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05.09.2012

10:40 Uhr

Aktie im Fokus

Lexmark erfreut Anleger mit neuer Diät

VonAnette Kiefer

Der Druckerhersteller will sich vom gewinnarmen Geschäft mit Tintenstrahldruckern trennen. Anleger treiben die Aktie bis zu 20 Prozent nach oben. Lexmark will mit der Kur 85 Millionen Dollar einsparen.

Display eines Lexmark Druckers. Das Unternehmen ändert die Prioritäten und erfreut die Aktionäre. Reuters

Display eines Lexmark Druckers. Das Unternehmen ändert die Prioritäten und erfreut die Aktionäre.

DortmundDer Chef nennt den Schritt "schwierig", doch der Markt ist begeistert: So oder so ist es das Ende einer Ära bei Lexmark. Schon Ende nächsten Jahres will der Druckerhersteller mit Tintenstrahldruckern nichts mehr zu tun haben. Man werde die komplette Sparte verkaufen und sich in Zukunft auf das Geschäft mit lukrativeren Laserdruckern und Softwareprogrammen konzentrieren, sagte Lexmark-Chef Paul Rooke. Damit sollen allein im kommenden Jahr 85 Millionen Dollar eingespart werden.

Begrüßt wurde die Neuausrichtung einerseits von den Anlegern, die Lexmarks Aktie binnen weniger Tage um rund 20 Prozent hochtrieben. Zuvor hatte der Kurs noch Ende Juli ein Dreijahrestief markiert. Aktuell notiert er bei etwa 21 Dollar. Auch die Analysten äußerten sich zustimmend: "Dies ist eine psychologisch positive Entscheidung", sagte Analyst Brian Alexander von Raymond James der Agentur Bloomberg. "Es zeigt, dass die Geschäftsleitung nicht am Steuer eingeschlafen ist, wie manche vermutet haben. Sie hat eine klare Entscheidung getroffen, diesen Geschäftszweig abzustoßen."

Denn in Zeiten wachsender digitaler Vernetzung geht die Zahl der ausgedruckten Seiten stetig nach unten. Smartphones und iPads machen es den Nutzern leicht, jederzeit und überall auch von unterwegs auf Inhalte im Netz oder auf privaten Seiten zuzugreifen - und damit schwindet die Notwendigkeit, Fotos, Wegbeschreibungen oder Texte auszudrucken. Bei Lexmark etwa sanken die Verkaufszahlen bei Tintendruckern allein im ersten Halbjahr 2012 um 66 Prozent und zwangen das Unternehmen damit, die Jahresprognose nach unten zu korrigieren.

Mit dem veränderten Verhalten der Bediener tun sich vor allem solche Unternehmen schwer, die ihr Geschäft allzu stark auf die Privatkunden fokussiert hatten - hier wird inzwischen deutlich weniger ausgedruckt. So schätzt etwa Analyst Federico De Silva vom Technologie-Marktforscher Gartner, dass die Anzahl der ausgedruckten Seiten beim Durchschnittsverbraucher heute um etwa 40 Prozent niedriger liegt als noch vor wenigen Jahren. "Der Markt schrumpft kontinuierlich, und es gibt viel zu viele Anbieter", sagt De Silva.

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