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05.08.2014

15:42 Uhr

Aktie im Fokus

Koch verlässt Bilfinger – Aktie bricht ein

Der Chef geht, die Anleger auch: Die Bilfinger-Aktie bricht nach dem überraschenden Rücktritt Roland Kochs ein. Dabei sollten sich Aktionäre eigentlich erfreuen. Nach dem Abgang von Koch kann es endlich aufwärts gehen.

Spektakulär gescheitert: Koch verlässt Bilfinger

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Frankfurt/MannheimEin schwarzer Tag für Bilfinger Berger: Die Aktie fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit drei Jahren und notierte 14 Prozent tiefer bei 53 Euro. Im Handelsverlauf konnte sie sich auf ein Minus von sieben Prozent hocharbeiten. Investoren wurden vom Bau- und Dienstleistungskonzern durch eine Gewinnwarnung verschreckt – und Konzernchef Roland Koch kündigte am Montagabend überraschend seinen Rücktritt an.

Der Konzern reduzierte abermals die Ergebnisprognose in der Kraftwerkssparte und passte seine Vorhersagen für das Gesamtjahr an. Das war die zweite Prognosesenkung in etwas mehr als einem Monat.

Angesichts der Unsicherheiten auf den Strommärkten in Deutschland und Mitteleuropa dürften die Probleme des Konzerns eher struktureller Natur sein, schrieb Analyst Mario Becherer von der Deutschen Bank. Die weitere Geschäftsentwicklung sei daher auch trotz laufender Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen nur schwer vorherzusehen. Die jüngsten Aussagen seien ähnlich beunruhigend wie die bei der letzten Warnung.

„Die Gewinnwarnung kommt überraschend“, schrieb DZ Bank-Analyst Jasko Terzic in einem Kommentar. Dies könne auf eine deutliche Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in der Energiesparte hindeuten. Vor diesem Hintergrund sei es schwieriger geworden, die Dividende auf dem bisherigen Niveau zu halten. Die Kursverluste der vergangenen Monate spiegelten allerdings die erneut gesenkten Gesamtjahresziele weitgehend wider, fügte Terzic hinzu.

Die neue Prognose: 2014 soll ein bereinigter Konzerngewinn von 205 bis 220 Millionen Euro eingefahren werden. Das sind 25 Millionen Euro weniger als bislang angenommen. Analyst Ingbert Faust von der Equinet Bank rechnet allerdings nicht mit weiteren negativen Überraschungen und sprach von einer „Bereinigung der Bilanz“.

Kochs Rücktritt könnte zum Glücksfall werden

Börsianern zufolge könnten die Titel des wegen des parallel verkündeten Abgangs von Firmenchef Roland Koch im Tagesverlauf noch ins Plus drehen. Kochs offizielle Berufung Ende Oktober 2010 hatte Bilfinger binnen eines Tages etwa 100 Millionen Euro an Börsenwert gekostet. Auch unter seiner Führung ab Juli 2011 ging es für die Titel eher abwärts. Aktuell notieren sie etwa 20 Prozent unter dem Stand von vor drei Jahren. Der Nebenwerte-Index MDax legte im selben Zeitraum gut 40 Prozent zu. Anleger dürfen deshalb auf bessere Zeiten hoffen.

Ingbert Faust vom Analysehaus Equinet geht davon aus, dass bei Bilfinger jetzt keine Serie schlechter Überraschungen mehr anstehe. Mittel- bis langfristig hätten sich die Gewinnaussichten nicht verschlechtert.

Der Konzern wird schon bald seine Chance bekommen die Investoren wieder für sich zu gewinnen. Nach Einschätzung von Goldman Sachs wird es darauf ankommen, wie sich das Management bei der Vorlage der Quartalsbilanz am 11. August verhalten wird, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Kommentare (1)

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Herr Dr. Wolfgang Strecker

06.08.2014, 11:33 Uhr

Politiker oder Beamte ohne eine fundierte fachliche Ausbildung, die der Aufgabe gerecht wird(Juristen trauen sich kurioserweise alles zu...)scheitern. Erfahrungen in der Wirtschaft sind weitere unabdingbare Voraussetzungen. Versorgungsfälle von Politikern kosten den Unternehmen nur viel Geld und enden bedauerlicherweise zu Lasten der Unternehmensreputation und der Belegschaft.

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