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13.04.2015

09:43 Uhr

Aktie im Fokus

Heftige Kursturbulenzen bei Wincor Nixdorf

Der Aktienkurs des Geldautomaten-Herstellers Wincor Nixdorf erlebt eine rasante Berg- und Talfahrt. Nach plus 14 Prozent am Mittwoch, geht es heute über 15 Prozent nach unten. Experten liefern gegensätzliche Analysen.

Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf musste am Freitag seine Jahresprognose nach unter schrauben. dpa - picture-alliance

Wincor Nixdorf:

Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf musste am Freitag seine Jahresprognose nach unter schrauben.

DüsseldorfIn Deutschland stehen über 56.000 Geldautomaten. 2013 wurden mit ihnen über zwei Milliarden Transaktionen getätigt. Egal ob auf dem Land oder in der Stadt – die Automaten spucken Tag und Nacht Geld aus. Wincor Nixdorf – Hersteller zahlreicher Geldspender in Deutschland – kann davon derzeit jedoch nur träumen.

Dem Paderborner Konzern schießt das Geld nicht entgegen wie den Nutzern der Geldautomaten. Wincor Nixdorf musste am Freitagabend seine Jahresprognose kassieren. Die Reaktion der Aktionäre fiel dramatisch aus. Die im MDax verzeichneten Papiere rutschten heute zeitweise über 15 Prozent ins Minus auf 38,66 Euro. Das ist der größte Tagesverlust seit der Lehman-Pleite.

Noch am Mittwoch waren die Aktien um über 13 Prozent gestiegen. Insider-Informationen, wonach der Konzern die Hilfe eines finanzstarken Investors suche, haben die Aktien derart stark ins Plus katapultiert. Laut der Nachrichtenagentur Reuters habe Wincor Nixdorf Investmentbanken um Unterstützung bei der Suche nach Möglichkeiten gefragt, sein Geschäft voranzutreiben. Dabei werde auch die Übernahme durch einen Finanzinvestor nicht ausgeschlossen. Ein Berater sei aber noch nicht mandatiert und eine endgültige Entscheidung noch nicht gefasst, sagten die Insider. Weitere Informationen zum beschleunigten Konzernumbau seien bei der Veröffentlichung der endgültigen Halbjahreszahlen am 23. April zu erwarten.

Schwache Zahlen und pessimistischer Ausblick

Die Ziele für Umsatz und operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 würden nicht erreicht, teilte das Paderborner Unternehmen am späten Freitagabend mit. Bisher hatte Wincor ein moderates Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr sowie eine überproportionale Gewinnsteigerung angepeilt.

In den ersten sechs Monaten sei der Umsatz nach vorläufigen Zahlen aber um zwei Prozent auf 1,21 Milliarden Euro und der Betriebsgewinn (Ebita) um 31 Prozent auf 47 Millionen gesunken. Hauptursache sei eine Schwäche im Hardware-Geschäft, die Kapazitäten dort würden nun reduziert. Die Software- und IT-Service-Sparte werde dagegen ausgebaut. Eine Übernahme durch einen Finanzinvestor könnte einen solchen Ausbau erleichtern.

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