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23.11.2011

12:55 Uhr

Aktie im Fokus

Heiße Wette auf Commerzbank-Aktien

VonAnnika Williamson

Die Commerzbank-Aktie ist nur noch etwas mehr als einen Euro wert, ihren absoluten Tiefstand hat sie gestern erreicht. Lohnt es sich jetzt einzusteigen, oder ist die Aktie ein heißes Zockerpapier geworden?

Analyser to go: Commerzbank bleibt gefragt

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DüsseldorfEinen Tag, nachdem die Commerzbank-Aktie ihr Allzeittief von 1,12 Euro erreicht hat, steigen die Anleger wieder massiv ein: 5,2 Prozent liegt das Papier am Morgen im Plus. Doch wer jetzt wieder Geld in die Aktie schießt, schließt eine ganz heiße Wette ab.

Ausgelöst hatte den Kursrutsch gestern die Angst, dass die Commerzbank es nicht aus eigener Kraft schaffen könnte, ihre Kernkapitalquote bis Mitte nächsten Jahres auf die erforderlichen neun Prozent zu heben. Ihre Kapitallücke könnte sich auf rund fünf Milliarden Euro belaufen, hieß es am Dienstag an der Börse. Bisher war man von einem zusätzlichen Kapitalbedarf von 2,9 Milliarden Euro ausgegangen. Zum Vergleich: Der Wert aller Commerzbank-Aktien belief sich am Ende des gestrigen Börsentages auf insgesamt gerade 6,93 Milliarden Euro.

Wie viel dran ist an den Gerüchten, ist weiterhin unsicher. Auch das macht die Aktie volatiler. Doch keine Antwort seitens der Commerzbank ist auch eine Antwort: Ein Sprecher in Frankfurt lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz hatte bereits Anfang des Monats gesagt, dass sich der Kapitalbedarf noch verändern könnte.

„Die Commerzbank hätte schon die 2,9 Milliarden nur geschafft, wenn sie sich stark gestreckt hätte“, sagte Analyst Dirk Becker von Kepler Equities. „Fünf Milliarden schafft sie auf keinen Fall. Die Commerzbank kann nur auf ein Wunder hoffen.“ Doch sollte Martin Blessing nicht an Wunder glauben, welche Möglichkeiten bleiben ihm dann noch für diesen Fall, und was würden diese Szenarien für die Aktionäre bedeuten?

Blessing hat vier Möglichkeiten: Er setzt eine Kapitalerhöhung durch, er lässt seine Bank wieder vom Staat retten, er verschlankt seine Bilanz - oder er malt so lange den Teufel an die Wand, bis die Europäische Bankenaufsicht (Eba) ihre Anforderungen senkt.

Eine Kapitalerhöhung ist vor allem bei dem aktuellen Aktienpreis schwer vorstellbar: Bei einem ohnehin schwachen Papier wäre die Verwässerung enorm, die Einbußen für Aktionäre groß.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

23.11.2011, 13:22 Uhr

So wie's aussieht hat die Commerzbank auf ganzer Linie versagt! Wir sollten uns endlich wieder zur Marktwirtschaft bekennen und unfähige Manager und desinteressierte Eigentümer erkennen lassen was es bedeutet Unternehmer zu sein und Risiken einzugehen um Gewinne zu erzielen!

Martinson

23.11.2011, 14:23 Uhr

5 Milliarden sind alleine nicht zu schultern. Aber es gibt ja noch die vier Möglichkeiten, die in dem Artikel beschrieben sind. Sparen, heißt die Devise! Klein Vieh macht auch ... Für 2011: Keine Sonderzahlungen, für 2012: Absenkung aller Vorstands- und Direktorengehälter um 30%, ähnlich mit Aufsichtsratsvergütungen allgemein. Vertrauen schaffen, Herr Blessing, fängt am eigenen Geldsäckel an!

so-gesehen

23.11.2011, 14:57 Uhr

Ich bin kein Freund der Banken aber in dem Fall muss man mal realistisch bleiben. Lt. der deutschen Regierung darf die EZB keine Staatsanleihen aufkaufen. Sprich diesen Job müssen die Banken übernehmen. Dafür galten Staatsanleihen bisher als absolut sichere Anlagen.

Wenn jetzt die Commerzbank gezwungen wird, erneut staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, beisst sich die Katze in den Schwanz.

Der verschuldete deutsche Staat, leiht der verschuldeten Commerzbank Geld, welches er sich über Staatsanleihen von anderen Banken leihen muss.

Wenn aber die Commerzbank eben durch den Kauf von europäischen Staatsanleihen in die Schieflage geraden ist, welche vernünftige Bank soll dann noch Staatsanleihen aufkaufen???

Dazu passt die heutige Meldung, dass Deutschland für 10 Milliarden EUR Staatsanleihen verkaufen wollte, aber nur für knapp 4 Milliarden EUR Interessenten gefunden hat.

Die Lösung besteht mittlerweile nur noch darin, dass die EZB europäische Staatsanleihen in unbegrenzter Höhe aufkaufen darf. Diese Schulden werden dann auf die "sanfte" Art mit Hilfe der Inflation langjährig abgebaut.

Das wäre sogar sozial, denn wer nichts zum Sparen hat oder ohnehin im Minus lebt, braucht die Inflation nicht zu fürchten! HartzIV und Mindestrente werden ohnehin entsprechend der Inflation erhöht.

Zahlen muss es der Mittelstand und die "untere" Oberschicht. Die 10% der "Oberen" haben ohnehin keine Probleme, ihr Reichtum wächst auch in den schlimmsten Krisen.

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