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14.11.2013

14:14 Uhr

Aktie im Fokus

Hawesko: Bitterer Beigeschmack

Die Handelsgruppe Hawesko stellt ihr Geschäft mit Bordeaux-Spitzenweinen zur Disposition. Analysten sehen eine gute Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger. 

Die Hamburger Hawesko-Gruppe steht für hochwertige Weine und Champagner - in ihrem Onlineshop verkaufen sie sich schlecht. dpa

Die Hamburger Hawesko-Gruppe steht für hochwertige Weine und Champagner - in ihrem Onlineshop verkaufen sie sich schlecht.

Das Etikett der Flasche ist schlicht: geschwungene, goldene Schrift auf weißem Grund. Das Aroma sei überwältigend, heißt es in der Beschreibung, es sei einer der größten Weine, die Bordeaux bisher hervorgebracht habe. Und doch: Topweine wie der 2009 Château Mouton-Rothschild, den die Hamburger Hawesko-Gruppe - nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Handelshaus für hochwertige Weine und Champagner - in ihrem Onlineshop anpreist, verkaufen sich schlecht.

Die besten teuren Rotweine im Supermarkt

Kressmann

Kressmann, Grande Reserve Médoc 2010, Frankreich, Rewe, 6,99 €

Quelle: „Super Schoppen Shopper“ von Cordula Eich

Montgras Reserva

Montgras Reserva, Carmenerè 2011, Chile, Rewe, 6,99 €

Zonin

Zonin, Ripasso Valpolicella Superiore 2011, Italien, Kaufland, 7,49 €

Rawson’s Retreat

Rawson’s Retreat, Merlot 2011, Australien, Edeka, 7,99 €

Rawson’s Retreat

Rawson’s Retreat, Shiraz Cabernet 2011, Australien, Edeka, 7,99 €

The Dot

The Dot, Austrian Chrystal, Assemblage 2011, Österreich, Rewe, 8,99 €

Luis Canas

Luis Canas, Rioja, Crianza 2009, Spanien, Edeka, 9,99 €

Masseria Torre Rossa

Masseria Torre Rossa, Primitivo di Manduria 2010, Italien, Rossmann, 9,99 €

Saxa Loquuntur Tres

Saxa Loquuntur Tres, Rioja 2010, Spanien, Lidl, 9,99 €

Lorciano

Lorciano, Brunello di Montalcino, Italien, Rewe, 15,49 €

In Fernost, vor allem in China, ist die Nachfrage nach den edlen Tropfen für teils mehrere Tausend Euro pro Flasche seit 2012 stark zurückgegangen und sinkt weiter - nicht zuletzt wirkt sich die staatlich verordnete Antikorruptionskampagne aus, die vor allem Luxusartikel trifft. Die Aktie des im Kleinwerteindex S-Dax notierten Unternehmens entwickelt sich dennoch recht stabil.

Die Hawesko-Gruppe setzte im vergangenen Jahr über ihre drei Vertriebskanäle - Einzelhandel (Jacques’ Wein-Depot), Großhandel (Wein Wolf), Versandhandel (Hanseatisches Wein Sekt Kontor) - 449 Millionen Euro um. Der unerwartet hohe Verlust der französischen Tochter Château Classic, die auf den Handel mit Bordeaux-Spitzenweinen spezialisiert ist, zehrte das Nettoergebnis im dritten Quartal vollständig auf.

Das Geschäft, das knapp drei Prozent zum Gesamtumsatz beisteuert, steht nun zur Disposition. Das Management will das Problem schnell lösen; erwartet werden Kosten von 3,5 Millionen Euro durch Schließung oder Veräußerung.

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