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09.07.2014

14:57 Uhr

Aktie im Fokus

Lufthansa mit neuen Zielen

Mit einem größeren Angebot an Billigfliegern will sich Lufthansa dem Konkurrenzdruck entgegenstellen. Den Aktionären gefällt die Strategie. Die Aktie erholt sich vom massiven Kursverlust der vergangenen Tage.

Lufthansa erholt sich von den Kursverlusten aufgrund einer Gewinnzielsenkung. ap

Lufthansa erholt sich von den Kursverlusten aufgrund einer Gewinnzielsenkung.

Düsseldorf Erst vor gut zwei Monaten übernahm Carsten Spohr die Führung von Europas größter Airline von Christoph Franz. Am Mittwoch stellte der neue Chef seine erste Kursbestimmung vor und gab bekannt, dass die Airline mit einem größeren Angebot an Billigfliegern dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch Golf-Airlines und Billig-Airlines entgegenstellen will.

Der Konzern plane, sein Konzept, das er bei der Billig-Tochter Germanwings eingeführt habe, zu erweitern, „in eine Wings-Familie“, sagte Spohr. Dazu solle die Tochtergesellschaft Eurowings ab dem kommenden Frühjahr in Europa zu einem zweiten Billig-Anbieter neben Germanwings werden, der Europa-Flüge anbieten soll. Gleichzeitig solle die Germanwings-Flotte bis Frühjahr 2015 von derzeit 23 auf 60 Flugzeuge anwachsen.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Anleger nahmen die neue Strategie positiv auf. Am Mittwoch legte die Kranich-Aktie um 2,7 Prozent auf 15,43 Euro zu und erholt sich damit vom massiven Kursverlust des vergangen Monats. Auch andere Luftfahrtwerte konnten sich am Mittwoch auskurieren. Air Berlin, Air France, Ryanair, EasyJet und die British Airways-Mutter IAG gewannen allesamt 0,6 bis drei Prozent.

Als erste europäische Airline will Lufthansa ab Ende 2015 zudem eine neue Billigmarke für Langstreckenflüge initiieren, kündigte Spohr am Mittwoch an. Ein Name für die neue Marke stehe noch nicht fest. Starten sollten die Flieger dieser Billig-Langstrecken-Linie „eher in München oder Nordrhein-Westfalen anstatt in Frankfurt, wo wir schon ein großes Angebot haben“, sagte Spohr.

Auf Monatssicht hatte die Aktie vor der Ankündigung über 20 Prozent verloren. Grund hierfür war die Bekanntgabe einer Gewinnzielsenkung wegen schwacher Geschäfte im Passagier- und Frachtbereich. Auch die am Dienstag bekanntgegebene Prognosesenkung von Air France hatte den deutschen Luftfahrkonzern weiter ins Minus sinken lassen.

Aus Sicht des Charttechnikers Holger Struck ist es dennoch schwer vorstellbar, dass die Aktie wieder wesentlich über die bei 17,50 Euro angesiedelten Widerstände hinauskommt. Bestätigt sich damit das nun im Bereich von 20 bis 20,50 Euro erkennbare Doppeltop, so müsse man glasklar von einer Schließung der im Chart förmlich ins Auge springenden Kurslücke vom Jahresbeginn ausgehen. Damit wäre die Aktie dann bei 16,06 Euro und - problematisch - bereits recht deutlich unterhalb der besagten 200-Tage-Linie. „Man müsste sich für die nächsten Monate dann eher an den Kursbereich von circa 14 Euro gewöhnen“, sagt Struck.

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