Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2012

09:41 Uhr

Aktie im Fokus

McDonald's will mit neuer Strategie punkten

VonAnette Kiefer

Ronald McDonald steht vor großen Herausforderungen: Das Maskottchen der weltgrößten Hamburger-Kette soll die Kunden trotz widriger wirtschaftlicher Umstände wie üblich in die Filialen locken. Leicht wird das nicht.

McDonald's-Filiale in Bayern. dpa

McDonald's-Filiale in Bayern.

DortmundMcDonald's leidet unter den steigenden Lebensmittelpreisen und könnte Analysten zufolge deshalb bald gezwungen sein, die Preise anzuheben. Schuld ist die schlimmste Dürreperiode in den USA seit Jahrzehnten. Sie sorgt dafür, dass viele Lebensmittel wie Mais, Hühnerfleisch und Rindfleisch wesentlich mehr kosten. "Die Restaurantbetreiber haben derzeit kaum eine andere Wahl, als ihre Produkte teurer zu verkaufen", sagt etwa Darren Tristano vom Branchenberater Technomic Inc. "Sie arbeiten schon in guten Zeiten mit so geringen Margen, dass sie es sich nicht leisten können, diese auch noch zu kürzen."

Die größten Franchise-Nehmer

463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.

Platz 1

Tui/First

Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.

Platz 2

Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.

Platz 3

In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .

Platz 4

Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.

Platz 5

Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.

Platz 6

Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.

Platz 7

Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.

Platz 8

Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.

Platz 9

Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.

Platz 10

Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.

Platz 11

Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.

Platz 12

Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.

Platz 13

Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.

Platz 14

Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.

Platz 15

Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.

Platz 16

Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.

Platz 17

Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.

Platz 18

Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.

Platz 19

Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.

Platz 20

Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.

Besonders heikel für McDonald's: Die erzwungene Preiserhöhung hätte kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen können. Denn das Verbrauchervertrauen in den USA liegt auf dem niedrigsten Stand seit fast einem Jahr. Auch die hohen Benzinpreise tragen nicht gerade dazu bei, dass Kunden mehr auswärts essen.
Bereits im Juli, als der Umsatzzuwachs unter dem Strich gleich null blieb, bekam McDonald's das zu spüren. Larry Miller, Analyst von RBC Capital Markets, zeigt sich besorgt, weil die Besucher bei McDonald's offenbar immer häufiger vom Ein-Dollar-Menü bestellen und die teureren Burger links liegen lassen. Die Kombination von schlechtem Umsatzwachstum und steigenden Preisen "ist ausgesprochen beängstigend", sagt Miller.
Dennoch halten viele Analysten die Aktie, die etwa zehn Prozent unter dem Fünfjahreshoch vom Januar notiert, für attraktiv. Von 29 Banken empfehlen 16, McDonald's-Titel zu kaufen. Zwölf Banken raten, das Papier zu halten, nur eine empfiehlt den Verkauf.

Rivalen im Fastfoodmarkt: Wer dem Burger-Brater auf den Fersen ist

Rivalen im Fastfoodmarkt

Wer dem Burger-Brater auf den Fersen ist

Seit McDonald’s nicht mehr nur auf Dickmacher á la Hamburger, Pommes und Big Mac, sondern auch auf kalorienärmere Kost setzt, läuft das Geschäft bestens. Darauf ausruhen kann sich der Konzern allerdings nicht.

Denn die Burgerkette hat eine Reihe von Strategien ausgearbeitet, mit denen man weiter den Kopf über Wasser halten will.
Zum einen sollen die Filialen regionale Eigenheiten stärker beachten. So hat McDonald's gerade angekündigt, in Indien die ersten Läden mit einer rein vegetarischen Speisekarte zu eröffnen. Ohnehin bietet der indische Markt Expansionschancen für das Unternehmen. Analysten sehen hier den nächsten Wachstumsmarkt nach China.

In den USA stehen Umstrukturierungen an. Die Wettbewerber versuchen, Kunden durch schnelle Bedienung anzulocken. Während einige Ketten mehr Personal einstellen, setzt McDonald's auch auf technische Neuerungen wie elektronische Bestellmöglichkeiten, die dafür sorgen sollen, dass mehr Kunden pro Stunde bedient werden können und so der Umsatz steigt. Erste Erfolge zeigen sich bereits jetzt: Während der Lunch-Zeiten in den Mittagsstunden stiegen die Umsätze in umgerüsteten Filialen schon um fünf Prozent.

Fleischlose Imbisse: McDonald's plant vegetarische Restaurants in Indien

Fleischlose Imbisse

„Vegg Donald's“ für Indien

Die Fast-Food-Kette plant in Indien ihre ersten rein vegetarischen Schnellrestaurants.


Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

black

09.09.2012, 11:11 Uhr

MCDonald´s meckert über hohe Lebensmittelpreise?
Wie...verkauft diese Unternehmung etwas Lebensmittel?

Eigentlich ( wenn ich 2x im Jahr in so einer Bude war ) ist mir nach dem Heißhunger immer 2 Tage schlecht.

RamonGaluptra

09.09.2012, 12:29 Uhr

Soso die gestiegenen Erzeugerpreise verlangen höhere Preise. Jeder kann sich relativ leicht selbst die "Materialkosten" eines Burgers ausrechnen. Beim Discounter bekommt man als Endverbraucher 1 kg Rinderhack für ca. 4,50 EUR. D.h. grob geschätzt kostet das Fleisch (100 gr. bei einem Royal TS) für McD höchstens ca. 0,30 EUR netto. Nehmen wir noch großzügig 0,15 EUR für Brötchen und den Restbelag, kommen wir auf 0,45 EUR. das sind 12,9% vom Verkaufspreis (3,49 EUR). Mehr muss man wohl dazu nicht sagen. Die tatsächlichen Kosten liegen im Bereich Marketing, Verwaltung, Einrichtung der Restaurants etc. und vor allem: der Gewinnhunger eines bösrennotierten Unternehmens.
Wie so oft wird der Verbraucher durch solche Meldungen getäuscht. Siehe auch Strompreiserhöhungen. Da läuft das gleiche Spielchen.

Mitbuerger

09.09.2012, 12:52 Uhr

Dass sich gegen McDonalds immer solch feindseeliger Widerstand formiert. Ich finde McDonalds, vor allem dessen Preis-Leistungsverhältnis sehr gut. Als Vegetarier kann ich deren vegetarischen Burger (eine wahre Mahlzeit mit allem drum und dran zum Preis eines etwas größeren kalten und trockenen Vollkornbrötchens beim Bäcker) nur empfehlen. Die Konkurrenz hat soetwas ja gar nicht erst im Angebot.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×