstruktur des Pay-TV-Unternehmens behalten darf. Auf Basis des Bescheids könnte Murdoch seinen Aktienanteil auf mehr als 50 Prozent erhöhen und Sky vollkommen unter seine Kontrolle bringen.

„Eine seit Jahren unüberwindbare Hürde ist aus dem Weg geräumt“, erklärte ein Händler. Medienanalyst Polo Tang von der Bank UBS erwartet, dass Murdoch es nun eilig haben dürfte, seinen Anteil aufzustocken.

Laut Commerzbank-Analystin Sonia Rabussier dürfte die Beteiligungserhöhung Spekulationen über Akquisitionen von Sky Deutschland befeuern. Diese dürften aber eher später erfolgen, da der negative Cash-Flow den Handlungsspielraum des TV-Konzerns derzeit noch einschränkt.

Ein Übernahmeangebot für die restlichen Sky-Aktien muss der australische Medienunternehmer in dem Fall aber nicht abgeben. Das sehen die Börsenregularien ab einer Beteiligung von 30 Prozent vor. Die Schwelle hat Murdoch bei Sky schon vor längerem überschritten, 2009 aber von der Finanzaufsicht Bafin einen Freibrief bekommen, da das Unternehmen ein Sanierungsfall war.

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