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05.01.2009

11:28 Uhr

Aktie im Fokus

Kursfeuerwerk bei Infineon

Die Aktie des angeschlagenen Chipherstellers Infineon ist an der Frankfurter Börse zumindest kurzfristig der große Gewinner und legt kräftig zu. In normalen Zeiten müssten die Papiere eigentlich unter Druck geraten, weil das Unternehmen sein Kapital erhöhen will. Diesmal aber ist es anders.

Infineon-Zentrale in München. Der Chiphersteller plant eine Kapitalerhöhung. Eigentlich ist das schlecht für die Aktie, dennoch legt das Dax-Sorgenkind kräftig zu. Foto: ap ap

Infineon-Zentrale in München. Der Chiphersteller plant eine Kapitalerhöhung. Eigentlich ist das schlecht für die Aktie, dennoch legt das Dax-Sorgenkind kräftig zu. Foto: ap

HB FRANKFURT. Infineon haben am Montag nach zunächst schwachem Handelsstart ihre Gewinne deutlich ausgebaut und zeitweise 18 Prozent zugelegt. Der Vorstand des angeschlagenen Halbleiterherstellers will bei der Hauptversammlung im Februar den Spielraum für eine mögliche Kapitalerhöhung deutlich erweitern. Die Aktionäre sollen am 12. Februar ihre Zustimmung für weitere 450 Millionen Euro an so genanntem genehmigtem Kapital geben.

"Offenbar werten Anleger dies als einen Schritt zur Sanierung des Unternehmens", sagte ein Börsianer. Daher belaste die Aussicht auf eine Kapitalerhöhung die Papiere auch nicht wie sonst üblich. Der angeschlagene Chiphersteller will von seinen Aktionären die Erlaubnis, in den kommenden fünf Jahren das Kapital um bis zu 450 Mio. Euro erhöhen zu dürfen. Eine Kapitalerhöhung dürfte aber nicht unmittelbar bevorstehen. Infineon hatte zuletzt erklärt, dieser Schritt sei bei einem Aktienkurs unter zwei Euro nicht möglich, da das Papier dann unter seinem Buchwert notiere.

Analyst Theo Kitz von Merck Finck sagt zur geplanten Kapitalerhöhung: "Das ist umsichtig und nicht überraschend, denn eine mögliche Pleite der Tochter Qimonda könnte einen negativen finanziellen Einfluss auf Infineon haben." Bernd Laux von Cheuvreux hob hervor, dass die Ausgabe neuer Aktien erst bei Aktienkursen von mehr als zwei Euro möglich sei. Er verwies zudem auf eine potenzielle Verwässerungsgefahr für die Aktien von 45 Prozent. Es blieben Sorgen über die Zahlungsfähigkeit von Infineon. Der Analyst beließ seine Empfehlung auf "Underperform" mit dem Ziel 0,50 Euro.

In Reaktion auf die zumindest vorläufige Rettung der Speicherchip-Tochter Qimonda nach einer Einigung des Landes Sachsen mit dem Mutterkonzern Infineon hatte die Deutsche Bank bereits vor Weihnachten ihre Einstufung für Infineon-Aktien von "Sell" auf "Hold" verbessert. Das Kursziel wurde damals auf 0,70 Euro erhöht. Händlern zufolge reagierten zudem womöglich einige Investoren verspätet auf diese Umstufung, nachdem diese in einer aktuellen Zusammenfassung der Deutschen Bank am Morgen nochmals aufgeführt worden war.

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